"Designpapst" wider Willen und "Halles Dürer"

Prof. Rudolf Horn
 
Steffen Christophel

Zwei Altbekannte stellen aus

Ausstellungen von Rudolf Horn und Steffen Christophel - Malerei und Zeichnungen

Und wieder gibt es zwei Ausstellungen in unserer Galerie, die wir für einen Besuch empfehlen. Gezeigt werden noch bis zum 21. Oktober 2014 Gemälde und Zeichnungen von Rudolf Horn und Steffen Christophel.

Der Formgestalter Prof. Rudolf Horn feierte in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag. Aus diesem Anlass präsentieren wir Arbeiten, die der Künstler im Verlauf seiner langen Schaffenszeit fertigte, ohne jemals daran gedacht zu haben, dass diese in einer umfassenden Ausstellung gezeigt werden. Und dennoch kennt jeder Horns Kreationen, hat oder hatte sie gar in seinem Wohnzimmer stehen. Es handelt sich hierbei um die weithin bekannte MDW-Schrankwand, welche in Hellerau gefertigt wurde. Den Begriff Schrankwand mag Prof. Horn eigentlich gar nicht, denn es handelt sich um modulare Wohnraumsysteme, welche von ihrem Nutzer individuell zusammengestellt und modifiziert werden können (wenn man so will ein Vorläufer des Einrichtungsprogramms des bekannten schwedischen Möbelhauses). Und noch einen Begriff mag der Künstler nicht: Designpapst. Im Galeriegespräch, welches großen Zuspruch bei unseren Besuchern fand, machte der sympathische Allrounder darauf aufmerksam, dass die Gestaltung unserer Umwelt immer auch auf ein umfassendes Grundlagenstudium zurückgeht, so sind auch seine künstlerischen Bestrebungen zu sehen. Die Wechselbeziehung zwischen Malerei, Grafik und Formgestaltung war für ihn immer notwendig, um kreativ anspruchsvoll arbeiten zu können. So ist auch die Ausstellung in unserer Galerie Zeugnis dieser Auseinandersetzung und eine Triebkraft des künstlerischen Schaffens von Rudolf Horn. Christiane Jung sprach zur Ausstellungseröffnung am 13. September 2014. Hierbei ging sie auf Horns Selbstbildnisse aus den verschiedenen Schaffensjahren ein, welche gleichsam politische und soziale Reflektionen der Zeit beinhalteten. Der ausgestellte Rückenakt fand das besondere Interesse der Rednerin. Dieser kommt ganz ohne Interieur aus und ist somit als eine außergewöhnliche künstlerische Leistung in der Kunstgeschichte anzusehen.



Steffen Christophel (51) ist Hallenser und als Maler und Grafiker weit über die Grenzen der Stadt bekannt. Für sein Diplom erhielt er von seinem Künstlerkollegen Michael Glöckner die Anregung ein Jahr lang jeden Tag ein Porträt in der Größe einer Streichholzschachtel zu zeichnen. Diese 365 Zeichnungen existieren nun tatsächlich und sind Ausgangspunkt für die weiterführende künstlerische Arbeit. So schuf Christophel Illustrationen zum Roman „Parfüm“ von Patrick Süskind, zu Dürrenmatt und zu Tolstoi. Der Redner zur Ausstellungseröffnung, Prof. Gerhard Schwarz, verwies auch auf eine Themenausstellung „Fußball“ in unserer Galerie, welche Steffen Christophel mit inszeniert hatte. Dem Sport in der Kunst sieht sich der Künstler nach wie vor verbunden. Die Kabinettausstellung zeigt sowohl Fußballbilder als auch Zeichnungen zum Eishockey. Hier sieht sich Christophel insbesondere durch grafische Momente, die sich aus Linien, Schlägern, Trikots oder Helmen ergeben, inspiriert. Zur künstlerischen Qualität der gezeigten Zeichnungen ließ Detlef Färber heute in der Mitteldeutschen Zeitung den Vergleich mit Albrecht Dürer zu. Gerhard Schwarz, der emeritierte Burgprofessor, sprach von "altmeisterlichem Können, gepaart mit den Erfahrungen heutiger Entwicklungen" und bekannte sich zu Christophels Arbeiten mit den Worten: "ich gehöre dem wachsenden Kreis an, der seine Arbeiten sehr schätzt, gar bewundert".



Der Besuch in der Galerie lohnt sich also auch in dieser Ausstellungsperiode wieder. Zu jeder der beiden Ausstellungen existieren Videos vom Eröffnungstag, die auf beigefügten Links hinterlegt sind.

Wir freuen uns auf ihren Besuch.
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