Du schreibst Geschichte!

Eröffnungsrede, Geschäftsführer Axel Schneider der .lkj) Sachsen-Anhalt
Am 8. Jugend-Geschichts-Tag am 14. Dezember wurde von über 200 Teilnehmenden Geschichte geschrieben

"Geschichte ist eine Konstruktion der Gegenwart?", erklärt Hans-Jürgen Kant von der Geschichtskantine in seinem Workshop für Multiplikatoren und Lehrende und weist daraufhin, dass jedes Geschichtsbuch eine eigene Ideologie verfolgt. Außer diesem fanden noch fünf weitere Workshops während des 8. Jugend-Geschichts-Tag im Magdeburger Gesellschaftshaus am 14. Dezember statt. Über 200 Jugendliche, Multiplikatoren und Lehrende beschäftigten sich einen Tag land ausgiebig mit dem Thema "Geschichte schreiben" auf unterschiedliche Weise. Eine Gruppe von dem freien Gymnasium Geiseltal aus Mücheln ging mit ihrem Workshopleiter auf Spurensuche in Magdeburg, die Geocachingroute führte sie unter anderem zum Buckauer Zirkusmuseum oder an die Sternbrücke. Die 14-jährigen Norman und Vincent zeigten sich begeistert: "Das war abwechslungsreich und echtes Teamwork und dabei haben wir auch noch was über Magdeburger Persönlichkeiten gelernt". Nach den Workshops wurden 13 Projekte aus dem Förderprogramm "Zeitensprünge" vorgestellt. Die 18-jährige Yasra vom Dachverband Reichenstraße e. V. stellte den Film "Erlebt und Vergessen" vor. Der Film zeigt mdr-Archivmaterial und Zeitzeugengespräche von dem Anschlag auf das Asylbewerberheim in Quedlinburg im Jahr 1992. Yasra erläutert:
"Der Vorfall soll nicht vergessen, jede Minute davon soll in Erinnerung gerufen werden". Im Workshop von Björn Bergold, von der Otto-von-Guericke-Universität, wurde Geschichtsschreibung im Internet kritisch hinterfragt. Im Internet sind viele Geschichten zu finden, aber welche Fragen sollte man stellen um herauszufinden, wie wahr diese Geschichten sind? Laura, 16 Jahre alt vom Bördegymnasium in Wanzleben, ist optimistisch: "Ich habe gelernt kritischer zu hinterfragen, von wem die Geschichte stammt und wer davon einen Nutzen haben könnte".

Während der Podiumsdiskussion mit Martin Krems, Historiker und Referatsleiter Demokratiebildung, Politische und Historische Bildung, Gedenkstätten im Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, dem Hip-Hop-Künstler Armin Bethke und Jugendlichen eines Zeitensprüngeprojektes, betonte Herr Krems, wie enorm wichtig die Geschichtsforschung von und mit Jugendlichen ist.

Der Jugend-Geschichts-Tag ist ein Projekt der .lkj) Sachsen-Anhalt in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung Sachsen-Anhalt. Unter Beteiligung der Stiftung Demokratische Jugend mit dem Landesprogramm "Zeitensprünge", dem Landesheimatbund Sachsen-Anhalt, dem Anne-Frank-Zentrum Berlin, der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Das Projekt wird gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt.

Das vollständige Programm der Veranstaltung kann auf der Homepage http://www.orfide.de/jgt.html eingesehen werden.
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