Hallenser, Halloren, Halunken und das Salzfest 2017

Salz stand im Mittelpunkt des Salinefestes
 
Warten auf den Salzhandel
Halle (Saale): Salinemuseum | Der Tag lachte mit Sonne und in Halle war wieder einiges los. Es gab den MDR-Offenen Tag und auch das Salzfest auf dem Markt und in der Saline. Während auf dem Markt sehr viel fürs Auge und Ohr geboten wurde, durch Live Bands, Lasershow und Musik Querbeet, dazu der übliche Kommerz und einem kleinen mittelalterlichen Markt, ging es auf der Saline salzig zu und entsprach damit voll und ganz dem Tagesmotto.

Nach Fahnenschwenken standen am Anfang der traditionelle Salzhandel, argwöhnisch beäugt vom Salzgrafen, den Halloren, einen preußischen Beamten und anderen „hohen Tieren“. Lößnitzer Kohle contra Hallenser Salz sollte getauscht werden. Die beiden Händler gaben alles und noch ein paar Extras wie Bier und Frauen dazu. Der Anstich des Bieres gelang nach drei Schlägen, sehr zum Leidwesen der zahlreichen Fotografen, die sich wohl die ganze Sache etwas spritziger gewünscht hätten. Sei es drum, die anwesenden Honorationen waren zufrieden und der Salzhandel am Ende perfekt. Die Besucher durften sich auch an das angestochene Bier wagen und es gab dazu noch einen Kräuterlikör. So stellt man sich den Beginn eines Festes vor.

Auf dem Hof der Saline konnten die Besucher die Kunst der Wasserrohrholzleitungen bewundern, was sogar die Meister des Faches zum Schwitzen brachte. Mit selbstgebastelten Werkzeugen nach alter Überlieferung wurde die Löcher mühsam in die Stämme gebohrt. Hut ab vor unseren Vorfahren, für die diese Mühe wahrlich nichts Besonderes war. Genug zu Essen und Trinken und zum Staunen gab es allemal, wurde doch gesiedet und auch die Salzkunst vorgestellt und einige Vereine zeigten was sie konnten. Ziemlich laut wurde es, als Erasmus der Salzhändler mit der Hansemagd des Hallischen Hansevereins e.V. auftauchte und mit mächtiger Stimme für ein Theaterspiel warb. Ketlin, die Hansemagd, verteilte denn auch Taschenkalender, wo das Datum für das 10. Hansefest vermerkt war (25.05. -27.05.18). Zugegeben bis dahin ist es noch ein Weilchen, aber so hat man wenigstens eine Erinnerung in der Tasche. Doch Erasmus war noch nicht der Lauteste an diesem Tag. Die königlich-preußische Artillerie gab ein paar Böllerschüsse ab, die die Hansemagd sehr erschreckten und im wahrsten Sinne des Wortes wuchtig unter die Haut gingen.

Um Punkt 15:00 Uhr herrschte die Gruppe Quinta-X-Essentia vor dem rotweißen Hansezelt mit ihrem Theaterstück „Erasmus’s Reisen“. Der Salzhändler aus dem Jahre 1477 hatte es mal wieder mit seinen Wucherpreisen übertrieben und wurde ein Jahr aus der Stadt verbannt. Auf seinen Reisen erlebte er Abenteuer mit Drachen, den liederlichen Frauen, als Stoffhändler und seltsame Dinge bei einem Freund. Es ging frisch-frivol zur Sache und war ein Spaß für die Zuschauer.

Im Hansezelt gab es eine kleine Ausstellung über die Hanse und die Hanseschar verkaufte traditionell ihr Salz, wobei man sich die Säckchen selbst füllen musste. So konnte man den Tag genießen lernte viel über die Stadt und das Salz. Das zeigten auch Diskussionen über die Sagen, dem Wappen und anderen geschichtsträchtigen Dingen, die Besucher mit dem Hanseverein und den Halloren führten. Besonders hartnäckig hält sich in Halle das Gerücht über das Wort hallesch oder hallisch und ein Blick in den Duden zeigt uns, dass beides richtig ist, wobei hallisch die ältere und eigentlich auch richtigere Form ist. Auf der Internetseite des Hallischen Hansevereins kann man dies dann auch nachlesen. Doch genug geschulmeistert. Der Tag klingt aus und zu mindestens auf der Saline war er im wahrsten Sinne des Wortes salzig und das aber im Besten positiven Sinne.

Fotos: Michael Waldow, Sandy Wohlleben
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 24.09.2017 | 08:26   Melden
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