Kloster Helfta – Altes und Neues

Klosterkirche des Zisterzienserinnenklosters St. Marien zu Helfta
 
Viele Wegeanzeiger
Auf unserem Ausflug zum Kloster Helfta zeigte sich, dass nicht nur die Schönheit der Natur, sondern auch interessante Gespräche über Ort und Leute erholsam sein können. Eine neue Erfahrung war die Begegnung mit der Nonne, Sr. Katharina Gutlederer OCist. Sie ist Ordensschwester des Zisterzienserinnenklosters St. Marien zu Helfta. Schwester Katharina half, so manche Wissenslücke zu schließen und Vorurteile abzubauen. Mit ihrer offenen und herzlichen Art kamen wir schnell ins Gespräch. In keiner Minute kamen bei Unsicherheiten Peinlichkeit auf. Mit ihrer freundlichen, ruhigen und geduldigen Art, beantwortete sie unsere Fragen zur Geschichte des Klosters. Offen sprach sie auch über ihre Aufgaben im Kloster sowie Berufung der Zisterzienserinnen und der „Zeitliche Professen“ (Novizen) in unserer Zeit.

Geschichte des Klosters

1229 wurde das Kloster St. Marien durch das Geschlecht von Mansfeld gegründet und 1258 das Kloster in Helfta eingeweiht. Bis Ende des 13. Jahrhundert gestaltete sich das Kloster als ein Zentrum für das humanwissenschaftliche und theologische Studium. Seit der Gründung bis 1290 vertrat die damalige Äbtissin die Überzeugung, dass ohne Wissenschaft die Religion keine Zukunft hat. So erhielten damals schon die jungen Frauen, die zum Noviziat zugelassen wurden, eine gründliche theologische und humanwissenschaftliche Ausbildung. Das waren zum Beispiel die begabten Zisterzienserinnen Mechthild von Magdeburg, Gertrut und Mechthild von Hackeborn und Gertrud von Helfta. Es entstanden Schriften, die noch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts verbreitetet wurden. Inhaltlich wohl auch der Gedanke, dass Gott auf die Menschen zugeht und der Mensch durch Gegenliebe zu Würde und Selbstbewusstsein gelangt.

Untergang des Klosters Helfta

1342 bis 1344 kam es während der Halberstädter Bischofsfehde zu Verwüstungen. Bis zum 14. Jahrhundert wurde das Kloster mehrfach verlegt und die Nonnen mussten vor Plünderungen flüchten. 1542 wurde das Kloster durch den Grafen von Mansfeld „säkularisiert“ (Einziehung von Kirchengütern) und dann verkauft. Das Klostergelände und Gebäude wurden zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt. Das fand mit der Gründung der DDR seinen Höhepunkt mit dem Bestehen des „Volkseigenen Gutes“ bis 1989.

Rettung und Neubeginn des Klosters Helfta

Von den stark verfallenen Gebäuden und der Klosterkirche waren nur noch Reste vorhanden, deren Sprengung 1989 verhindert werden konnte. Der Gedanke, das Kloster Helfta wieder aufzubauen, wurde 1992 durch Vereine, Spenden und dem Bistum Magdeburg in die Tat umgesetzt. Der Wiederaufbau begann 1998. Mit dem Erhalt der Reste wurden die Klosterkirche und der Kreuzgang wieder neu aufgebaut und es entstand ein neues Konventhaus. So konnten 1999 die Zisterzienserinnen in das neue Kloster St. Marien zu Helfta einziehen. 2008 wurde die neu errichtete Gertrudkapelle übergeben.

Gegenwart des Klosters Helfta

Schwester Katharina erzählte uns, dass 12 Zisterzienserinnen hier leben und die 3 Zeitliche Professen durch sie ausgebildet und begleitet werden. Bemerkenswert war für mich, dass sie den Deutschunterricht für Flüchtlinge durchführte. Die Homepage Homepagezeigt, wie Konfessionsgrenzen überschritten werden und menschenfreundliche Religion gelebt wird. Heute ist das Kloster Helfta als geistige Oase zu verstehen und es kann in Seminaren die einzigartige Atmosphäre erlebt werden. Mit einem Beitritt in den „Förderverein Kloster St. Marien zu Helfta e.V." kann Jeder helfen, dass das Kloster Helfta weiterhin Bestand hat.
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marlit rendelmann aus Halle (Saale) | 23.05.2017 | 20:17   Melden
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