Leipziger Buchmesse - Sabine Eberts "1815-Blutfrieden" vorgestellt

Sabine Ebert beim Signieren ihres Buches in der Saline
Halle (Saale): Saline | Am 27.August 2013 weilte die Schriftstellerin Sabine Ebert, bekannt vor allem durch ihre seit 2006 erschienenen Hebammen-Romane in Halle (Saale). Auf einer Buchlesung in der Saline stellte sie dem aufmerksamen Publikum ihr damals neuestes Buch „1813-Kriegsfeuer“ vor. In ihm verband sie auf besondere Weise eine Romanhandlung mit historischen Episoden.
Das Werk, insgesamt 889 Seiten, stellte die Ereignisse um die Völkerschlacht in Leipzig in den Mittelpunkt und wurde im Jubiläumsjahr „200 Jahre Völkerschlacht“ zu einem Publikumserfolg.
Auf ihrer Buchlesung legte Sabine Ebert auch dar, wie akribisch sie ihr Buch vorbereitet hatte: Dazu gehörte das Studieren von zehntausenden Seiten Archivalien, das Vertrautmachen mit Originalschauplätzen und das Einbinden von Persönlichkeiten mit den ihnen eigenen typischen Eigenschaften.
Bereits vor zwei Jahren sprach sie von einem Nachfolgeband, der nun auf der Leipziger Buchmesse 2015 vorgestellt wurde.
Unter dem Titel „1815- Blutfrieden“ spannt die Schriftstellerin auf 1051 Seiten einen Bogen über fast zwei Jahre: vom 19.Oktober 1813 bis 12.August 1815. Dabei sind das Ende der Völkerschlacht und die Verfolgung Napoleons bis Paris, der Wiener Kongress, die unerwartete Rückkehr Napoleons und die Schlacht von Waterloo am 18.Juni 1815 einige der markantesten Eckpunkte, die in ihrem Buch ausführlich beschrieben werden.
Natürlich ist in die geschichtlichen Episoden auch hier wieder die Liebesgeschichte zwischen dem preußischen Leutnant Maximilian Trepte und Henriette Gerlach aus Weißenfels eingebunden.
Das Buch, wieder mit einem vorzüglichen Schutzumschlag (diesmal mit einer Abbildung der Schlacht von Waterloo) bzw. einer aufklappbaren Karte auf der Innenseite, verfügt neben einem Nachwort der Autorin, in dem sie den Leser über ihre Gedanken und Absichten informiert, ebenfalls über ein Verzeichnis der im Buch vorkommenden Personen sowie ein Glossar. Damit wird dem mit der Historie nicht so vertrauten Leser geholfen, den Überblick zu bewahren bzw. sich zu informieren.









Für den in Halle ansässigen Leser des ersten Buches ergibt sich sofort die Frage, ob die Saalestadt auch in diesem Band wieder Erwähnung findet:
Natürlich- der Abend des 18.Oktober 1813, an dem ein Fehlalarm über einen bevorstehenden Einmarsch französischer Truppen in Halle fast zu einer Panik in der Stadt geführt hätte und der Morgen des 19.Oktober 1813,dem umjubelten Einzug des Yorckschen Korps in Halle – werden in die Romanhandlung eingebunden. Auch dass der bei Möckern verwundete Bruder der Königin Luise, Prinz Karl zu Mecklenburg- Strehlitz in Halle einquartiert und behandelt wird, erfährt der Leser.
In die Romanhandlung wieder involviert ist der berühmte hallesche Mediziner Johann Christian Reil. Die Autorin lässt ihn die entsetzlichen Zustände in den Leipziger Lazaretten erleben, in deren Gefolge er am 26.Oktober 1813 einen der Nachwelt erhaltenen erschütternden Brief an den Freiherrn vom und zum Stein schreibt. Am Ende dieses Kapitels erfährt der Leser, dass sich Reil krank fühlt und ahnt, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt.

Sabine Ebert ist es aus meiner Sicht gelungen, einen spannenden Dokumentar-Roman zu schreiben. Der interessierte Leser erhält vielfältige Fakten zu den Kriegsereignissen zwischen 1813 und 1815, aber auch zum Alltagsleben der Menschen in unserer Heimat. Es gelingt der Autorin, viele der persönlichen
Gründe, die die Protagonisten zu ihren Handlungen bewegten, aufzuzeigen.
Somit sind von ihnen getroffenen historischen Entscheidungen für uns heute gut nachvollziehbar.

Ein lesenswertes Buch.


Manfred Drobny
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
1 Kommentar
3.618
Gisela Ewe aus Aschersleben | 15.03.2015 | 19:48   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.