Mit der Ural nach New York, Teil 1: Die Köpfe unter den Helmen

Johannes und Sven - gedanklich längst unterwegs
 
Anne - Bei den Vorbereitungen für die Reise
 
Elisabeth - Wie oft ihr dieses Lächeln wohl vergehen wird?

...das ist nicht etwa der etwas zu lang geratener Buchtitel eines erfundenen Abenteuerromans, sondern die Kurzbeschreibung einer „Expedition“ fünf junger Künstler aus Halle/Saale.


Mein Name ist M. Kruppe. Seit ich denken kann, schreibe ich, weil ich es muss. In den letzten Monaten verfasse ich für mein Blog Artikel über Menschen, Orte und Situationen, von denen ich meine, darüber muss die Welt wissen, Artikel in nicht ganz herkömmlichem Stil. Ganz eigen eben, das bin ich. Und eigen ist auch, was sie in Zukunft hier lesen können.

Am 7. September fällt der Startschuss zu einer ganz besonderen Reise. Von Halle an der Saale aus, nehmen fünf Freunde Anlauf, um über Südeuropa und Russland, über Sibirien und die Beringsee nach Alaska und Kanada zu fahren. Von da aus geht es dann ein Stück die Westküste der Vereinigten Staaten entlang, ins Landesinnere, um das gesetzte Ziel New York zu erreichen.
23 Ländergrenzen werden die Fünf mit ihren Ural-Maschinen überqueren und viele Menschen kennen lernen, denn aus Erfahrung wissen sie: „Wenn du unterwegs bist, auf solchen Motorrädern, erfährst du beinahe überall eine Hilfsbereitschaft, die unvergleichlich ist.“

Vor vier Jahren waren zwei der Fünf schon einmal, ähnlich abenteuerlich, unterwegs. In ihrem Buch „Gedacht-Gemacht“ erzählen sie von ihrer Reise in Richtung Indien. Nicht auf Ural-Motorrädern, dafür auf Simson S50 Mopeds. Und so oft sie auch Pannen bedingt stehen blieben, nirgends blieben sie allein. Nirgends stießen sie auf Ablehnung, im Gegenteil. „Manchmal wurde uns Hilfe regelrecht aufgedrängt“, sagte mir Elisabeth im Gespräch über die Reise.

Wer sind diese Verrückten, die solch eine Unternehmung in Angriff nehmen?
Nun, zunächst muss man sagen: so verrückt sind die fünf Hallenser gar nicht. Sie haben nur den Mut, das zu tun, was bestimmt beinahe jeder von uns tun würde, hinge er nicht so an Sicherheit und Plan, an Struktur und Job.

Auf der Homepage des Projektes steht über die Menschen hinter „leavinghomefunktion“:

Johannes` Motorrad heißt Susanne Schöps. Beide, sowohl das Motorrad als auch Johannes sind flinke Typen. Er ist im Besitz der zuverlässigsten Maschine soweit. Beide sind schnell, wendig und ausdauernd. Johannes kann alles reparieren und freut sich auf gute russische Hausmannskost. Als Bildhauer kann er uns unterwegs Ersatzteile schnitzen und ist somit ein wichtiger Teil unserer Herde.

Anne, von allen Frau Knödler genannt, ist verantwortlich für den qualmenden Räucherofen. Sie wird alles räuchern, was sie in die Finger bekommt. Ihr Motorrad ist unter dem Namen "Rooster" bekannt und kann bereits stolz sein auf eine Zuverlässigkeitstestfahrt von 100 Kilometern. Frau Knödler ist ebenfalls Bildhauerin und übt nebenberuflich ein charmantes Diktatordasein aus. Überdies kann sie mit ihren Augenbrauen Morsezeichen geben.

Sven alias Tzwäm, kann auch, wenn wir mal einen längeren Reparaturstopp einlegen, für atemberaubende Kulissen sorgen. Als Theaterplastiker hat er die Aufgabe, die raue Wildnis direkt hinter unser Motorrad zu zaubern. Durch sein Talent, Tierstimmen eins zu eins wiedergeben zu können, wird er zu unserem persönlichen Rüdiger Nehberg und ist somit verantwortlich für Feuer und unsere Filmflugente "Blockbuster".

Lisa ist unsere Filmschnitte. Mit Föhn und Filmkamera bewaffnet, miezelt sie die verrücktesten Dinger zusammen. Auf jedes Detail bedacht, ordnet sie unsere Unordnung. Ihren Antrieb bekommt sie durch den übermäßigen Genuss von kakaohaltigen Frischgetränken und Knabbergebäck. Ihr Motorrad ist Kaugummiliebhaber und trägt bevorzugt die Farbe Blau.

Elisabeth fährt einen Untypen. Sie ist der lebende Beweis, dass das Größenverhältnis von Fahrer und Maschine eine zu vernachlässigende Rolle spielt. Ob zu dritt auf dem "Irbit-Untyp", zu zehnt in ihrem Bus oder beim Führen des Segelboots - "das Bettern" wird hinter jedem Steuer zum Hulk. Ihre bevorzugte Kombination: Ural via Pony-Hengst - mit drei Reifen und vier Hufen auf dem Landweg nach New York. Diesen Größenwahn lebt sie ebenso dezent in ihrem Dasein als Bildhauerin aus.

Außerdem ist zu erfahren, warum sie sich auf den Weg ins Ungewisse, in Kälte und Gefahr, aber auch Freude, Freiheit und Arbeit zu begeben:

„Was wir wollen ist, unseren Alltag zu verschieben, das gewohnte Umfeld verlassen, um unser Leben für einen begrenzten Zeitraum in ungewisses, fremdes Territorium zu verlagern. Was wir planen, ist kein Ausstieg aus unserem Arbeitsleben sondern, die Verschiebung unserer künstlerischen Arbeit vom Atelier in eine Art „mobiles Studio“. Wir möchten es wagen, auf uns gestellt einen Weg zu gehen, über die Grenzen des uns Bekannten hinaus. Die Herausforderung besteht nicht nur im Kontakt mit anderen Kulturen oder einer waghalsigen, endlosen Schotterpiste, sondern auch in der Auseinandersetzung mit uns und dem, was wir wollen und können.“

Am kommenden Sonntag, dem 7.September 2014 geht es also los. Dann werden die Kickstarter durchgetreten und das Kommando „Aufsitzen“ schallt. Die erste Etappe heißt Thüringen.


Der sechste Mann

Als ich von der Idee hörte, war ich Feuer und Flamme. Sofort machte ich mich daran, einen Artikel für mein Blog zu schreiben, wie ich es immer tue, wenn ich von Menschen, von Orten oder Situationen begeistert bin.
Als ich damit fertig war, griff ich zum Telefon, um Johannes anzurufen, den ich bereits seit vielen Jahren kenne. Ich und bat darum, den Artikel veröffentlichen zu dürfen. Doch das reichte mir nicht. Schon im Schreiben fiel mir auf, dass diese Geschichte nicht auf drei Seiten erzählt ist. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Fragen hatte ich.
Und so machte ich mich auf den Weg nach Halle, um all diese Fragen zu stellen, dabei mitzuschreiben, denn ich wollte mehr. Und die fünf Künstler auch. Inzwischen hatten sie gelesen, was ich auf dem Blog veröffentlichte.
Ich wollte aber auch helfen, wollte mehr machen, wollte Teil dessen sein, doch Mitfahren kommt für mich aus vielen Gründen nicht in Frage.
Das Quintett hingegen hat natürlich auch den Anspruch, regelmäßig von unterwegs zu berichten, jedoch nur wenig Zeit dafür. Sind sie erst einmal unterwegs, sind Fahren und das Beheben kleiner und großer Pannen wohl ihre Hauptbeschäftigung. Hinzu kommt ihre künstlerische Arbeit. Das Verfassen von Berichten wäre dabei fast schon ein hinderlicher, weil zeitraubender Faktor. So entstand die Idee einer dauerhaften Korrespondenz, um dann von hier aus, vom heimischen Schreibtisch quasi, das Erzählte der Erlebnisse weiterhin aufzuschreiben und Sie somit alle teilhaben zu lassen an dem, was die Fünf in den kommenden Jahren erleben werden.

Und Sie werden mehr erfahren. Überhaupt werden Sie hier regelmäßig lesen können, wo die Künstler gerade sind, was sie gerade machen, wie viele Pannen in wie vielen Stunden Arbeit behoben wurden, welche ungewöhnlichen Erlebnisse ihnen widerfahren, und welch außergewöhnliche Menschen die Fünf getroffen haben.
Sie erfahren mehr über die Protagonisten selbst, über die Motorräder und warum überhaupt Ural-Maschinen. Sie werden von der künstlerischen Arbeit lesen, die ein Teil des Gesamtprojektes sein wird.
Zwei Mal habe ich die Künstler in den vergangenen Monaten über mehrere Tage besucht, habe mit ihnen gelebt, gearbeitet und sie interviewt. Auch davon wird in Bälde hier zu lesen sein.

Außerdem werde ich in den nächsten zwei Jahren in regelmäßigem Kontakt mit dem Quintett stehen und werde Sie, liebe/r Leser/in, auf dem Laufenden halten.

Und SIE können Teil dieses außergewöhnlichen Projektes werden.
Indem sie das Crowdfounding-Projekt der fünf Künstler unterstützen, erhalten Sie nicht nur wunderbare Geschenke, sondern leisten Ihren Beitrag, denn eins ist klar: auch ein Ural-Motorrad fährt nicht ohne Sprit.
Dazu klicken Sie einfach auf diesen Link: https://www.indiegogo.com/projects/leavinghomefunk...


Die Website des Projektes finden Sie hier

Das Buch „Gedacht-Gemacht“ ist hier erhätlich:
Das Buch "Gedacht-Gemacht" hier:

Sollten Sie mehr erfahren wollen, finden Sie ausführliche Artikel über die Abenteurer und ihre Erlebnisse auch auf meinem Blog unter:


Lesen Sie mit:


30 000 Kilometer werden die fünf Reisefreunde auf ihrem Weg zum Ziel durch Europa, Asien, Alaska und Kanada zurücklegen. Wenn alles gut geht, parken die Uralmotorräder im August 2016 in New York.
Teil 9: Schießwütige Georgier, Hangranaten und Hünen mit Äxten
Teil 8: Angekommen im Land des Winterlagers
Teil 7: Frieren ist relativ
Teil 6: Durchgeknallte Lkw-Fahrer und eine Nacht im Maisfeld
Teil 5: Eine schmerzhafte Wurzelbehandlung und Ankunft in Serbien.
Teil 4: Station im Paradies und Ärger mit dem Motor
Teil 3: Probleme mit den Maschinen und eine Irrfahrt durch Passau
Teil 2: Die erste Etappe
Teil 1: Die fünf Köpfe unter den Helmen
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5 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 12.09.2014 | 14:13   Melden
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M. Kruppe aus Halle (Saale) | 12.09.2014 | 14:45   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 12.09.2014 | 15:39   Melden
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 17.09.2014 | 17:54   Melden
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M. Kruppe aus Halle (Saale) | 18.09.2014 | 09:24   Melden
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