Museumsnacht Halle 2015: Stadtmuseum Teil I - Stadtgeschichte im Dunkeln

Zur Ankunft in Halle die Francke-Geste - soviel Lokalpatriotismus muss sein.
Halle (Saale): Stadtmuseum |

Das Allerbeste an der Museumsnacht ist: man kann nicht nur die öffentlichen Ausstellungen der Museen betrachten, sondern auch ein wenig hinter die Kulissen schauen. Interaktive Besuche sozusagen, wo Museum zum Anfassen inspiriert.

Zur diesjährigen Museumsnacht in Halle begleitete mich meine Enkeltochter Karina, die zu diesem Zweck extra angereist war. Unsere ersten Schritte lenkten uns ins Stadtmuseum, wo zahlreiche Aktionen angeboten wurden.

Wir begannen mit "Stadtgeschichte im Dunkeln", einer Führung für Sehende mit verbundenen Augen. Diese führte durch die Daueraustellung zur Stadtgeschichte entlang des Rundgangs für Blinde und Sehbehinderte.
Gern überliess ich diesen Part meiner Enkelin, die sich nach einer kurzen Einweisung auf eine ungewöhnliche Besichtigungstour begab.
Mit einem Blindenstock ging es los, geführt nur durch die Orientierungslinie auf dem Fußboden (Blindenleitstreifen). So schritten wir von Station zu Station. Mit helfender Hand von den fachkundigen Mitarbeiterinnen des Museums geduldig geführt. Karina erspürte, ertastete mit ungewohnten und ungeschärften Sinnen die einzelnen Objekte....eine Nachbildung der Burg Giebichenstein, ein Schmuckstück genannt Wendelring, Designobjekte der 30er Jahre und einen alten runden Kachelofen....insbesondere Letzteres war für die Dreizehnjährige eine besondere Herausforderung!
Nach Abschluss der Führung besichtigten wir die Ausstellung noch einmal mit sehenden Augen und Karina konnte die Objekte auf gewohnte Art wahrnehmen.

Ihr Fazit: Es war für sie erschreckend zu erleben, wie schwierig es ist, auf einen der fünf Sinne verzichten zu müssen.
Probieren Sie es aus!
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2 Kommentare
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 06.05.2015 | 11:51   Melden
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Gabriele Degen aus Halle (Saale) | 09.05.2015 | 11:10   Melden
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