Wie ich zu einem künstlerisch anregenden Genuss kam

Karl Völker "Jesus Einzug in Jerusalem"- die Dynamik in dem Bild hat mich von den Völker-Bildern am meisten angesprochen.
Manchmal geht das Schicksal Wege, die einem unverhofft zu anregenden Erlebnissen führt.

So war das gestern bei mir. Eigentlich stand ein Besuch im Vorgeschichtlichen Museum mit einer Freundin auf dem Plan. Sie sagte aber aus gesundheitlichen Gründen ab. Bei der Suche nach etwas ähnlich gearteten, landete ich im Internet auf der Seite der Moritzburg und der Beschreibung dreier Ausstellungen, die sich interessant anhörten. Die Karl Völker- Ausstellung sollte zudem etwas Einzigartiges darstellen und auf die „Reize“ von Dagmar Varady war ich schon im letzten Jahr aufmerksam geworden, hatte aber keine Zeit sie mir anzusehen. Brücke-Malerei kannte ich schon aus meinem Münchenbesuch vom letzten Jahr und fand dort schon viel Inspiration. Damit war beschlossen, dass ich mir Bilder ansehen werde.

Für mich ist das Bildbetrachten ein Prozess der Entdeckung von vielfältigen Dingen. Was spricht mich an oder auch nicht? Bin ich offen für die Farben, Formen und Dynamik der Bilder? Welchen Eindruck finde ich und welche Gefühle entstehen beim Betrachten daraus? Ich brauche dazu Zeit und Ruhe. Plötzlich sehe ich Dinge, die mich beruhigen oder erregen, ich fange an zu fragen, warum ist der Mensch blau? Beim Nachdenken darüber, gibt es viele mögliche Antworten. Es mag sein, das eine davon, die Aussage des Künstlers ist. Am liebsten möchte ich unabhängig von äußeren Interpretationen zu meiner eigenen Meinung kommen. Das ist wie eine Schatzsuche, spannend und es schult die Wahrnehmung, auch für den Alltag. Ich gebe zu, einige Bilder erschließen sich mir nicht. Aber bei den Völker- Bildern gab es genügend Erklärungen, die sowohl den Inhalt als auch über die Geschichte der Bilder, deren Herstellung und Restauration erzählten. Dass es diese Bilder noch gibt, ist schon eine spannende Sache für sich und lesenswert.

Der experimentelle Film „Reizen“ von Dagmar Varady ist sehr speziell und auch hier ist viel Offenheit und Unvoreingenommenheit Voraussetzung um zwischen den Bildern und vorgetragenen Texten etwas zu fühlen und zu verstehen.

Als ich fast alle Räume durchstreift hatte, sah ich plötzlich ein besonders Licht im Flur oder verhangene Fenster, die wie Bilder wirkten. Ich entdeckte in einfachen Formen des Gebäudes besondere Details. Besonders Lichteinfälle und Spieglungen haben es mir schon immer in der Fotografie angetan. So entstanden angeregt durch die Bildbetrachtungen am Ende noch einige Fotos, die nichts mit der Ausstellung, aber mit meinen Wahrnehmungen, zu tun hatten.

Und nun viel Spaß beim Entdecken und wer sich hierdurch inspirieren ließ, dem ist zu sagen, die Völker –Ausstellung und der Film von D. Varady sind noch bis einschließlich zum 6.1.14 zu sehen und die Brücke- Malerei bis zum 18.5.14.

Link: http://stiftung-moritzburg.de/sonderausstellungen/
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2 Kommentare
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 04.01.2014 | 17:10   Melden
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 12.01.2014 | 17:31   Melden
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