ⒽⓂ Die Hallesche "Hallorenkirche" ☼ ⛪

Die wunderschöne Moritzkirche in Halle

 

Der Eingang für die Halloren an der Nordseite der Kirche. Übrigens symbolisiert die blaue Farbe der Hallorentracht die Treue zur Bruderschaft!

Eine am Göbelbrunnen auf dem Hallmarkt verewigte Kirche, die von ihrem Schutzpatron in der Hand gehalten wird, ist die spätgotische Moritzkirche, eine der bedeutendsten Sakralbauten und ältesten Pfarrkirchen in der halleschen Altstadt.

Sie wurde als Stiftskirche der Augustiner-Chorherren für das Moritzkloster und als Pfarrkirche der halleschen Pfännerschaft erbaut. Im Jahr 1388 wurde der Grundstein gelegt und am 22.09.1411, dem Fest des Heiligen Mauritius, erfolgte ihre erste Weihe. Doch heute ist die in Jahre gekommene, spätgotische Bausubstanz, sanierungsbedürftig. Die Balken auf der Mauerkrone sind durch Hausschwamm und Insektenbefall hochgradig geschädigt! Risse, offene Fugen und lose Bauteile prägen ihre Fassade.

Stammkirche der Halloren

Im Jahr 1541 war die Moritzkirche die Stammkirche der Halloren und blieb bis 1970 evangelisch. Danach wurde sie wieder von der katholischen Kirche genutzt. Traditionsgemäß gedenken die Halloren am „Halloren- Relief " den im vergangenen Jahr verstorbenen Angehörigen und Freunden der Brüderschaft. Die Halloren sind Mitglied der 2014 gegründeten „Bürgergesellschaft St. Mauritius zu Halle(Saale) e.V.“, die sich die Sanierung der Moritzkirche auf die Fahne geschrieben hat.

Netze gegen Steinschlag

Um diesen einmaligen Kirchenbau zu erhalten, ist man auf Spenden angewiesen. Denn die Kosten für eine Gesamtsanierung werden auf 2,2 Millionen Euro geschätzt. Im sächsischen Raum war die Moritzkirche Vorbild für viele nachfolgende Kirchenbauten in Mitteldeutschland. Conrad von Einbeck war der erste Bauleiter der Kirche. Neben ihm wirkten weitere bedeutende Architekten an dem Bau mit, so wie Hans Brochstete und Nickel Hoffmann. Letzterer baute unter anderem ab 1557 die Anlage des Stadtgottesackers in Halle/Saale und um 1580 das Wagegebäude am Markt. Einbeck schuf zahlreiche Steinskulpturen, die bekannteste ist wohl der Schellenmoritz. Er soll den Heiligen Mauritius darstellen, doch die Legende machte aus ihm den Ritter Moritz, welcher ein jähzorniger Mann gewesen sein soll.

Die Sage vom Schellenmoritz

Eines Tages warf dieser Ritter im Streit seinen Hauskaplan aus dem Fenster, welcher in Folge dessen zu Tode kam. Als Sühne wurde ihm nun auferlegt, eine Kirche zu erbauen. Er trieb die Arbeiter erbarmungslos an und wer sich wagte auszuruhen, wurde sofort von ihm erschlagen. Schließlich plagte ihn sein schlechtes Gewissen und damit er keine Morde mehr begehen konnte, ließ er sich Glöckchen an seine Kleidung nähen. Diese warnten nun die Arbeiter vor seinem Kommen und trieben sie zu Fleiß an.

Eine wahre Königin

Diese Bezeichnung hat eine Historie, auf die man gut 1.000 Jahre zurückblicken kann. Das Instrument selbst, dem ursprünglichen Wesen nach eine Pfeifenorgel, wurde früher mechanisch durch Hilfspersonal als Bälgetreter betrieben. Sie erzeugten die Luft. die durch Tastendruck über sich öffnende Ventile in die entsprechenden Pfeifen geblasen werden konnte. Das war bombastisch, ganz besonders in den größeren Kirchen, die Orgeln mit Tausenden von Pfeifen und mehreren Manualen sowie Vollpedal besaßen. Die Orgelinstrumente erzeugten ganz schön „Wind“, im wahrsten Sinne des Wortes, wenn nahezu alle Register gezogen worden und es deshalb sehr laut wurde!

Fördervereins Sauer-Orgel Moritzkirche Halle (Saale) e.V.

Im Kirchenbau befindet sich eine von Wilhelm Sauer erbaute Orgel. Sie ist ein bedeutendes Denkmal spätromantischen Orgelbaus und stammt aus dem Jahr 1925. Da sie damals über die Stadtgrenzen hinaus an Bekanntheit erlangte, war es möglich, zahlreiche bedeutende Organisten nach Halle zu verpflichten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Instrument leider vernachlässigt, so dass sie zwanzig Jahre später unspielbar war.
Mit der Gründung des Fördervereins "Sauer-Orgel Moritzkirche Halle (Saale) e.V." im Jahr 2005, wurden zusammen mit der Pfarrgemeinde St. Mauritius und St. Elisabeth zahlreiche Anstrengungen unternommen, die finanziellen Mittel für eine vollständige Restaurierung der Orgel aufzubringen und in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Bedeutung dieses außergewöhnlichen Instruments wachzuhalten. Restauriert von der Orgelbaufirma Reinhard Hüfken (Halberstadt)konnte sie zum 600-jährigen Bestehen der Moritzkirche im September 2011, als Instrument mit 4800 Pfeifen, zum ersten Mal wieder vollständig erklingen. Bischof Dr. Gerhard Feigl weihte die restaurierte Orgel am 18. September 2011 wieder ein.

Die nächste Veranstaltung in der Moritzkirche

Die Bürgergesellschaft St. Mauritius zu Halle (Saale) e.V. und der Förderverein "SAUER-Orgel Moritzkirche Halle (Saale) e.V. " laden am ersten Tag des neuen Jahres 2017 zu einem Benefiz-Neujahrskonzert mit anschließendem Neujahrsempfang ein. Der Eintritt ist frei, doch bitten beide Vereine um eine Spende, die zu gleichen Teilen der Moritzkirche und der SAUER-Orgel zugute kommen wird. Achja, anmerken möchte ich noch, die Kirche ist geheizt!


Quelle: siehe eingefügte Links.
Schlau(gemeiert) gelesen, angehört und angesehen von Monika Habermann im Dezember 2016
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8 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 30.12.2016 | 20:56   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 30.12.2016 | 21:22   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 30.12.2016 | 21:40   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 30.12.2016 | 21:46   Melden
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Gisela Ewe aus Aschersleben | 30.12.2016 | 22:01   Melden
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 30.12.2016 | 23:54   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 31.12.2016 | 08:49   Melden
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