✏︎ Ein angeblich bahnbrechender, ästhetischer, aber sehr umstrittener Nachlass! ✏︎

Älteres Bildmaterial vom Mausoleum in Osendorf aus meinem „Fotoarchiv“
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilte mit, dass sie Dank einer großzügigen Schenkung den kompletten Nachlass der umstrittenen Künstlerin Leni Riefenstahl erhielt.

" Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat mit dem Nachlass von Leni Riefenstahl nicht nur ein bahnbrechendes ästhetisches Werk übernommen, sondern auch eine besondere Verantwortung für die kritische Auseinandersetzung mit dieser streitbaren Person der Zeitgeschichte. Gerade auch die Rolle von Leni Riefenstahl im Nationalsozialismus wird bei der Aufarbeitung des Nachlasses von zentraler Bedeutung sein.“

Ein wirklicher „Triumph des Willens“ , den Leni Riefenstahl noch nach ihrem Tod durchsetzen konnte! Für mich einfach unfassbar, denn NS Lager waren für Sie ein billiger Selbstbedienungsladen und nun wird dieser Frau ein „Denkmal“ gesetzt!

Während man sich zu dem ästhetischen Nachlass Riefenstahls in Berlin beglückwünscht, verfällt in Halle/Osendorf ein kleines, durch einen Sinti erbautes und unter Denkmalschutz stehendes Gebäude der Stadt, dass einzigartig in Mitteldeutschland ist! 

Während man dabei ist, in Berlin Drittmittel für die Erfassung und Erschließung des Nachlasses einzuwerben, um ein interdisziplinäres Forschung- und Archivteam zusammenzustellen zu können, verfällt in Osendorf ein kleines Stück Geschichte.

Während im Bereich Film eine Kooperation mit der Stiftung deutsche Kinemathek angestrebt wird, kamen fast alle Angehöriger des Sinto Josef Weinlich, genannt Nauni, im KZ ums Leben! 

 Karl Weinlich, ein Verwandter von Nauni, stand selbst ein 31 Drehtagen für den Film „Tiefland“ vor der Kamera. Er starb am 2. Februar 1943 im Alter von 69 Jahren und so blieb ihm die Deportation nach Ausschwitz erspart.
– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/16606166© 2017

➢ Rudolf Wesel, damals 55 Jahre alt, hatte 25 Drehtage in Babelsberg. Er starb am 25. April 1946. Seine Urne ist im Mausoleum der Lalleri-Familie Weinlich auf dem ehemaligen Friedhof in Osendorf beigesetzt
– Quelle: https://mobil.berliner-zeitung.de/16606166 ©2018


➢ Während Frau Riefenstahl angeblich nichts von der Existenz der Vernichtungslager wusste, auch nichts über die Herkunft ihrer Komparsen und welchem Schicksal sie ausgeliefert waren, hatte die "Leni Riefenstahl Film GmbH " jedoch eine Liste erstellt, in der die Namen von Sinti und Roma aus dem Lager Berlin Marzahn, die an ihrer Filmproduktion „Tiefland“ beteiligt waren, aufgelistet waren.
Nachzulesen in einem Artikel von Reimar Gilsenbach und Otto Rosenberg; Berliner Zeitung vom 17.2.2001!

Schon vor Jahren stellte der Verein Rom e.V. einen Strafantrag gegen Riefenstahl wegen "Holocaust-Leugnung" bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt.
( Spiegel online / Kultur 16.08.2002 )


Wird in diesem Falle Filmgeschichte über die Geschichte eines unfassbaren Völkermordes gestellt, nämlich dem des Holocaust?

Quellen im Text hinterlegt
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2 Kommentare
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 20.02.2018 | 14:11   Melden
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