~ Faszinierende Meeresfrüchte ~

  Springbrunnen faszinieren uns immer wieder. Mit ihren Wasserfontänen, ihrem Gurgeln, dem Rauschen und sich im Licht spiegelndem kühlen Nass, ziehen sie uns jedes mal aufs Neue in ihren Bann. Einfache und rational nüchtern angelegte, oder märchenhaft verspielte Installationen, speien uns das silbrig glänzende Wasser vor die Füße, oder lassen es in die Höhe schießen, spielen es anderen Skulpturen zu oder einfach nur zurück in ein Auffangbecken.

Der Bildhauer Michael Weihe (1961-2012) schuf einen fantastischen Spielbrunnen, der ganz besonders den Kindern in den Sommermonaten großen Spaß bereitet. Dieser Brunnen befindet sich in Nähe der Querfurter Straße, im Stadtteil Silberhöhe. Aus verschiedenen Natursteinen fantasievoll gehauene Fabelwesen, die Früchte des Meeres darstellen, umsäumen den begehbaren Brunnen und geben ihm seinen Namen.

In Halle geboren und in Brehna aufgewachsen wurde das Leben von Michael Weihe geprägt vom Schaffen seines Vaters, der ebenfalls Bildhauer war. An der Burg Giebichenstein studierte er die Bildhauerei und als ein sehr kreativer Mensch gehörte er zu den Schülern von Bernd Göbel. Nach dem Studium arbeitete Michael Weihe freischaffend in der Werkstatt des Vaters. Seine künstlerische Sprache setzte er ungeheuer produktiv um, auch als begnadeter Puppenspieler. Doch die meisten seiner Ideen verwirklichte er in Stein. Seine Skulpturen tragen eine vollkommene Leichtigkeit in sich, die man auch erspüren kann, wenn man sich die Muscheln, Schnecken und Ammonite des "Meeresfrüchtebrunnen" betrachtet.

Der Brunnen lädt ganz einfach zum Planschen ein und Kinder haben die Möglichkeit, die Wasserstrahlen in alle Richtungen lenken zu können, ohne dass dafür viel Geschick notwendig ist. Entlang der Brunnenanlage wurde eine große Rasenfläche mit schattenspendendem Baumbestand angelegt und Bänke laden zum Verweilen ein.

Der Künstler hinterließ eine Vielzahl von Plastiken, Denkmäler und Brunnen im öffentlichen Raum. Er lebte abseits eines hektischen und wertorientierten Lebens in seiner eigenen und unverwechselbaren Welt, die es ihm ermöglichte, seine künstlerischen Träume umsetzen zu können.
Als einer der wichtigsten Bildhauer unseres Landes sorgte er mit seinem Werk "Segnender Engel" auch für eine Verbindung zwischen Brehna und Wittenberg. Denn während Kataharina von Bora zeitweise in einem Nonnenkloster in Brehna gelebt hatte, suchte sich ihr späterer Gemahl die Schlosskirche von Wittenberg für seinen Thesenanschlag aus und durch ein Zeugnis von Michael Weihes künstlerischem Schaffen, wurde somit der Kreis geschlossen...

Quelle:Paul Weihe und André Gessner/ REFUGIUM BREHNA/Lebensraum und Lebenstraum des Bildhauers Michael Weihe/ Herausgeber: Paul Weihe/ ISBN: 978-3-939468-93-6

Da die Festplatte meines Laptops das Zeitliche gesegnet hat, muss ich zurzeit mit meinen übrigen "peripheren Gerätschaften" arbeiten. Als ich diese Fotos aufnahm, war leider das Wasser im Brunnen abgestellt. Doch meine ersten Aufnahmen, die sich noch auf der Speicherkarte meiner Kamera befinden, zeigen ihn lebendig und sprudelnd. Ich werde sie nachreichen, sobald es mir möglich ist :-)
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2 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 28.05.2017 | 14:33   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 28.05.2017 | 14:40   Melden
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