Auf dem Nordfriedhof entdeckt

Der abgestellte Denkstein für die Gefallenen von 1866 auf dem Nordfriedhof in Halle
Halle (Saale): Nordfriedhof | Auf dem Nordfriedhof von Halle befindet sich –meines Wissens nach- das einzige Kriegerdenkmal der Saalestadt, das ausschließlich den Gefallenen des Deutschen Krieges 1866 (früher auch als Preußisch-Österreichischer Krieg bezeichnet) gewidmet ist. Daneben existiert eine Inschrift für die 99 gefallenen Soldaten des Königlich-Preußisch Magdeburgischen Füsilier-Regiments Nr.36 im Dom zu Halle. Weitere Denkmale in Halle, die an anderer Stelle genauer erklärt werden sollen, sind den Toten der Kriege von 1866 und 1870/71 gewidmet.
Der Gedenkstein auf dem 1851 eingeweihten Nordfriedhof befand sich in der vergangenen Woche –mit Spanngurten gesichert- noch auf einer Ablage neben seinem bisherigen Standort. Wie Hartmut Bade, Leiter des Nordfriedhofs erklärte, war dessen Standsicherheit am Hauptweg nicht mehr gewährleistet, sodass ein neuer betonierter Sockel geschaffen werden musste. Die Mittel dazu kamen aus dem Stadtbudget zur Erhaltung alter Grabmale. Während die Inschrift noch gut lesbar ist, sind die Angaben zu den Toten durch zahlreiche Schäden am Stein nur noch lückenhaft erkennbar.
Die Hauptinschrift lautet:
„Zur Ehrung des Andenkens der Opfer des deutschen Krieges von 1866, die zu Halle a.S. im Garnison-Lazareth und der Universitätsklinik ihren Geist aufgaben und auf dem Nordfriedhof ihre letzte Ruhestätte fanden, errichtet vom Verein ehemaliger Kameraden des Infanterie Regiments Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2tes Magdeburgisches) No. 27 zu Halle a. Saale im Jahre 1912 mit Hülfe dankbarer Bürger und Frauen der Stadt Halle a.S.“
Darüber befinden sich Überreste eines abgeschlagenen Schmuckelementes sowie die Worte:
„DEINE TOTEN WERDEN LEBEN !“
Auf den anderen Seiten des Denkmals befinden sich 35 Namen mit dem dazu gehörigen Regiment und Heimatort. Diese Soldaten waren in Halle in das Garnisonslazarett bzw. die Universitätsklinik eingeliefert worden und dort ihren Verletzungen erlegen. Schließlich wurden sie auf dem Nordfriedhof beerdigt.
Das Infanterie-Regiment Prinz Louis Ferdinand von Preußen (2.Magdeburgisches) Nr.27 nahm im Deutschen Krieg u.a. an den Schlachten von Münchengrätz (28.6.1866) Königgrätz (3.7.1866) und Blumenau (22.7.1866) teil.
In den nächsten Tagen wird das Denkmal wieder auf seinen Sockel gesetzt und die Umgebung mit Blumen verschönert. Vielleicht findet sich die Möglichkeit, auch die Schriftzüge des Denkmals zu erneuern, stellt es doch ein Stück Stadtgeschichte dar.
Im Juni wird Gelegenheit sein, auf den 150.Jahrestag des Bruderkrieges einzugehen.


Manfred Drobny
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 01.04.2016 | 19:46   Melden
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