Ausgebrannte Garagen und Pyramiden im Mansfelder Land - die Woche der Bürgerreporter

In Bitterfeld musste die Feuerwehr gleich mehrere brennende Garagen löschen.
 
Einer japanischen Teezeremonie hat Gabriele Degen beigewohnt.
 
"Pyramiden" wie diese gehören für Jacqueline Koch zu den schönsten Plätzen im Kreis Mansfeld-Südharz.
 
Überflutung der Promenade: Nach dem Starkregen am Samstag stand Weißenfels unter Wasser. Foto: Stefan Jung

Fünf Mal noch werden die Tage länger, bevor am Sonntag die Sommersonnenwende im Kalender steht. Doch bevor wir nach vorn schauen, fassen wir an dieser Stelle erst noch zusammen, was die Bürgerreporter in der vergangenen Woche beschäftigt hat. Festumzüge hat es gegeben und auch schwere Unfälle. Insgesamt haben die MZ-Bürgerreporter in der vergangenen Woche 211 Beiträge verfasst.



Dass es ein Beitrag über Kafka einmal auf die Top 1 der meistgelesenen Beiträge schafft, würde sich so mancher Kulturredakteur nicht träumen lassen. In der vergangenen Woche hat Bürgerreporter Knut Kahnt genau das geschafft. Mehr als 300 Mal wurde seine Liebeserklärung an das Zeitzer Theater aufgerufen. Kahnt hatte sich das Stück "Der Prozess" im Neuen Zeitzer Theater angesehen. "Eine Perle in Zeitz entdeckt", titelte Kahnt schließlich und meint: "Ich kann hier nur für mich sprechen: Mit 18 habe ich Kafka gehasst, mit 30 war er mir egal, mit 50 habe ich mich neu interessiert, seit dem Theaterbesuch liebe ich ihn und das Ensemble des Neue Theaters Zeitz." Häufiger als dieser Text wurde kein Beitrag in der vergangenen Woche gelesen.

In dem Beitrag von Gabriele Degen dreht sich alles um eine Teezeremonie. Die Hallenserin hat im Kunstmuseum Moritzburg an einer Teeritual-Vorführung der Japaner teilgenommen. "Zunächst wurden alle notwendigen Utensilien bereitgelegt und mit einem farbigen Seidentuch gereinigt: das Löffelchen, der Teebesen, die Schöpfkelle - alle aus Bambus. Aus einer wunderschönen Lackdose wurde der pulverisierte Grüntee entnommen, mit etwas heißem Wasser in eine Schale gegeben und aufgeschlagen", schildert Degen ihre Beobachtungen. Was noch alles passierte, bis man den Tee trinken durfte, verrät sie in dem Beitrag "Japanische Teezeremonie oder der Weg des Tees". Auch dieser Beitrag gehört zu den meistgelesenen.

Warum man zum Pyramidenanschauen nicht unbedingt an den Nil muss, hat Jacqueline Koch verraten. Sie widmet den Spitzhalden und Schächten im Mansfelder Land einen Beitrag. Anlass war der Aufruf der MZ, 99 schönste Plätze und Ereignisse im Kreis Mansfeld Südharz vorzustellen. Sie sollen in einer Broschüre erscheinen. Für die Eisleberin gehören die landschaftsprägenden Halden, die Pyramiden vom Mansfelder Land, dazu. So schreibt Koch: "Oft schon sah ich erstaunte Blicke meiner Mitfahrenden. Dann kam die immer wiederkehrende Frage, was das wohl für Berge seien. Schmunzelnd erklärte ich spaßig, es seien Pyramiden, welche sich einfach verirrt haben. Nicht nur auf Durchreisende, nein, auch auf Einheimische wirken diese Abraumhalden anziehend." Der Beitrag schafft es auf die Top 3.

Mehr Berichte zu den schönsten Plätze im Kreis Mansfeld-Südharz gibt es hier auf der Themenseite.

Knapp dahinter folgt die Bilderserie von Peter Pannicke. Mehr als 100 Bilder zeigt der Wittenberger vom großen Ereignis des Jahres: vom historischen Festumzug zu Luthers Hochzeit. "Schon lange vor Beginn suchten Tausende Schaulustige einen geeigneten Platz am Straßenrand um so viel wie möglich vom Festzug zu sehen. Durch ein Regenschauer und Gewitter ließen sie sich nur kurz von ihren Plätzen vertreiben", schreibt Pannicke, der nicht nur mit dieser Bildergalerie aufwartet. Wer mehr von dem Wittenberger Spektakel sehen will, besucht die Seite von Peter Pannicke.


Unfall und Garagenbrand


Zwei Menschen sind am frühen Mittwochmorgen bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 9 ums Leben gekommen. Tom Musche berichtet von der Arbeit der Einsatzkräfte. "Ein Opel fuhr auf einen vor ihm fahrenden Lastwagen auf. Die drei Insassen des PKW wurden dabei verletzt. Der Fahrer leicht, Beifahrer und ein Insasse auf der Rückbank starben kurze Zeit später an der Unfallstelle. Der Lastwagenfahrer wurde leicht verletzt. Feuerwehren aus Brehna und Renneritz/Glebitzsch wurden zu Unfallstelle alarmiert und mussten die Personen aus dem Wrack befreien, gleichzeitig übernahmen sie die Sicherstellung des Brandschutzes, sowie die Absicherung der Unfallstelle", schreibt Musche.


Mehrere Autos sind in der Nacht zum Sonntag durch ein großes Feuer zerstört worden. Patrick Quilitzsch berichtet von dem Garagenbrand in Bitterfeld. "Schon bei der Einfahrt in die Straße war der Brandort sichtbar, große lodernde Flammen zeigten den Weg", schreibt Quilitzsch. Vor den Garagen brannten wagen, innen drin und später brach auch das Dach einer Garage zusammen. "Gegen 6:00 Uhr konnten die Ortsfeuerwehren den Einsatz beenden, zu Ihren Standorten zurückkehren und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit machen", schreibt Quilitzsch.

Eine Überschwemmung hat es am Samstag in Zeitz gegeben. Hier wurde die Promenade überflutet, nachdem ein Unwetter über die Stadt hinwegzog. Stefan Jung zeigt das Ausmaß im Bild.

Ebenfalls für Aufregung sorgt seit Woche ein Fuchs in Weißenfels. Rund 170 Tiere hat das Tier schon getötet, wie Katja Züger berichtet. Das Schlimme: Es sind Zuchttiere der Anwohner. Was wie eine Erzählung von früher klingt, ist in Weißenfels bittere Realität. "Vier tote Tiere fand mein Vater fassungslos im Hühnergarten. 13 Tiere hat der Fuchs weggeschleppt. Was dieser Verlust für einen Geflügelzüchter bedeutet, kann sicher nicht jeder Leser nachvollziehen. Jeder Züchter hat seine Tiere über Jahrzehnte auf diesen Zuchtstand gebracht. Eine mühevolle Arbeit, die vom Fuchs so gnadenlos niedergemetzelt wird. Hilflos stehen mein Mann und weitere Betroffene vor einem unglaublichen Scherbenhaufen", schreibt Züger. Die Anwohner hoffen auf Hilfe.

Von der wichtigsten Messe für Feuerwehren und Rettungsdienste, der Interschutz in Hannover, berichtet Florian Bittner. "Die Interschutz ist die, alle 5 Jahre stattfindende, Weltleitmesse für die Bereiche Rettungsdienst, Brand- bzw. Katastrophenschutz und Sicherheit, welche dieses Jahr auf der Messegelände von Hannover war. Dort werden die neuesten Fahrzeuge, Technik und Innovationen gezeigt, vorgeführt und für potenzielle Käufer, wie Städte oder Kommunen auch zum selbsttesten animiert", berichtet der Bürgerreporter, der zusammen mit dem THW Dessau vor Ort war.

Regionale Enttäuschungen

Enttäuscht vom Design- und Kunstmarkt im Innenhof der halleschen Moritzburg zeigt sich Stefan Franz aus Salzatal. Der anlässlich der Händelfestspiele veranstaltete Kunstmarkt sollte, so Franz, Besucher der Stadt auf die lokalen Künstler und Designer aufmerksam machen. Doch: "Die Erwartungsfreude auf ein reges Treiben und interessante Objekte wird jedoch bereits dadurch getrübt, dass der Blick durch den Eingangs-Torbogen in den Hof zunächst nichts anderes als die vertraute Kulisse bietet", schreibt Franz. Zu versteckt seien die Stände gewesen. "Einige junge Künstler nutzen für ihren Stand auch die Arkaden-Bögen der Moritzburg. Dies sieht zwar malerisch aus, verstärkt andrerseits den Eindruck, dass der Markt sich im großen Innenhof versteckt und diesen nicht dominiert", schreibt Franz.

Dass sich Trinker ungeniert an der Alten Post in Eisleben entleeren, ärgert Jürgen Pils. Der Bürgerreporter erzählt die Geschichte des einst wichtigen Postgebäudes, das nun stark verfallen nur noch als Treffpunkt von Trinkern dient. "Wie lange muss der Schandfleck dieses Wohngebiet noch zieren? Kann man den Eigentümer nicht zur Verantwortung ziehen und beauflagen? Gleiches gilt auch für die wenige Meter weit entfernte Ruine der Scheune! Auch hier das gleiche Bild. Biertrinker an jeder Ecke und gleiches ungebührliches Verhalten", meint Pils. Er schämt sich und schreibt, dass diese Gebäude einer "Lutherstadt" unwürdig sind.

Im Saalekreis könnten für einige Haushalte die Abfallgebühren steigen. Darauf macht Lutz-Michael Henjes aufmerksam, der im Kreistag sitzt. Henjes berichtet über das Ergebnis des Wirtschaftsausschusses. Entscheiden wird der Kreistag. "Der Umwelt- und der Wirtschaftsausschuss werden dem Kreistag vorschlagen für die teuerste Variante der Abfallentsorgung zu stimmen. Freuen wir uns also gemeinsam im nördlichen Saalekreis auf eine deutliche Erhöhung der Abfallgebühren ab 2017", schreibt Henjes.

Das letzte Wort ...


... bekommen in dieser Woche Christine Schwarzer und Rolf-Eckardt Pannier. Beide Bürgerreporter berichten jeweils aus dem Vereinsleben. Vereine sind es ja, die Interessengemeinschaften verbinden und schöne Veranstaltungen und Ausflüge ermöglichen und gerade in den ländlichen Regionen noch für Abwechslung und Unterhaltung sorgen.

So ist Christine Schwarzer mit der Rheumaliga zur Buga nach Brandenburg gefahren. "Dort angekommen, ging es erst einmal in die größte, höchste und zentralste Parkanlage der Stadt, den Marienberg. Hier empfing uns zunächst ein Wildentenpärchen", schreibt Schwarzer, die sich gern ein paar mehr Blumen gewünscht hätte, aber dennoch zufrieden mit der Ausfahrt ist.

Rolf-Eckardt Pannier hat mit dem Verein Dübener Heide einen Ausflug zur Kräuterfrau nach Schlaitz gemacht. Das Besondere war vor allem die Fahrt im Kremserwagen. "Im gleichmäßigen Trott ziehen die beiden Pferde uns zurück nach Rösa. Traditionsgemäß klingt der Tag im Park von Rösa mit einem gemütlichen Zusammensein aus. Im Schatten großer Laubbäume haben zwei Vereinsmitglieder ein bäuerliches Bankett vorbereitet. Mit Bauernbrot, hausgemachter Wurst und kalten Getränken sitzen wir bis in die späten Abendstunden", schreibt Pannier.

Damit allen Bürgerreportern wieder vielen Dank. Wer ebenfalls Lust hat, über das Vereinsleben oder die Ereignisse in der Nachbarschaft zu berichten, ist herzlich eingeladen mitzumachen.

Ich freue mich auf viele spannende Berichte. Kommen Sie gut durch die Woche
Kathleen Bendick
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2 Kommentare
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 16.06.2015 | 06:14   Melden
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 16.06.2015 | 23:48   Melden
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