Bergbau, Arbeitslosigkeit und fehlende Kneipen - Eisleber erzählen, was sie bewegt

Im Café Plan B trafen sich MZ-Redakteurin Kathleen Bendick, die ehrenamtliche Kulturamtsleiterin Gudrun Riedel und Bürgerreporter Dirk Ecke zum Gespräch. Foto: MZ/Klaus Winterfeld

Zu einem Bürgerreporter-Stammtisch hat die MZ für diesen Mittwoch geladen. Kurzfristig. Und so war es nur eine kleine Runde, die über das Leben in Eisleben und Umgebung erzählte. Ein Austausch über den Alltag und das, was Bürgerreporter erzählen und erzählen könnten. Was erzählt wurde, fassen wir an dieser Stelle zusammen.



Jahrelang hat sich Gudrun Riedel als ehemalige Kulturamtsleiterin für das Leben in der Stadt Eisleben eingesetzt. Als Bürgerreporterin schreibt sie nicht, aber ab und zu mal für die MZ, erzählt sie. Und eine Menge weiß sie auch über Eisleben zu berichten.

Dirk Ecke berichtet schon als Bürgerreporter regelmäßig über die Volleyballer vom TVC in Eisleben und Frank Wiegran tourt als ehrenamtlicher Stadtfotograf jeden Tag durch die Stadt und fotografiert.

Im Café Plan B von Kathleen Lampe kamen sie alle zusammen, um sich einmal auszutauschen.

Fehlende Parkplätze

Vor allem die Baustelle mitten in der Stadt mache den Eislebern das Leben schwer, erzählen sie. Doch auch wenn im Mai die letzten Arbeiten abgeschlossen werden sollen, viel belebter würde die Innenstadt nicht werden. "Parkplätze fehlen", meint Dirk Ecke. Statt in die Stadt fährt er lieber ins nahe gelegene Einkaufszentrum, wo er auch parken kann. Das sehen die anderen auch so. "Und wenn mal eine Stelle frei ist, auf der Parkplätze entstehen könnten, dann wird ein Haus gebaut", meint Ecke.

Und so sei das Stadtleben auf wenige Ereignisse im Jahr beschränkt. Zwar gebe es im Café von Kathleen Lampe immer wieder gute Veranstaltungen, aber die großen Ereignisse der Stadt beschränkten sich doch auf die kälteren Monate. "Der Advent in Luthers Höfen ist ein Ereignis, zudem die Leute von überall herkommen", erzählt Gudrun Riedel. Und auch die Eisleber Wiese sei über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Ansonsten sei es still in Eisleben geworden. Da könnte, so sind sich die Stammtischgäste einig, schon mal mehr los sein.

Fehlende Kaufkraft


Und auch die Kaufkraft macht den Stammtischgästen Sorgen. Noch gebe es viele ehemalige Mitarbeiter aus den Bergwerken. "Die haben noch Geld", sagt Riedel. Irgendwann einmal aber gebe es die nicht mehr. Dann schwinde auch die Kaufkraft.

Insgesamt also, so ist man sich einig, hofft man auf mehr Aktionen aus und für die Stadt. Bei den Bürgerreportern bietet sich immerhin die Möglichkeit, über Vereinsleben und Stadtleben zu berichten und in der Öffentlichkeit zu erzählen, was sonst im Verborgenen bleibt.

Jeder ist eingeladen, mitzuschreiben.

Kathleen Bendick
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