Das große Halli, oder ist der Jogger schneller als das Schwein

Halle (Saale): Heide | Es gibt in Halle seit etwa 20 Jahren eine schöne Tradition. Ende November trifft sich in der Dölauer Heide die Jagdgemeinschaft zur Sauhatz. So auch am heutigen Tage.
Offensichtlich verlangt diese Tradition, dass der Termin vorher nicht bekannt gegeben wird, um Joggern, Walkern und Spaziergängern nicht die Überraschung zu verderben.
Ich kam heute in den zweifelhaften Genuss dieser Überraschung, als ich gegen 10.30 Uhr ahnungslos meine übliche Runde durch die Heide joggte. Als ich über die Bischofswiese Richtung Wolfsschlucht lief, ertönte aus jener Richtung plötzlich ein Schuss. Wie ich wenige Augenblicke später feststellen konnte, hatte in etwa 100 Meter Entfernung dieser Schuss dem Leben eines Wildschweines ein jähes Ende gesetzt. Auch der Jäger ließ nicht lange auf sich warten. Ich stutzte, da mir siedend heiß bewusst wurde, dass wenn ich eine Linie zwischen Jäger, Schwein und meiner Position während des Schusses zeichnen würde, diese in etwa eine Gerade darstellte. Da der Jäger durch diesen Umstand nicht zu verunsichern war, ergeben sich für mich nun einige Fragen.
Betrachtet die Jagdgemeinschaft Jogger,Walker und Spaziergänger als durchaus brauchbaren Kugelfang?
Hat der Jäger auf mich gezielt und das Schwein durch Selbstaufopferung nur das Bubenstück verhindert?
Die einfachste Antwort ist wahrscheinlich die naheliegendste. Die Jagdgemeinschaft ist schlicht zu faul, die Jagd öffentlich anzukündigen und die Bevölkerung durch geeignete Absperrungen aus dem Schussfeld zu halten.

In disem Sinne: Hallali!

Hans Huckebein
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