Der Botanische Garten

schöne alte Schilder lucken unter den Pflanzen hervor
Halle (Saale): Botanischer Garten | Viele Hallenser und deren Besucher zieht es oft in den Botanischen Garten. Verschiedene Vegetationszonen, mit über 12 000 Pflanzen, da lacht das Herz. Pflanzen, die wie kleine bunte Wasserfälle den Hang hinunterfließen. Farbnuancen, Sichtachsen, verschiedene Blattformen und viele kleine sonnende Eidechsen, das alles und noch mehr ist im Botanischen zu sehen. Die Riesenseerosen (lat. Victoria) entfaltet ihre Blüten in den Sommermonaten, diese tragen ein Gewicht bis zu 80 Kilogramm, Däumelinchen lässt grüßen.

Aus dem Kräutergarten des Kloster Neuwerk*, dem Physikalischen Garten, entstand 1698 der erste Botanische Garten in Preußen. Karl Christoph von Hoffmann** 1733-1808 war als Universitätskanzler in der Lage das Gebiet zu erweitern. Das Universitätsobservatorium wurde vom Architekten Carl Gotthard Langhans 1788 im klassizistischen Stil erbaut. Nur gut, dass es Informationstafeln gibt.
Quelle: Informationsstafeln vor Ort

Der Steller-Pfad: Zur Erinnerung an Georg Wilhelm Steller, der die Franckesche Stiftung besuchte und am Eselsmarkt 5 Quartier nahm. Er verbrachte Zeit bei den Itelmenen und Korjaken, im fernen Sibirien. Dort schrieb er Bräuche und Traditionen nieder, indem er sich schlafend stellte. Diese ethnografischen Berichte halfen den Nachfahren der heutigen Itelmenen bei der Wiederbelebung ihrer fast vergessenen Kultur. Einige Tänze und Lieder aus diesen Berichten werden wieder getanzt und gesungen. Diese Berichte sind bestimmt Bestandteil der umfangreichen und exquisiten "Reisebibliothek" der Frankeschen Stiftung.

Die indigene Bevölkerung wurde in das russische Schulsystem eingegliedert und auch umgesiedelt. Früher, in kleinen Siedlungen lebend, die ihre Bewohner durch Jagd und Fischfang ernährte, kamen in große Siedlungen und waren danach von Lebensmittellieferungen abhängig, die meist nicht an Flüssen lagen.

Ich glaube vor einigen Jahren erhielten die Itelmenen Besuch von ihren Cousins aus Nordamerika. Vor dem Kalten Krieg, als der Beringsee in bitterkalten Wintern noch zufror, übermittelten spezielle "Erzähler" Nachrichten, über Hochzeiten, Geburten, Einladungen zu Festivitäten den Verwandten und befreundeten Stämmen auf dem amerikanischen Kontinent, auswendig. Da lebte die Oralität noch.

Die Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft legte 2007 diesen Pfad an. http://www.buecher.de/shop/alaska/von-kamtschatka-nach-amerika-mit-vitus-bering/steller-georg-w-/products_products/detail/prod_id/27255593/

Die fabelhaften und imposanten Schwertlilien erhalten einen separaten Artikel.

*gegründet 1116 für adelige Augustiner Chorherren, 1530 aufgelöst und an das neue Stift Dom übertragen. Bei der Gründung spielte eine "glühende Egge" die tragende Rolle. Die Kirche des Klosters "St. Laurentius" ist ganz in der Nähe, einige Schritte nach dem Botanischen, entlang der Wallstraße.
** lebte im Schloss Dieskau
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5 Kommentare
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Siegfried Behrens aus Halberstadt | 26.05.2017 | 15:01   Melden
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 26.05.2017 | 18:36   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 27.05.2017 | 06:52   Melden
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Yvonne Rollert aus Halle (Saale) | 30.05.2017 | 11:05   Melden
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Béatrice Haas aus Dessau-Roßlau | 31.05.2017 | 10:12   Melden
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