Diamant's erste Woche

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Müdes Fohlen vom schwarzen Dingens (Goja) bewacht
„Nun geht es in die Welt hinaus.“, dachte sich das kleine Fohlen Diamant und wollte in diese Welt auf viel zu langen Beinen hinein staksen. Zugegeben, die Welt bestand aus einem umzäunten Offenstall, dass er sich mit seiner Mutter Anouk und seiner Tante Tori teilen muss. Das kleine Shire Horse nahm es gelassen, war dieser Offenstall eine riesige, zu erkundende Welt. Mutter Anouk fand dass keine gute Idee und blockierte kurzerhand den Weg.

Sie stellte sich erst mal quer, da Diamant das Stallinnere noch nicht verlassen durfte. Schließlich gab es da draußen Menschen, die viel zu gern und auch viel zu oft an dem Fohlen herumstreicheln wollten. Das hat die Natur so nicht vorgesehen und der Instinkt eines Pferdes ist nun mal geradlinig, da gibt es kein niedlich, süß, da gibt es nur Gefahr oder nicht Gefahr.

Die Besitzerin machte ein großes Schild an dem Gatter, „Füttern und Streicheln verboten“ und stellte bald fest, dass nicht nur Pferde nicht lesen können, sondern zunehmend auch Menschen. Fünf Tage später war es dann soweit. Diamant durfte raus aus auf dem Paddock und wurde nicht wieder von der Mutter im Galopp zurückgedrängt. Endlich die Welt riechen, die Eisenstangen beknabbern und schauen was da draußen ist, dann die fetthaltige Milch der Mutter trinken, sich wieder ins Stroh legen und den Tag einschlafen lassen. Fohlen zu sein, ist wahnsinnig anstrengend. Was da alles draußen ist! Menschen, fremde Töne und dieses schwarzen Dingens, das dauernd zu neugierig ist und von den Menschen Goja genannt wird.

„Goja.“, ruft Sandy und Unmut liegt in ihrer Stimme. „Komm von dem Fohlen weg.“ Goja, die altdeutsche Schäferhündin, gehorcht und trollt sich. Endlich kann Sandy zu ihren drei Lieblingen und verteilt Schmuseeinheiten an Tori, Anouk und natürlich Diamant, dem sie ganz besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden lässt. Micha, der die ganze Aktion fotografiert, ist sich nicht sicher ob hier auch Muttergefühle durchkommen. Sandy weiß sehr wohl um das Tier Pferd, aber diese drei Shires sind ihr ganzer Stolz, abgesehen von ihrer Tochter Sophie. 12-20 Liter sehr fettige Milch trinkt das Fohlen pro Tag, schätzt Christian, der Reiterhofchef, ein und Diamant entwickelt sich gerade hervorragend, meint er. Micha guckt etwas besorgt auf die Gummibeine, die scheinbar herum schlenkern. Sandy lacht und winkt ab, alles okay.

Salt Rook Diamant heißt das Fohlen und ist unter diesem Namen jetzt registriert. Salt Rook bedeutet Salz Turm, ein Hinweis auf den Geburtstort Halle (Salt=Salz) und der zu erwartenden Größe der Tiere (Rook=Turm). Auch für das Logo macht sich der Schriftzug ausnehmend gut, wie die Besitzerin versichert. Micha versichert dies auch mit einem vehementen Kopfnicken, hat er doch im Schweiße seines Angesichts am Logo mit gebastelt und erinnert sich der unendlichen Versuche Sandys das Logo nach ihren Wünschen zu gestalten. Für einen Moment trat ihm wieder besagter Schweiß auf die Stirn.

Nach etwa einem halben bis dreiviertel Jahr wird Diamant in eine Hengstfohlenherde integriert und bekommt dort den sozialen Pferdeschliff, damit Pferd auch Pferd bleibt und sein darf. Diamant’s Fell ist zwar im Moment noch Grau, oder „Eselhaft“ wie Micha unprofessionell meint, jedoch die Pferdebesitzerin ist sich sicher, das Diamant in schönstem Schwarz nach zwei bis drei Fellwechsel erstrahlen wird.
Sandy stößt Micha an: „Hast du schon bemerkt, Tori hat an zwei Beinen weißen Behang, Anouk an drei Beinen und Diamant an vier Beinen.“ Nein, hat er nicht, wie denn auch, ist er gerade schwer beschäftigt oder besser Diamant ist beschäftigt mit seiner Hand und das scheint ihn irgendwie glücklich zu machen. Es ist schon etwas Besonderes ein Shire Fohlen auf seinen Weg begleiten zu dürfen.

Webseite: Salt Rook Shire Horses
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3 Kommentare
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Lothar Wobst aus Bitterfeld-Wolfen | 30.05.2017 | 19:00   Melden
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 30.05.2017 | 19:16   Melden
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Manfred Wittenberg aus Nebra (Unstrut) | 02.06.2017 | 09:33   Melden
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