Ein Platz für Kinder und Montagsdemos - die Woche der Bürgerreporter

Bauarbeiten: In Baalberge entsteht ein neuer Spielplatz. Foto: Heiko Scharf.
 
Gerade einmal zehn Menschen waren zur Montagsdemo in Dessau gekommen. Foto: Christine Schwarzer
 
Mit diesem Bild aus Stolp im Jahr 1945 erinnert Bürgerreporter Helmut Kohl an das Kriegsende vor 70 Jahren.

Ein Flächenbrand bei Wettin-Löbejün, Erinnerungen an das Kriegsende vor 70 Jahren und eine Montagsdemo in Dessau - damit haben sich die Bürgerreporter in der 16. Woche des Jahres beschäftigt. Mehr als 250 Beiträge haben die Hobby-Autoren aus dem ganzen Bundesland verfasst. Was wichtig war, folgt an dieser Stelle wieder in der Zusammenfassung zu Wochenbeginn.



Top-Themen
Das Beste gleich zu Beginn: Einen Platz und ein Herz für Kinder haben die Bernburger. Heiko Scharf berichtet vom Baustart in Baalberge. Hier wird es einen neuen Spielplatz geben. "Die Wiese war da, das Geld wurde besorgt und etliche fleißige Helfer hatten Zeit", blickt Heiko Scharf noch einmal zurück. Nun ist der Platz fast fertig: "Es braucht nur noch ein wenig Rasen und in Kürze wird es ein kleines Eröffnungsfest geben", schreibt Scharf.

Die meisten Leser hat Christine Schwarzer erreicht. Sie berichtete über die Montagsdemo in Dessau. Die ehemalige Lehrerin war fasziniert von der kleinen Ansammlung. Gerade einmal zehn Interessierte waren zusammengekommen. "Am Rande stand eine Gruppe von sieben Menschen. Ich kam mit ihnen ins Gespräch. Sie kamen aus Coswig, Wittenberg und Dessau. Per Facebook hatten sie sich kennengelernt", schreibt Schwarzer. Später kamen drei weitere hinzu. "Das war sicher die kleinste Montagsdemo in ganz Deutschland", meint Schwarzer.

Mit seinen Erinnerungen an das Kriegsende vor 70 Jahren stehen die Tagebuchberichte von Helmut Kohl in dieser Woche auf Platz zwei der meistgelesenen Beiträge. Als Kind hat Kohl das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 in Stolp in Pommern miterlebt. Sein Onkel führte damals Tagebuch. Woche für Woche zitiert der Bürgerreporter nun aus den Einträgen. In der vergangenen Woche gab Kohl einen Einblick in die Tage vom 3. bis 6. Mai: "Es ist schon erschütternd zu sehen, wie die Leute jeden Morgen vor der Apotheke stehen, halbverhungert, mit abgerissenen Kleidern, müden Gesichtern und hängenden Schultern. Sie sind alle gleichgemacht worden von dem Hunger, dem Schrecken und der Hoffnungslosigkeit", heißt es darin.

Auch die Ereignisse in Tröglitz beschäftigen die Bürgerreporter nach wie vor. Kornelia Lück hat sich mit den Medienberichten zu den Vorfällen beschäftigt und eine Diskussion ausgelöst.

Ein Flächenbrand zwischen Kösseln und Plötz am Fuhneradweg hat die Feuerwehr beschäftigt. Tom Musche hat über die Arbeit vor Ort berichtet. Auf seinen Bericht meldete sich schließlich Siegfried Schwarz. Der Jagdpächter kennt das Revier seit 40 Jahren und ist sich sicher, dass auch Dutzende Tiere wie Fasane und Enten den Flammen zum Opfer gefallen sind.

Private Leidenschaft

Einen Einblick in ihre Privatsphäre gaben Sammler aus Großzöberitz und Umgebung. Irmhild Wildgrube hat die Hobby- und Sammlerausstellung besucht. "Von Malerei, über Schmuckgestaltung, Handarbeiten wie Klöppeln, Sticken, Stricken, Nähen, Patchwork, gestalteten Schmuckkarten, Bierdeckeln, Trucks, Puzzles, Zollstöcken und Kugelschreibern bis zu alten Bügeleisen und selbstgebauten kleinen Dampfmaschinen war alles zu sehen", schreibt Wildgrube und meint: "Der Renner waren die ausgestellten Oldtimer."

Einen Ausflug nach Leißling haben die Wanderfreunde vom Freizeitverein Weißenfels unternommen. Reina Sträletzky hat die Tour begleitet. "Auf unserem Weg gab es viel zu sehen. Schon nach kurzer Strecke schweiften unsere Blicke zum hoch oben über das Saaletal ragende Schloss Goseck. Bald danach beobachteten wir einen Graureiher, der zuerst in der Luft schwebte, um sich dann am Ufer des Flusses nieder zu lassen." Gut gelaunt, so heißt es, kam die Gruppe wieder nach Hause.

Eine Reportage über die Arbeit als Künstler kam von Mathias Hoppe. Der Helbraer hat sich an einer Ausstellung in der Sonne Helbra beteiligt. Im Online-Forum berichtet er, wie er schon vor der Schau die Bilder auswählte, sie schließlich an die Aussteller anbrachte und später erlebte, wie Besucher sie wahrnahmen.

Lokale Erfolge

Ein Jubiläum stand in Jessen auf dem Programm. Patrizia Timmler-Heisgen berichtet über das Konzert der Band Ohrentod. "Da die Band bereits seit fast fünf Jahren besteht war es jetzt an der Zeit endlich mal in der Heimatstadt ihr Können unter Beweis zu stellen", schreibt Timmler-Heisgen und fügt an, "ein geeigneter Ort hatte sich bei Rüdiger Döbelt im Schützenhaus relativ schnell gefunden und auch der Wirt zeigte sich im Nachhinein recht zufrieden mit der Resonanz."

Dass sich die Werkssiedlung Piesteritz gut entwickelt hat, zeigt Peter Pannicke. Er hat sich mit der Kamera einmal in dem Wittenberger Stadtteil umgesehen. "Die Werkssiedlung wurde als Expo-Projekt im Jahr 2000 vollständig saniert. Dabei blieb der ursprüngliche Charakter aber erhalten. Die Werkssiedlung ist die erste autofreien Siedlung in Deutschland", schreibt Pannicke und lädt die Leser auf einen virtuellen Rundgang durch Piesteritz ein.

In ihre Jugendzeit zurückversetzt fühlte sich Hildegard Stelzig aus Sangerhausen, als sie das Konzert der Big Band der Landespolizei in Sangerhausens Mammuthalle besuchte. "Sie spielten die unvergessenen Melodien von Glenn Miller, Duke Ellington, Benny Goodman und vielen anderen und brachten somit diesen unverwechselbaren Rhythmus und Sound in diese Halle", schreibt Stelzig.

Hilfe in der Not

Mit einem Infostand hat der Malteser-Notdienst in Halle auf ein Hausnotrufsystem aufmerksam gemacht, das vor allem Senioren zu Gute kommen soll. Maxi Schuchardt hat darüber berichtet.

Einen Gottesdienst im halleschen Bahnhof hat Bernd-Gerald Hammer erlebt. Er besuchte den Tag der Bahnhofsmission. Hier, so schreibt Hammer, ging es vor allem darum, Besucher zu einem Blickwechsel zu ermuntern. "Ein Blickwechsel kann ja auch heißen: Ich wechsle meinen Blickwinkel, um Dinge klarer zu sehen", schreibt Hammer, dem die Ansprache des Franziskanerpater Franz-Leo Barden gefiel. "Dadurch, so der Wunsch von Pfarrer Barden, verändert sich ein Stückchen die Welt. Das machen die Mitarbeiter der Bahnhofsmission auf einfache Art täglich", schreibt Hammer, der auch einige Bilder von der Veranstaltung zeigt.

Das letzte Wort ...

... bekommt in dieser Woche Kathrin Kamara aus Halle. Sie hat die hallesche Berliner Brücke in Szene gesetzt und stellt Bilder von dem "schwebenden Koloss" im Online-Forum vor. Sie meint: "Die Berliner Brücke ist eine Meisterleistung der Architektur und überspannt ein sehr großes Areal mit vielen Schienensträngen. Immer wieder erscheint sie in einem anderen Licht." Die Redaktion meint: Jeder Ort hat seine prägenden Baulichkeiten. Zeigen Sie uns doch mal Ihre und verraten, was das Besondere ausmacht.

Damit allen Bürgerreportern wieder vielen Dank.
Ich freue mich auf weitere, viele spannende Berichte.
Kathleen Bendick
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