Frühjahrsputz

Müll gibt es leider überall
Blauer Himmel, die ersten Blüten brechen mit Macht hervor und die Vögel beginnen emsig Material für ihr Nest zu suchen. Frühling. Und damit sind wir schon beim Thema: Material. Nur hier geht es um Material, das achtlos in die Umwelt geworfen wird und zum Nestbau weniger geeignet ist. In Halle-Neustadt ist wie jedes Jahr Frühjahrsputz angesagt, zwar nächste Woche erst, aber die Natur ist hocherfreut über die Heinrich-Heine-Schule, die schon in dieser Woche beginnt die Hinterlassenschaft der Spezies Mensch in Säcken einzusammeln. Von Montag bis Mittwoch rückten nacheinander die Klassen aus und bereinigten den Parkplatz vor der Schule und die Umgebung bis zum Heidesee. Mit Zangen bewaffnet, sammelten die emsigen Helfer den Unrat auf. Der Hausmeister schlug die Hände über den Kopf zusammen, ob der sich anhäufenden Müllberge und musste schleunigst Säcke besorgen. Schier Unglaubliches förderten die Schüler zu Tage: achtlos weggeworfene Flaschen, ganze Kleiderschrankinhalte und Säcke voll Polystyrol lagen in den Büschen verstreut. Die Unvernunft mancher Leute scheint grenzenlos oder grenzüberschreitend, ganz wie man die Sache betrachten will. Seine Heimat zu beschmutzen sollte eigentlich nicht zu den Tugenden eines normalen Mitbürgers gehören.
Doch die Natur atmet nun ein wenig auf. Kevin B. ist trotzdem etwas genervt: „Es ist blöd zu sehen, wenn man Papier aufliest und Schüler kommen aus dem Einkaufszentrum und werfen ihr Papier wieder hin.“ Leah K.fragt zu Recht: „Nützt es denn etwas, wenn es nach einer Weile wieder so aussieht?“ An dieser Frage scheitern nicht nur die Philosophen, sondern so scheint es, die Menschheit selbst. Die Antwort auf ihre Frage aber geben die Anwohner selbst. Sie sind überrascht, dass Jugendliche so viel Einsatz zeigen. „Das ist unser Beitrag“, kommentiert die Schulleiterin Frau Rauchfuß. „Wir sind ein Quartier im Quartier Halle-Neustadt und das können wir sauberhalten. Damit leisten wir unseren Beitrag“ Sie hofft auf Nachhaltigkeit im Großen und meint damit im Kleinen, das mehr Schüler nicht die Achtlosigkeit zur Norm werden lassen. So führt eine Stunde Unratbeseitigung zum Nachdenken, Diskussionen über die Umwelt, lobende Anwohner und vielen vollen Säcken. „Wir haben insgesamt 8 Säcke gesammelt“, stellt dann auch staunend die Klasse 9 PL fest und lässt sich gleich mit ihrer Beute ablichten. Ein wenig Stolz schwingt da schon mit, auch wenn sie finden, dass diese Aktionen eigentlich nicht sein müsste, wenn jeder ein wenig mehr aufpasst und einfach nur die Mülleimer nutzt. Denn eigentlich soll es doch weiterhin einen blauen Himmel geben, der Frühling seine Pracht zeigen und die Tierwelt sich keine Liebesnester aus Unrat bauen. Schließlich will das Mensch auch nicht, oder?
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2 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 07.04.2016 | 18:22   Melden
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Dieter Gantz aus Querfurt | 10.04.2016 | 10:54   Melden
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