Geliebte Zahnärzte und die Balance zwischen Berichten und Werbung - die Woche der MZ-Bürgerreporter

Zum MZ-Bürgerreporter-Workshop erlebten die Teilnehmer, wie die Ressortchefs die Zeitung planen.
 
Gabriele Degen erinnert mit diesem Bild an den "Ich-liebe-meinen-Zahnarzt-Tag".
 
Jürgen Schindler macht auf leerstehende Geschäftsräume in Dessau aufmerksam.

Die Tage werden immer länger. Die Sommersonnenwende naht, die erste Woche des Junis 2015 ist Geschichte - höchste Zeit also für die Zusammenfassung der Woche.




Schockiert und entrüstet zeigten sich in der vergangenen Woche viele Bürgerreporter über entfernte oder zurückgestellte Inhalte. Martina I. Müller forderte deshalb: "Hier tut wohl eine genaue Begriff-Klärung not". Eine Begriffserklärung ist gefragt zum Unterschieden zwischen Werbung und Berichten. Fest steht: Werbung ist nicht gestattet. Was genau Werbung ist, darüber lässt sich streiten. Dass sich selbst Wissenschaftler dazu meterlange Papierzeilen um die Ohren werfen, ist beinah verständlich. Und so auch die rege Diskussion, die hier im Forum folgte. Der Beitrag landet auf Platz 1 der meistgelesenen Beiträge. So groß der Protest auch ist, Werbung wollen wir vermeiden. Wer eine Anzeige schalten will, kann das natürlich machen. Dafür hat die MZ-Experten.

Der MZ-Bürgerreporter-Workshop im Medienhaus in Halle hat ebenfalls viele Leser interessiert. Die Teilnehmer konnten mit den MZ-Chefredakteuren Hartmut Augustin und Lars Geipel ins Gespräch kommen. Außerdem erlebten die Bürgerreporter vor Ort live, wie die Tageszeitung geplant wird. Im Anschluss gab es ein Seminar zum Thema Texte schreiben. "Es war ein interessanter und ereignisreicher Tag", schreibt Lothar Wobst dazu. "Der Höhepunkt war für uns die Teilnahme an der Planungskonferenz der Ressortchefs", schreibt Christine Schwarzer. Und auch Ulrich Kruggel hat ein paar Bilder beigesteuert.
Beiträge hierzu landen auf Platz zwei der meistgelesenen Beiträge.

Mit dem Statement "Ich liebe meinen Zahnarzt" hat Gabriele Degen eine Menge Aufmerksamkeit erzeugt. Die Hallenserin schreibt zum 2. Juni über den Tag der Zahnarztliebe. "Was mich betrifft, habe ich wohl schon als Kind ein Trauma erlitten. Wir wohnten damals gegenüber einer Praxis und bei warmem Wetter stand das Fenster dort sperrangelweit offen. Man konnte zwar nicht hineinsehen, aber das pfeifende, surrende Geräusch des Bohrers, damals noch ohne Wasserkühlung, drang einem in Mark und Bein. An die Schreie und das Gewimmer der weniger tapferen Patienten will ich lieber gar nicht mehr denken", schreibt Degen und verrät auch, warum sie die Herren in weiß dennoch mag.

Von einem Konzert in Schwenda ist Mark Bender begeistert. Und offenbar auch viele Leser: Bender berichtet von dem ausverkauften Musikereignis in der Barock-Kirche St. Cyriaci und Nicolai Schwenda. Hier gastierte die Bremer Musical Company, der inzwischen auch die gebürtige Schwendaerin Ulrike Kohl angehörte. "Besonderes Sahnehäubchen für die Besucher: Die Künstler waren tatsächlich "Künstler zum Anfassen" und "schnackten" in der Pause und nach dem Konzert mit den Konzertbesuchern, die sogar aus Lörrach (Baden-Württemberg), Barth und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) oder aus Berlin kamen", schreibt Bender, der es damit ebenfalls im Leserranking weit nach oben schafft.


Bildung und Leerstand


Wie viel wert es ist, eine gute Bildung zu haben, darüber sind sich alle einig. Wie gut wir es da in Deutschland haben, erläutert Anne-Kirstin Berger in ihrem jüngsten Bericht aus Brasilien. "Wer dort seinen Kindern die Chance auf einen Studienplatz geben möchte, muss schon früh in eine private Sekundarschulausbildung investieren. Bei den Unis wiederum ist es umgekehrt: Hier bieten die öffentlichen die beste Ausbildung, während viele Privatunis den Ruf haben, dass man sich dort den Abschluss gegen hohe Studiengebühren quasi erkauft", schreibt Berger. Außerdem geht es um soziale Ungleichheit.

Über den Leerstand in Dessau ärgert sich Jürgen Schindler. Der Bürgerreporter nimmt ein Ranking des Magazins Focus zum Anlass, einmal an die Stadtoberen zu appellieren. Dazu hat sich Schindler einmal selbst in der Stadt umgesehen. "Meine erste Station war die Wagner-Passage in der Heidestraße. Vier von den ca. zwölf Läden in der Passage sind schon länger geschlossen. Nach überschäumender Wirtschaftskraft sieht das nicht aus. Kann aber an der Lage liegen", schreibt Schindler. Später fährt er nach Mildensee. "Hier fällt auf, dass es bei Bekleidung nur noch Billiganbieter gibt. Das war mal anders. In der oberen Etage hat der Kleintierhandel inzwischen auch aufgegeben." Ein Fazit zieht Schindler auch: "Wenn wir etwas Neues brauchen, fahren wir in den Westen der Republik und besuchen unsere Kinder."

Dass Halles Salzwirker-Brüder einen neuen Vorstand haben, schreibt Manfred Boide. Der Hallenser hat der Zeremonie in den Moritzkirche beigewohnt und viele Bilder mitgebracht. Matthias Frosch wurde gewählt, ein "Nachfahre der sehr alten Hallorenfamilie Frosch". Zelebriert wurden dazu die alten Bräuche wie das Fahnenschwenken und der Zappeltanz.

Aus Russland gibt es Neuigkeiten von den halleschen Motorradfahrern, die mit Uralmotorrädern die Welt umrunden wollen. Doch es geht immer wieder schleppend voran. Dieses Mal, so ist zu lesen, werden sie von der Polizei an der Weiterfahrt gehindert. Fünfhundert Euro sollen die Künstler bezahlen. Was daraus wird und wie sie die fünfzehn Polizeikontrollen an einem Tag überstanden haben, ist im jüngsten Bericht zu lesen.

Reina Sträletzky stellt die Frauensportgruppe vom Freizeitverein Weißenfels vor. "Alle Frauen sind mit Eifer und Freude dabei und freuen sich nach der Verabschiedung schon auf die kommende Woche", schreibt Sträletzky. Dazu gibt es eine Menge Bilder aus dem Sportkurs.

Das letzte Wort ...


... bekommen in dieser Woche Roland Worch und Peter Pannicke. Sie zeigen Bilder vom Jahrhunderthochwasser 2013. "Im Kampf gegen das Hochwasser kaufte der Kreis laut Pressemitteilung 2 Millionen Sandsäcke, 1500 Bigbags wurden verteilt, 15 Kilometer Vlies und Folie wurden ausgelegt, mit 90 Sattelzügen 2700 Tonnen Schotter angefahren", erinnert Pannicke. "Auch an der Saale in Bernburg hielt uns das Hochwasser tagelang in Atem. So was muss man nicht noch einmal erleben", meint Worch.


Genießen wir also den kommenden Sommer und erinnern uns, dass wir es ganz gut haben. Vielen Dank wieder an alle Bürgerreporter für Ihre vielen Beiträge.
Ich bin gespannt auf kommende Berichte.
Kommen Sie gut durch diese Woche
Kathleen Bendick
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