HAVAG: Linie 1

Kaufhaus von dem Architekten Heinrich Schlumpp
 
Beesen
 
Ecke Robert Koch Str.
 
Keramikbild
 
Vogelweide

die Geschichts- und Architektur Linie

von Beesen zur Frohen Zukunft

http://www.havag.de/

Linie 1 beginnt in der Südstadt und zieht ihre Bahn durch's geschichtsträchtige Halle. Es gibt sanierte Plattenbauten, kubistische Wohnhäuser und Renaissance Fassaden, Brunnen und Fontainen, Blumenrabatten, Kaufhäuser und Stifte aus der Gründerzeit.
Auf Schusters Rappen vom Frankeplatz zum Steintor sind es etwa 2.5 km.

Beesen, an der Elsteraue

Die kleine Beesener Kirche St. Elisabeth stammt aus dem 12 Jh. und wurde im Barock umgebaut, ganz in der Nähe der Elsteraue.
Dort steht auch das alte Wasserwerk Beesen. 1868 kam aus den Wasserhähnen sprudelnd frisches klares Wasser, zur Freude aller Hallenser.
Vorbei geht's am sanierten Wohnblöcken und einigen kleinen Geschäften.

Ecke Paul - Suhr - Straße fällt eine schöne Blumenrabatte mit Springbrunnen, rechter Hand, auf. Das Hochhaus ist im Stil der Siedlung Vogelweide 1961 von Oswald Arlt erbaut. Linker Hand die Siedlung Vogelweide, stammt aus der Feder von Heinrich Faller und wurde 1930/1 für 520 Familien erbaut. Diese Kleinst-wohnungen für Kleinstverdiener sind irgendwie kantig / kubistisch gebaut. Mit grünen, blauen und roten Fensterrahmen sowie Balkons und Pergolas. Eine Möglichkeit aus den Mietskasernen herauszukommen. Diese Arbeitersiedlung ist fast 1 km lang.
Rechter Hand kommen vier überdimensionale Keramik Wandbilder, die von Franz Karl Kothe in Szene gesetzt wurden, in Sicht.

In der Elsa Brandström Str., recher Hand, befindet sich der Seiteneingang des 1887 eröffneten Süd Friedhofs. Das Mausoleum dieser Anlage entwarf Karl-Otto Lohausen. (Mitarbeiter Bucher, Puhlmann)

Linker Hand, die Gebäude der ehemaligen Provinzial-Blindenanstalt, kommen in Sicht. Blinden Kinder wurde dort mit Fröbelarbeiten und in anderen Handwerken geschult um sich im Leben der damaligen Zeit zurecht zu finden.
Erlernt wurden Korbflechten, die Herstellung von Bürsten und Seilen. Diese großzügig angelegte Anstalt beherbergte 186 Blinde mit ihren Lehrern und Helfern. 1893-98 von Reinhold Knoch und Friedrich Kallmeyer erbaute, wurde es in "Berufsförderungswerk für Blinde und Sehbehinderte" umbenannt.

Rechter Hand auf dem Akazienhügel steht das ehemahliges Städtische Siechenhaus. 1888-1892 wurde der Verwaltungskomplex im italienischen Renaissance Stil von den Architekten W. Jost, Karl Göhring und Ludwig Nanse erbaut. Ausgelegt für 140 Patienten wurde dieser Sozialbau 1912-14 um 96 Räume erweitert. Die Räume wurde von 2-6 Kranken belegt und auch an Ehepaare wurde gedacht, diese erhielten eine seperate Unterkunft. Die Unterkünfte der Sichenenden sind schlicht gehalten und stehen im rückwärtigen Bereich des Verwaltungsgebäudes. Jetzt wird es als Pflegepflege - und Behindertenheim genutzt.

Am der Rannischer Straße lagen früher viele Gasthäuser. Hier öffnete der Gasthof "Zum Pelikan" 1758 (Rann. Str. 44), "Zum goldenen Hirsch" im Steinweg servierte wahrscheinlich schon um 1729, diese beiden Gasthöfe wurden im "Wöchentlichen hallischen Frage-und Anzeigenblatt" erwähnt. Auf diese wichtigen Handelsstraße zogen die Kaufleute mit den Salzfuhrwerken entlang, immer im Troß. Zusammen ging es ins Böhmische oder weiter nach Frankfurt/ M.

Franckesche Stiftung mit einer anonymen Spende von 4 Talern und 16 Groschen 1698 erbaut. Hermann August Francke gab vielen verwahrlosten Kindern eine Zukunft. Auf dem Gebiet der Anstalt eröffnete das erste Kinderhospital und die erste Mädchenschule ihre Pforten...
http://www.francke-halle.de/
Der Eselsmarkt mit dem Eselsbrunnen
Vielen ist das diesjährige Eseldrama bestimmt noch in Erinnerung. Hier war bis 1284 der Marktplatz Halles. In der Schmeerstraße,-Smorstraat- laden Designergeschäfte, ein Antiquitätenschäft und auch eine Fleischerei zum Bummel und Einkauf ein. Im weiterm Umfeld des Eselsmarktes erhebt sich die impossante katholische Moritzkirche. http://www.propstei-halle.de/index.php?pid=21&state=page&action=default
Vorbei an alten Wohngebäuden und der alten Kaufmannsfigur mit dem "Soll und Haben" Buch .

Marktplatz, zentraler Umsteigpelatz mit Roten Turm, Marktkirche, Marktschlößchen Händeldenkmal und dem Stadthaus.

Am Marktplatz, Richtung Kleinschmieden, stand wahrscheinlich das erste Kaufhaus der Stadt. Vielleicht eine Art Stapelhaus mit kleinen Buden, dies ist in alten Schriften seit dem 12 Jh. nach gewiesen. Viele Heimatforscher wie Schulze Gerlach oder Dreyhaupt sind sich über den genauen Ort nicht schlüssig.

Das Eckhaus mit dem imposanten Eingang, jetzt eine Filiale der Sparda Bank, wurde von der Architekten Knoll und Kallmeyer im neobarocken Stil erbaut. Die Bankiers H. Franz Lehmann und Reinhold Streckner gaben den Auftrag zum Bau dieses Gebäudes. Die Türme des Viergeschossers passen gut zum Ensemble des Marktplatzes mit dem Patrizier Wohnhaus, der Marktkirche und den Roten Turm.

Gegenüber, das Kaufhaus aus dem Jahre 1906/7 stammt aus der Feder Heinrich Schlumpp, mit einer elegante Jugendstilfassade aus Naturstein, die nach Restaurierungsarbeiten in voller Schönheit wieder erstrahlt.

Am Kleinschmeiden, standen im Mittelalter die Schmieden der Stadt.
An der nächsten Ecke steht die Apotheke zum weißen Engel, diese Apotheke ist wahrscheinlich die älteste der Stadt, 1536...mit einem schwebende Engel.


In der Großen Steinstraße, hier standen schon im 13. Jh. aus Stein gefertigte Wohnhäuser, diese östliche Handelsstraße führte weiter ins Sächsische und Böhmische.
Neunhäuser, diese kleine Gasse, rechter Hand, führt zu einen Eckgebäude, gestaltet von Kallmeyer und Facilides, 1927 erbaut. Die kleine geteilten Fenster ahmen die mittelalterliche Architketur nach.
In der Mittelstraße, einer kleinen Gasse, liker Hand, wohnte der Räuber Käsebier. Seine Geschichte wurde auch verfilmt. Vielleicht kennt jemand den Film, "Die gestohlene Schlacht".
Das Wohnhaus mit der Nr. 14 und die Nr. 16. sind bemerkenswert, das letztere wurde von den Architekten Reinhold Knoch und Friedrich Kallmeyer gebaut und sticht irgendwie heraus. Ein fünfgeschossiger Putzbau mit kleinen grünen mosaikartigen Fließen und größeren mit Ornamenten, Innenhof mit Balkon und Durchgang.
Die 14 hat einen besonders schönen figürlichen Giebel und natürlich auch Klinker.

Das Eckgebäude Gr. Steinstraße und Universitätsring stammt von den Architekten Hermann Ende und Wilhelm Böckmann. Dieses imposante Eckgebäude stammt aus dem Jahre 1864. Das Bankhaus oder besser gesagt Bankpalast Lehmann nutzte später die MLU als Dental-Uniklinik zur Ausbildung von Zahnärzten. Hier sind mehrere Stilformen erkennbar. Der Eingangsbereich mit den Ionischen Säulen und den Rundbogenfenstern an den Seitenflügeln. Die Lehmann Bank gründete 1788.

Hotel Hamburg, das gegenüberliegende Gebäude, rechter Hand, entstand 1863 und wurde schon 1870-6 erweitert. Hier stiegen viele bekannte Künstler ab, so auch Ringelnatz. Der ehemalige Gasthof wurde 1835/38 erwähnt und ausgebaut, indem Friedrich Alicke das Nachbarhaus erwarb (1840) und einen Durchbruch im Erdgeschoss zu diesem Haus plante, das auch genehmigt wurde. Es stand ganz nah am 1844 abgerissenen Stadttor, das zu der Zeit der beginnenden Industrialisierung sich als ein störender Engpass erwies.
Wieso oft wurde um- und ausgebaut, es gab ein Feuer, ein Restaurant Dnjepr, in den beiden Ballsälen stehen jetzt Computer für die Leser der Bibliothek. Der Gebäude-komplex besteht aus vier Grundstücken, mit dem dazu gehörigen Vorder- und Hintergebäuden und Seitenflügeln. Die beiden letzteren Gebäude wurden als Ringgebäude erbaut. Opernhaus, linker Hand, mit seiner riesigen Blumenrabatte und Springbrunnen.
http://buehnen-halle.de/oper/

Die imposante neo-romanische Hauptpost, 1892/98, wurde schon 1912 erweitert. 1840 stand hier das Gebäude der Preußischen General Post, im Klassizistischen Stil. Bald wurde hier die Kaiserliche Oberpostdirektion gebaut. Durch Telefon und Telegraph wurde ein viel größeres Gebäude notwendig, das 1912 eröffnete. Als Architekten verpflichtet wurden Naumann, Klauwell und Zöllner. Der heutige Schalterraum ist praktisch und schmucklos mit guter Beleuchtung.
(Vor der Hauptpost läuft der Hansering entlang, rechter Hand das Landesgericht, 2010 renoviert und ist am Tag des offenen Denkmals mit Besucher packe voll. Gegenüber präsentiert sich das Fahnenmonument, "die Flamme der Revolution", übrigens, die Fahne wurde zum 50. Jahrestag der Oktoberrevolution errichtet, 1967. Ein Relikt aus der Vergangenheit. Die dünne Betonplatte die 20 m aufragt, hat drei Windungen, ich persönlich finde die einfach elegant und fließend, ohne politisches Trara. Die Statik dieser Skulptur berechnete Herbert Müller. Entwurf: Sigbert Fliegel)

Rechter Hand, liegt das Stadtbad in der Schimmelstraße. Es war mit Wannen- und Brausebädern, Schwimmhallen und einem römisch- irischem Bad ausgestattet. Wilhelm Jost begann 1912 mit der Planung, dieses dringende kommunale Projekt stand seit den 1890-er Jahren auf dem Plan. Nach zweijähriger Bauzeit eröffnet es 1914 zur Freude aller Hallenser und galt als modernstes und größtes in Deutsch-land.

Die Anatomie hinter schattigen Bäumen gelegen ist ein dreiflügeliger heller Bau mit Rundbogenfenstern und einer ausladenden Treppe. Erinnerungen an die italienische Frührenaissance kommen dort auf. Ludwig von Tiedemann nutzte gelbe, rote und schwarze Klinker, roten Porphyr und Terrakotta. Dieser mehrfarbige Klinkerbau entstand 1878-80. Das anatomische Theater mit 135 Plätzen wurde mit einem störungsfreien Zugang angelegt. Im zweiten Geschoß wird die Meckelsche Sammlung aufbewahrt. Unbedingt eine Tour buchen, es ist eine fast dreihundert jährige Lern-und Forschungssammlung medizinischer Objekte. http://www.meckelschesammlungen.uni-halle.de/

Steintor Variete, das älteste Variete Deutschlands, blickt auf eine 120-jährige Spieltradition zurück. Generationen von Besuchern erfüllten den Raum mit Applaus und Bravo Rufe, forderten Zugaben. Auch unter den Künstler war es sehr beliebt. Aus einer Reithalle entstanden, danach Walhalla Theater, restauriert und in voller Schönheit.

http://www.steintor-variete.de/

Im Steintorpalais wurde als Arbeits- und Berufsamt 1914/5 gebaut. Wilhelm Jost und Albrecht Langenbach in 1929/30 wird jetzt als Pflegeheim genutzt.

Landesversicherungsamt Sachsen-Anhalt, Rentenstelle Diese monumentale Gebäude entstand 1996/7 durch Langer + Dubiel.

Dieser Wasserturm Nord, aus rotem Klinker, wurde 1897/99 errichtet. Das Stadtbauamt* baute den kelchförmigen 54 m hohen Turm der bis 1965 genutzt wurde. Die Skulpturen sind eine Arbeit von Fr. Guth und Fr. Mänike.
Saniert wurde diese Industriedenkmal 1992-99.
* Ewald Gemzer, Heinrich Walbe, Pfaul, Dix, Freygang, Schaumann
http://www.wassertuerme-halle.de/index.php/de/

Nord Friedhof, rechter Hand, 1851 angelegt.

Synagoge mit kleinem Friedhof, linker Hand. Juden lebten wohl seit dem 9./10. Jh in Halle, Salzhandel! Bei Ausgrabungen wurde ein einzelner Damenohrring entdeckt. Die Jüdische Gemeinde siedelte sich im Mittelalter auf dem Jägerberg an. An dieser Stelle erhebt sich jetzt die Leopoldina der MLU. Das Gebäude selbst hat eine lange Geschichte, es war früher das Tschernitschewsky Haus, dort wurden Jugendweihen gefeiert, davor nutzte es die Loge der Freimaurer "Zu den drei Degen", das nur am Rande.
Zur Woche der Jüdischen Kultur sind einige Gebäude dieser Gemeinde geöffnet. http://www.jghalle.de/wordpress/

Die Linie zieht an sanierten Plattenbauten mit blühenden Balkonkästen vorbei, Richtung Endstation.

Gertrauden Friedhof, 1912/14 angelegt und schon 1915 fand die erste Feuerbestattung statt, damals religiös sehr umstritten. Der damalige Oberbürgermeister Rive unterstützte diese Bestattungsart. Die Gebäude dieses Friedhofes mit einem modernen Krematorium entwarf W. Jost, assistiert von Georg Lindner und Martin Knauthe. In dieser Zeit begann eine Friedhofreformbewegung.

Endstation die Überbleibsel der Siebel Flugzeugwerke, die 1944 schwer beschädigt wurden und drei Jahre später gesprengt wurden.

Im Moment fährt diese Linie 1 nicht die Gr. Steinstr. entlang, da am Steintor die Wasserrohre/ Kanalisation aus Kaisers Zeiten erneuert werden.

Ich hoffe, das sich hier keine Flüchtigkeitsfehler tummeln.
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2 Kommentare
7.332
Siegfried Behrens aus Halberstadt | 13.08.2015 | 11:34   Melden
1.865
Yvonne Rollert aus Halle (Saale) | 15.08.2015 | 20:25   Melden
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