Neue Merseburger Straße- nun doch einspurig?

Stadtverwaltung will einspurige Merseburger Straße



Ende März 2015 hatte das Dezernat Bauen und Umwelt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen, um die Pläne zur Umgestaltung der Merseburger Straße vorzustellen. Auch die Bürgerinitiative (BI) Umbau Knoten Rosengarten nahm teil. Und unsere schlimmsten Befürchtungen wurden bestätigt: hatte man es zwei Mal vergeblich versucht, die Merseburger Straße von Ammendorf her einspurig zu machen, versucht man es jetzt einfach von der anderen Seite. Vom Riebeckplatz kommend soll es nun Richtung Süden einspurig werden. Weil die Straße nicht breit genug ist. Und weil man dann den Verkehr in Richtung Leipzig im Linksschwenk in die E.-R.-Weise Straße abführt. Sowohl die Fahrzeuge, die von der Hochstraße als auch die Fahrzeuge, die von der B 80 kommen. Und dann machen wir gleich noch die Rechtabbiegespur weg. Natürlich alles einspurig. Es fährt ja eh keiner mehr in Richtung Ammendorf, Merseburg, Buna, Leuna und Weißenfels?!? Man darf dann gespannt sein, was passiert, wenn das erste Fahrzeug in einer der Straßen zum Stehen kommt? Das kennen wir ja bereits bei den Diskussionen um den Abriss des Künstlerhaus 188, das kennen wir auch aus den Diskussionen um die Straßenbreiten an der Rosengartenbrücke. Begründung: weil die Straßenbahn im Rahmen des Stadtbahnprogramms so viel Platz braucht, müssen alle anderen Verkehrsteilnehmer Kompromisse eingehen; und vor allem der Individualverkehr. Und Häuser abreißen geht gar nicht, denn das kostet Geld, was die Stadt nicht hat.

Nach wie vor kein Gesamtkonzept in der Verwaltung


Auf unsere konkrete Frage an den Dezernenten Stäglin, ob es sich um Vorstellungen der Verwaltung handelt oder ob dies schon beschlossene Sache sei, wurde uns geantwortet, man habe seiner Pflicht genüge getan, um die Bürger zu informieren und das wird so umgesetzt. Da waren sie wieder, die Stadtplaner, unsere Spezialisten, da war es wieder, das Demokratiemäntelchen! Und da waren wir wieder, die Bürger, die doch vor der großen Fachkompetenz erstarren und lieber schweigen sollten?!?

Auch die Antwort auf die Frage, ob man denn nun endlich ein Gesamtkonzept für die Merseburger Straße hätte, wurde wieder verneint. Aber auch das scheint zur Taktik der Verwaltung dazu gehören. Denn wenn man eines veröffentlichen würde, wäre die Katze aus dem Sack. So kann man Stück für Stück Tatsachen schaffen.

Parteien, Wirtschaft sowie Bürger und Vereine lassen nicht locker


Wie in den Tagen nach der Veröffentlichung durch die MZ am 28.April 2015 zu hören und auch in dieser zu lesen ist, regt sich langsam Widerstand. CDU und FDP haben sich schon dagegen positioniert, die Wirtschaft fragt wiederholt, wo das hinführen soll und auch Leserbriefe in den Printmedien zeugen vom klaren Unverständnis. Und wir die BI Umbau Knoten Rosengarten und der Verein Stadtgestaltung Halle e.V. planen zeitnah Aktivitäten und Gespräche, um diesen Wahnsinn noch zu verhindern.
Da nützt es auch nichts, wenn die Linken wieder als Befürworter der Zweispurigkeit auftreten, also die Ewiggestrigen bleiben sich treu.

Halle und seine Bürger müssen endlich wach werden und entscheiden, ob sie weiterhin tatenlos zusehen, wie jede vormals breite Straße künstlich verringert wird und Halle zur Kleinstadt auf Verkehrsniveau verkommt. Und ob wir der Polemik - wozu haben wir denn die Umgehungsstraße gebaut? Der Verkehr über die A 143 wird den innerstädtischen Verkehr entlasten und die Verkehrszahlen in der Merseburger Straße haben sich verringert- folgen. Was die unfertige und zum Teil auch nur einspurige Umgehungsstraße an Verkehr aufnimmt, dass sie keine Alternative ist, um in die Stadt oder in den Norden zu kommen und dass die Fertigstellung der A 143 wenn überhaupt noch Jahre dauern wird, wird ignoriert. Bei den verkehrszahlen konnte uns noch keiner die Frage beantworten, wie viel Autos denn eine Zweispurigkeit zulassen? U.E. begründen die aktuellen Zahlen durchaus die Notwendigkeit der Beibehaltung der Vierspurigkeit. Grotesk gar ist das Argument eines Linkenpolitikers, er hätte ja noch nie in einem großen Stau auf der Merseburger Straße gestanden. Da hatte er Glück, aber er wird es dann wohl täglich erleben.

Aufruf an die Stadträte


Wiederholt wird in der Öffentlichkeit über Wahlbeteiligung und Wahlmüdigkeit diskutiert. Passender weise immer vor und nach den Wahlen. Wir, die BI Umbau Knoten Rosengarten wollen die Bürger ermuntern nicht zuzusehen, was einige Stadträte aus unserer Stadt machen. Sie sagen uns unverblühmt, dass man das Fahren mit dem Auto durch Halle unattraktiv machen wolle. Fahrrad, Bollerwagen und Straßenbahn seien die Möglichkeiten der Zukunft. Entscheiden Sie jetzt und heute, ob das auch Ihr Votum ist. Sollten Sie aber der Meinung sein, dass zu Halle auch eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur gehört, dann bringen Sie es zum Ausdruck. All jenen, die sich in den letzten Monaten nicht irre führen ließen und begriffen hatten, dass es nicht im Stadtrat um eine vierspurige Merseburger Straße an der Rosengartenbrücke ging, sondern von Anfang an um die gesamte Trasse, bei denen möchten wir uns herzlich bedanken und hoffen gleichzeitig auf weiterhin breite Unterstützung!
Und denken Sie daran, die nächsten Landtagswahlen stehen vor der Tür. Da können Sie schon mal ein Votum abgeben!

Nähere Informationen auch unter www.bi-umbau-knoten-rosengarten.de
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