Sibirischer Stolz

Aljoscha, 17 Jahre, möchte Medizin studieren. Er hat als Klassenbester die Schule beendet.
 
In Sibirien sind gerade Sommerferien. Aljoscha muss zusammen mit seinem Bruder im elterlichen Gehöft helfen.
In der endlosen Weite der Steppe des Tals Barkusin - nicht weit von der Mongolei entfernt - taucht plötzlich aus dem Nichts ein Pferdefuhrwerk auf, der einen riesigen Heuschober in den Ort transportiert. Doch wo ist der nächste Ort? Weit und breit nur sibirische Steppe. Schwarzmilane kreisen am Himmel. Hier ist seinerzeit Dschinghis Kahn auf seinen Feldzügen entlanggezogen - jenem legendären Khan der Mongolen, der die mongolischen Stämme vereinte und weite Teile Zentralasiens und Nordchinas eroberte.Er einte die mongolischen Stämme und führte sie zum Sieg gegen mehrere benachbarte Völker. Und hier taucht plötzlich dieses Pferdefuhrwerk auf. Die Hitze ist unerträglich.

Den Pferdewagen begleitet ein Junge auf seinem Fahrrad (!!!). Er will wissen, woher wir kommen und was ich arbeite. Interessiert hört er zu, dass ich für eine deutsche Zeitung arbeite. Stolz erzählt er, dass er vor kurzem auch in einer hiesigen Zeitung abgebildet war - als Bester seines Klassenjahrganges an der Schule im etwa 32 Kilometer entfernten Ort Bargusin, einem zentralen Ort der russischen Republik Burjatien und der am gleichnamigen Fluss liegt. Artig stellt er sich vor - Aljoscha, 17 Jahre alt - und reicht seine Hand. Aljoscha möchte Medizin studieren in Ulan-Ude, der Hauptstadt der Republik. Doch jetzt sind erst einmal Sommerferien und er muss im elterlichen Gehöft helfen. Auf meine Frage, ob ich ein Foto von ihm machen dürfe, stellt er sich sofort in Position und will wissen, wo er das Foto sehen könne. "Internet", sage ich. Aljoscha versteht sofort und möchte die Adresse haben. Wir schreiben auf - er steckt den Zettel in seine Hosentasche.
Ich bin echt überrascht. Das weite Land Sibirien scheint gar nicht so rückständig, wie es auf den ersten Blick den Eindruck macht. Nun Aljoscha - dann schau Dir Dein Bild an. Vielleicht kannst Du diesen Blog ja auch lesen, denn ich habe völlig vergessen zu fragen, ob Du auch Deutsch sprechen kannst.



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Russlands letzter Zar Nikolaus II. setzte 1891 den ersten Spatenstich für den Bau der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn. 16 große Flüsse überquert die Transsib heute. MZ-Redakteur Bernd Martin wird nach Moskau fliegen und von dort mit der Bahn zum Baikalsee fahren. Hier schreibt er von unterwegs über seine Erlebnisse.

Teil 1: Wodka trinkende Russen und Miss Marple - Der Baikal ruft

Teil 2: Koffer packen

Teil 3: Ankunft in Moskau

Teil 4: Die Transsib rollt los

Teil 5: Unterwegs - mehr als Zähneputzen war nicht drin

Teil 6: Igor erzählt, welche Pilze man sammeln soll, um viel Geld zu verdienen

Teil 7: Sibirien - Essen auf den Bahnsteigen

Teil 8: Der ganze Zug riecht nach Fisch

Teil 9: Verlorenes Zeitgefühl

Teil 10: Junges Glück in Irkutsk - jetzt wird geheiratet

Teil 11: Zehn Rubel voller Dankbarkeit

Teil 12: "Putin verzuckert uns"

Teil 13: Joggen am Baikal

Teil 14: Fahrer fällt betrunken aus dem Auto

Teil 15: Michael möchte Superstar werden

Teil 16: Quer über die Insel Olchon

Teil 17: Der Baikal hat uns voll im Griff

Teil 18: Vier Schweine, elf Kühe, zehn Schafe und dreißig Hühner

Teil 19: Sibirischer Stolz

Teil 20: Leben ohne Strom

Teil 21: Auf nach Ulan Ude

Teil 22: Teddybären auf Autodächern

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