Sieben auf einen Streich: Qualifizierte Lektorinnen und Lektoren in Halle eingesegnet

„Fliege statt Beffchen!“, so könnte man in Kürze das Finale des Gottesdienstes am Sonntag, d. 23. Oktober 2016 in der Johannesgemeinde beschreiben. Wer jetzt aber meint, dies sei der Höhepunkt der Feier gewesen, der irrt. Für mindestens sieben der Gottesdienstbesucherinnen und Besucher, barg das gemeindliche Miteinander einen besonders emotionalen Moment. Zwei Frauen und fünf Männer wurden von Superintendent Hans-Jürgen Kant und dem Pfarrer der Johannesgemeinde, Karsten Müller, in ihr Amt als qualifizierte Lektorinnen und Lektoren eingeführt. Als qualifizierte Lektoren werden Gemeindeglieder bezeichnet, die dazu befähigt sind, ehrenamtlich Gottesdienste zu leiten.

Die Ausbildung für den qualifizierten Lektorendienst umfasste sechs arbeitsintensive Samstage und beinhaltete vor allem Predigtlehre, liturgische Kompetenz und liturgische Präsenz. Es verwundert also nicht, dass Superintendent Kant die Einsatzbereitschaft der sieben Protagonisten in seinen Worten entsprechend würdigte: „Ich danke Ihnen, dass Sie drangeblieben. Ich freue mich für die Gemeinden des Kirchenkreises, in denen Sie nun Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten ehrenamtlich einbringen werden. Mehr denn je sind wir auf das ehrenamtliche Engagement angewiesen. Nicht nur um Gottesdienste und Veranstaltungen auch in die Mitverantwortung ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu legen. Nein, noch mehr geht es darum unsere Gottesdienste zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarrern einladend und vielfältig zu gestalten. Dazu werden Sie als Lektorinnen und Lektoren Ihren Beitrag leisten. Ich bin Gott dafür dankbar, dass er Menschen in vielfältiger Weise in seinen Dienst stellt und so lange es Sie gibt, Menschen die Mittun, ist es mir nicht Bange um unsere Kirche.“

Ausdrücklich dankte das geistliche Oberhaupt des Kirchenkreises auch den beiden Initiatoren und Ausführenden Pfarrer Karsten Müller und der (mittlerweile in die Schweiz verzogenen) ehemaligen Ehrenamtsbeauftragten des Kirchenkreises, Petra Lehner.

Und was hat das Ganze nun mit einer Fliege zu tun? Zum musikalischen Ausklang „verschwand“ Karsten Müller im Sakristeiraum und kehrte statt mit besagtem Beffchen (Kragenbinde der Pfarrer-Amtstracht), mit einer, den Talar zierenden Fliege zurück. Der bekennende Freund dieses Accessoires (Zitat: Pfarrer „Fliege“ 2.0) wies mit dieser Aktion auf den Männerkreis der Gemeinde hin. Dieser hatte sich im Rahmen des letzten Treffens der Gestaltung und des Bindens dieses modischen Utensils verschrieben. Optisch ungewohnt, aber durchaus kleidsam.

Übrigens: Sollten Sie auch Lust verspüren einen Lehrgang für ehrenamtliche, qualifizierte Lektorinnen und Lektoren zu besuchen, so müssen Sie sich leider ein wenig gedulden. Aufgrund der umfangreichen Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum im kommenden Jahr, startet der nächste Kurs erst wieder 2018 - dann aber in Kooperation mit dem benachbarten Kirchenkreis Merseburg.
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