Stationssingen der Krankenhausseelsorge bringt weihnachtliche Klänge zu Patienten

  Stationssingen der Krankenhausseelsorge bringt weihnachtliche Klänge zu Patienten

Weihnachten: Viele verbinden mit diesem Wort das familiäre Miteinander in der Heimat, den Lichterschein des festlich geschmückten Baumes sowie besinnliche Tage im Zeichen der Liebe und des Friedens. Wie wäre es eigentlich, auf das alles an den Festtagen verzichten zu müssen? Kaum vorstellbar, oder? Und so erscheint allein der Gedanke fast unerträglich, z.B. fernab der Seinen das Krankenbett hüten zu müssen. Und so schwer dies auch alles vorstellbar sein mag, für einige unserer Mitmenschen ist dies leider Realität. „Gerade jetzt!“ mag da so mancher von ihnen denken. Durch Unfall oder Krankheit getrennt von der Familie ist niemals schön, aber gerade jetzt, zu Weihnachten?

An solch einem Tag, wo Menschen auf der ganzen Welt Christi Geburt feiern, Trost und Hoffnung zu spenden, erscheint kaum möglich zu sein. Und doch! Was Worte nicht auszudrücken vermögen, gelingt der universalen Sprache der Musik. Und so organisieren Krankenhausseelsorgerinnen und –seelsorger alljährlich am Heiligen Abend Stationssingen. Sangesfreudige Mitstreiterinnen und Mitstreiter aller Altersschichten treffen sich u.a. im Diakoniewerk und im Klinikum Kröllwitz, um den hier weilenden Patienten musikalisch ein Stück der Weihnachtsbotschaft nahe zu bringen. Auch im Krankenhaus „Bergmannstrost“ haben die Pfarrerin Sonja Bartsch und Pfarrer Manfred Brien ca. 25, meist junge Leute, um sich geschart und ziehen singend in zwei Gruppen von Station zu Station. Einige der Singenden unterstützen erstmalig die Seelsorger stimmgewaltig. Für viele der Musizierenden ist das Stationssingen fast schon zu einem kleinen Heilig-Abend-Brauch geworden.

Türen werden geöffnet um auch im letzten Bett noch die Lieder zu vernehmen, weniger beeinträchtigte Patientinnen und Patienten kommen auf den Flur um die Lieder zu hören und Krankenhauspersonal hält kurz inne, um der weihnachtlichen Musik zu lauschen. Zu Zeiten, in denen in Kaufhäusern der Stadt fleißige Hände noch die letzten „Last- Minute-Geschenke“ aufwendig verpacken, ist allenthalben spürbar wie wichtig und wertvoll die hier überbrachten Gaben sind. Während die Pfarrerin Bartsch und Pfarrer Brien von Bett zu Bett gehen und den kranken Menschen auf den Stationen persönlich ein paar schriftliche Weihnachtsgrüße überreichen, klingen Lieder wie „Leise rieselt der Schnee“, „Oh du fröhliche“, „Es ist ein Ros´ entsprungen“, „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Little Drummerboy“ (in diesem Jahr ein echter Renner) über die Flure bis in den letzten Winkel.

Und so vergingen zwei Stunden fast wie im Fluge. Noch bevor sich alle auf den Weg zu ihren Familien aufmachten, ging es zusammen zu den Wartenden der Notaufnahme, um den hier weilenden Menschen die Zeit der Ungewissheit ein wenig zu erleichtern und einen kleinen Weihnachtsgruß mit auf den Weg zu geben. Und während im Nachgang auch die Sängerinnen und Sänger, die Musizierenden sowie die Seelsorgerinnen und Seelsorger den Weg nach Hause antreten, hallt, parallel zum Applaus aus den Stationen, ein Stück der Weihnachtsbotschaft, ein kleines Stückchen von Hoffnung und Frieden auch im „Bergmannstrost“ sowie den anderen Krankenhäusern nach. Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest…
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