Über uns - Wer sind die Bürgerreporter? Teil 4: Martina I. Müller

Ohne Kamera geht Martina I. Müller, so sagt sie, kaum noch aus dem Haus. FOTO: MZ/SILVIO KISON

Die besten Geschichten schreibt das Leben. Hier im Portal werden sie erzählt. Rund 4500 Hobby-Autoren füllen das Mitmachportal der Mitteldeutschen Zeitung. An dieser Stelle stellen wir einige Bürgerreporter vor. Martina I. Müller dichtet und berichtet aus Halle.



Als Ilse Martina Müller das erste Mal ein Gedicht verfasste, war sie gerade acht Jahre alt. Später schrieb sie regelmäßig Tagebuch. Irgendwann trat sie einigen Schreibgruppen bei. Heute gehört die 66-Jährige zu den Autoren, die regelmäßig im Online-Portal aus der Region berichten. Seit Anfang 2013 ist die Hallenserin hier registriert: "Ich bin glücklich und zufrieden und mit Herz und Seele Hallenserin", steht in ihrem Profiltext.

Martina I. Müller, wie sich die Bürgerreporterin selbst am liebsten nennt, "lebt aber nicht auf der Schmalspur". In ihren Texten kommen alle Themen vor, die das Leben zu bieten hat. "Auch in meinen Schreibkreisen geht es immer wieder um andere Geschichten", erzählt Müller. Einen Schreibkurs besucht die Bürgerreporterin bei Halles ehemaliger Stadtschreiberin Christina Seidel. Als Schreibform ist ihr das Gedicht am liebsten. "Ich vermute, es liegt daran, dass mir meine Großmutter immer viele Gedichte vorgelesen hat", sagt Müller und verrät: "Wenn ich einmal einen Zweizeiler gefunden habe, kann ich locker in diesem Rhythmus weiterdichten."

Familienleben

Die Mutter dreier Kinder arbeitete bis 1986 im Großrechenzentrum in Merseburg. "Als die Kleinste geboren wurde, entschied ich mich, drei Jahre zu Hause zu bleiben", erinnert sich die heute 66-Jährige. Als das dritte Jahr vergangen war, fiel die Mauer. Der alte Betrieb wurde aufgelöst. Martina Müller blieb mit den Kinder zu Hause, förderte und unterstützte sie mit vollem Einsatz. Heute ist Müller Oma von zwei Enkeln. Dass sie heute mehr Zeit als früher habe, ließe es überhaupt zu, über die Region zu berichten, wie zum Beispiel jüngst über das Götschefest in Sennewitz oder die Klaistower Kürbis-Spiele in Brandenburg. "Ich habe selbst aus dem Portal viele Anregungen erhalten", erinnert sich Müller.

Einzigartig bleiben aber ihre Gedichte. Zu einer Biene auf einer gelben Blüte schrieb sie ein Haltestellen-Gedicht: "Im Wald, die gelbe Haltestelle, / dient zugleich als Nahrungsquelle / und die Fliege, die dort wartet / saugt genüsslich, eh sie startet", lauten die ersten Zeilen.

Viel Zuspruch hat die Bürgerreporterin bekommen. Denn neben dem Veröffentlichen eigener Beiträge gehe es im Portal eben auch um den Austausch mit anderen. "Ich schaue schon, wer etwas schreibt und wie etwas fotografiert ist", sagt Müller. Da könne sie selbst noch viel lernen.

Text: Kathleen Bendick

Aus der Reihe: Über uns - Wer sind die Bürgerreporter?

Teil 12: Karin Lehmann
Teil 11: Peter Losch
Teil 10: Liane Griedel
Teil 9: Jacqueline Koch
Teil 8: Heiko Scharf
Teil 7: Lothar Wobst
Teil 6: Hildegard Stelzig
Teil 5: Steffen Flaischlen
Teil 4: Martina I. Müller
Teil 3: Dieter Roßmann
Teil 2: Steffi Hosemann
Teil 1:Patrick Quilitzsch

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Nicht für alle Themen gibt es ausreichend Platz in der Zeitung und auch die MZ-Redakteure können nicht überall gleichzeitig sein. Deshalb hat die MZ die Online-Plattform ins Leben gerufen. Das Online-Portal www.mz-buergerreporter.de erreicht inzwischen mehr als 46 000 Leser im Monat. Ob als Verein, Feuerwehrmann oder Hobby-Autor - im Leserportal kann jeder über Ereignisse der Region berichten. Selbst Bürgerreporter zu werden, ist nicht schwer und kostenlos:Einfach mit Namen, E-Mail-Adresse und Postleitzahl registrieren. Es dauert keine fünf Minuten, schon kann es losgehen. Tipps zum Schreiben gibt es hier.
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1 Kommentar
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Ulrich Kruggel aus Dessau-Roßlau | 29.10.2014 | 09:43   Melden
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