Urpferdchen auf dem Jägerberg in Halle (Saale)

Blick auf das "Weiße Haus" -Sitz der Leopoldina
Halle (Saale): Leopoldina |

Der Jägerberg in Halle, eine zum Schutz der Moritzburg künstlich aufgeschüttete Schanze, verfügt über eine wechselvolle Vergangenheit. Ursprünglich befanden sich auf diesem Terrain Gärten des Klosters Neuwerk. Nachdem die Schanze im Dreißigjährigen Krieg ihre strategische Bedeutung verloren hatte, entstanden hier unter anderem ein Jagdhaus, eine Textilmanufaktur - bis das Gelände auf Vorschlag von Johann Christian Reil im Jahre 1792 von der Freimaurerloge „Zu den drei Degen“ erworben wurde.



In den Jahren 1868 und 1888 wurde aus den vorherigen Gebäuden ein neuer Logenpalast errichtet. Das eindrucksvolle Gebäude beherbergte schließlich auch das Hauptquartier der 104.US-Division (1945) und anschließend die Stadtkommandantur der Roten Armee (Kulturhaus). Ab 1952 konnte die Martin –Luther-Universität Halle-Wittenberg (Tschernyschewski- Haus) das Gebäude als Hörsaal- und Bibliotheksgebäude nutzen.

Im Jahre 2009 wurde das Haus der Deutschen Akademie der Naturforscher übertragen und nach Rekonstruktion am 25.Mai 2012 feierlich eingeweiht.
Seit dem 6.März 2015 gibt es im Erdgeschoss des eindrucksvollen Gebäudes eine kleine, aber feine Sonderausstellung unter dem Thema „Aus der Morgendämmerung: Pferdejagende Krokodile und Riesenvögel.“

Dieses bezieht sich auf die zahlreichen Funde, die seit 1908 im Geiseltal gemacht wurden und bereits ab 1934 in einem durch Johannes Weigelt gegründeten Geiseltalmuseum der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Vielen Hallensern sind die Fossilien und Schautafeln, zuletzt untergebracht in der Neuen Residenz (Domstraße 5), noch in guter Erinnerung. Wer war nicht als Schüler mindestens einmal in diesem Museum? Daran erinnert auch eine Bildershow in der aktuellen Ausstellung. Sie zeigt die Räumlichkeiten des ehemaligen Geiseltalmuseums mit dem Stand von 2012. Seit der Schließung sind die zahlreichen interessanten Funde nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen - deswegen ist diese Sonderausstellung ein erster Schritt, um die Bürger der Stadt wieder an diese herausragende Sammlung von Fossilien aus dem Geiseltal zu erinnern und ihre große wissenschaftliche Bedeutung hervorzuheben.

Grundlegende Informationen bieten mehrere Anschauungstafeln zur Geschichte des Geiseltalgebietes sowie der vorgestellten Tierarten. Auch die an der Forschung und Auswertung beteiligten Wissenschaftler werden erwähnt.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen –neben mehreren Fossilien- drei rekonstruierte Tiere: das Urpferdchen, ein Riesenvogel sowie ein Krokodil.
Bis zum 29.Mai kann man die Ausstellung von Montag bis Freitag (ausgenommen sind Feiertage) von 10 bis 18 Uhr besichtigen (Eintritt ist frei). Führungen auch von Schulklassen können vereinbart werden.


Manfred Drobny
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