Verbannte Biker, Müllgebühren und ein Fest für die Bahn

Motorräder rollen zur Bikerausfahrt durch Sangerhausen. Foto: Andy Mallack
 
Der Blaue See im Harz Foto: Bernd Müller
 
Ein letztes Mal Luft holen: Mehr als 500 Läufer gingen in Wittenberg zum Nachtlauf an den Start. Foto: Peter Pannicke
 
Gesperrt: Nach Fällarbeiten bei Söllichau ist der Waldweg weiterhin gesperrt. Foto: Klaus Heinecke

330 Beiträge haben die MZ-Bürgerreporter in der April-Mai-Übergangswoche verfasst. Von den Bikern in Sangerhausen war darin zu lesen, von Spenden für Nepal und vielem mehr. An dieser Stelle folgt wieder die Zusammenfassung der Beiträge zu Wochenbeginn.

Das Top-Thema der Woche war die 17. Bikerausfahrt in Sangerhausen. Nach einem langen Streit um die Verkehrssicherheit für Sangerhausen konnte die beliebte Motorradfahrt doch stattfinden. Andy Mallack war dabei und schreibt: "Es gab viele Raritäten und Exoten zu sehen. Leider dauerte die Durchfahrt der vielen Biker nur etwa 20 Minuten." Schade für die Zuschauer, gut aber für die Autos, die auf ihre Weiterfahrt zunächst warten mussten. Mehr als tausendmal wurde der Beitrag von Mallack gelesen.

Einen Teilnehmerrekord verbuchte der Wittenberger Nachtlauf am Wochenende: 545 Läufer gingen an den Start. Peter Pannicke zeigt eine Galerie von mehr als 50 Bildern und sichert sich den zweiten Platz im Ranking der meistgelesenen Beiträge: 300 Leser sahen sich die Bilder an. Über die Wittenberger Radsporttage hat Peter Pannicke ebenfalls berichtet und mehr als 30 Bilder eingestellt.

Trotz aller Streikankündigungen für diese Woche herrschte zum Bahnhofsfest in Nordhausen beste Stimmung. Peter Blei hat sich in dem thüringischen Harzort einmal umgesehen. "Viele Bahnfans aus nah und fern waren angereist", schreibt Blei. Gestreikt wurde dort allerdings auch: Eine Kinderlok versagte ihren Dienst. "Die Erwachsenen haben die Waggons dann mit der Hand geschoben", schreibt Blei.

Naturwunder im Harz und Spenden für Nepal

Einem Naturphänomen war Bernd Müller auf der Spur. Der Hallenser hat den Blauen See im Harz besucht. "Der Blaue See ist ein 15 Meter tiefer, künstlicher See zwischen Hüttenrode und Rübeland im Harz. Der See entstand durch Bergbauaktivitäten", schreibt Müller. Das Kuriose: Der See ist türkisblau wie das Meer vor Hawaii. Und warum? Müller erklärt das Zusammenspiel von Lichteinfall, Klarheit des Sees und seiner Tiefe. "Ist das Wasser sehr klar und tief, sieht das Blau besonders intensiv aus", so der Bürgerreporter.

Auch das Erdbeben in Nepal hat die Bürgerreporter bewegt. Kornelia Lück stellt sich in einem Beitrag die Frage, wie sinnvoll Spenden sind. "Macht es einen Sinn zu spenden? Zumal ich ja nicht einmal namentlich erwähnt werde, dass ich mich beteiligte", schreibt Lück und fährt fort: "Aber als Christin dürfte ich so gar nicht denken. Wenn ich etwas Gutes tue, sollte ich dies so tun, dass niemand etwas davon erfährt." Gedanken, die auch andere Bürgerreporter beschäftigt haben. Yvonne Rollert meint zum Thema: "Bei Naturkatastrophen spende ich meistens etwas, wenn es die Finanzen erlauben, obwohl ich mir nicht immer sicher bin, ob es in den jeweiligen Gebieten nicht in irgendeiner tiefen Tasche verschwindet."


Ärger in der Region

Über einen gesperrten Waldweg ärgert sich Klaus Heinecke aus Söllichau. "Seit nun über zwei Wochenenden ist der Waldweg im Jagdflügel 7 wegen Baumfällarbeiten gesperrt", schreibt Heinecke. Vor allem weil dort eigentlich gar nicht mehr gearbeitet werde, kann der Bürgerreporter die Sperrung nicht nachvollziehen. "Die Baumstämme und Baumkronen liegen quer über den Waldweg", schreibt Heinecke, der darin eine Gefährdung für Ortsunkundige sieht.

Lutz-Michael Henjes beschäftigt sich mit den Müllgebühren im Saalekreis. Diese werden derzeit überarbeitet. Die unterschiedlichen Regelungen im Norden und Süden des Saalekreises sollen angepasst werden. "Das ist ja ganz in Ordnung.
Im Augenblick wird allerdings eine Variante bevorzugt, bei denen die relativ moderaten Gebühren im nördlichen Saalkreis den höheren Gebühren im südlichen Kreisgebiet "angepasst" werden sollen. Das ist das Problem", schreibt Henjes, der im Kreistag sitzt und "an der Problematik dranbleiben will".

Walpurgisnacht

Zum Monatswechsel wurde vielerorts auch die Walpurgisnacht gefeiert. Annika Gilewski hat das Fest auf dem Bernburger Schloss erlebt. Auch in Renneritz eroberten Hexen und Tanzwillige den Festplatz. Hier gab es auch ein großes Hexenfeuer. "Bis in die Morgenstunden boten die Flammen bei den geringen Temperaturen Wärme und Gemütlichkeit", schreibt der Heimatverein. Alle Berichte über die Walpurgisfeste gibt es auf der Themenseite.

Kettensägen brummten zur Walpurgisnacht auch - im Harz. In Thale zauberten Künstler mit dem technischen Gerät Skulpturen aus Baumstämmen. Peter Losch hat sich vor Ort das Treiben angesehen. "Es ist schon erstaunlich mit welcher Zielsicherheit diese Klientel ihre Kettensägen bewegen. Nichts scheint unmöglich, um aus einem plumpen Baumstamm eine filigrane Skulptur zu erschaffen", schreibt Losch.

Wie viel Arbeit die Ansaat auf den Feldern trotz aller Technik macht, hat Willgard Krause beobachtet. Die Wittenbergerin hat den Arbeitern beim Sähen von Petersilie auf dem Feld an der Weinbergstraße über die Schultern geschaut und zeigt ihre Aufnahmen im Online-Forum der Bürgerreporter.


Schönheiten der Region

Zur Wahl der neuen Rosenkönigin sind viele Bürgerreporter auch nach Sangerhausen ins Rosarium gefahren. Tom Musche zeigt unterdes Impressionen aus der Natur zwischen Reuden und Löberitz. "Unter anderen zu sehen sind der Radweg Löberitz/Radegast mit herrlichen Sonnenuntergang, Gänse beim "Abflug" im Kieswerk Reuden, Gänsefamilie, Schwäne in der Sandgrube Löberitz und Blick über den Landschaftssee Köckern", schreibt Musche, der zu einem virtuellen Spaziergang einlädt.

Eine Attraktion zwischen Gorsdorf und Schützberg bei Jessen stellt Wolfgang Neutsch vor. Hier werden Bisons gehalten. "Hat man sie vor sich, sollte man respektvollen Abstand zum gut gesicherten Zaun halten. Sonst kann es passieren, dass ein Bulle einen Scheinangriff startet. Das ist aber eher selten der Fall. Ansonsten bewegen sich diese massigen amerikanischen Büffel langsam und brummende Laute von sich gebend friedlich über die Weide", schreibt Neutsch.

Vereinsleben

Auf ein Chorjubiläum macht Annika Gilewski aufmerksam. Der Chor in Alsleben feiert sein 40-jähriges Bestehen. "Frau Hanna Hartmann, die erste Chorleiterin, entschied sich damals im Jahre 1975, dass ein Chor die Stadt Alsleben mit musikalischen Einlagen bereichern könnte – und so war es auch. Nun sind einige Jahre vergangen und die Mitglieder schauen auf wertvolle Erfahrungen und wunderschöne Augenblicke zurück. Doch auch für die Zukunft ist wieder einiges geplant", schreibt Gilewski. Ende Mai wird es ein Jubiläumskonzert geben.

Helmut Zeitzmann hat Zimmermänner von der Brüderschaft Zur Rose in Quedlinburg beim Aufstellen des Maibaums begleitet. "Jedes Jahr stellt die Rose im Mai auf den Mathildenbrunnen den Maibaum auf. Tradition wird dabei groß geschrieben. Mit einem Zimmermannslied auf den Lippen wird er von den Zimmerleuten herangetragen", schreibt Zeitzmann. Eine Seltenheit, denn, so Zeitzmann: "Meist geschieht dies andernorts durch die Feuerwehr ohne alte Tradition." Bilder hat der Thaler auch eingestellt.

In Welbsleben glänzt es nun wieder. Walter Helbling berichtet vom Frühjahrsputz des Heimat- und Kulturvereins. "Rund um die Einetalhalle und den Jugendclub wurde geräumt, gereinigt und verschönert. Bereits zuvor hergestellte Abfallkörbe konnten montiert werden, beim Gemeindehaus galt es eine Hecke zu reinigen, beim Eselsstieg waren Zusatztreppenstufen einzubauen und auf dem Friedhof erhielt das Mahngrab an die gestorbenen Häftlinge der letzten Kriegstage eine schöne Bepflanzung", schreibt Helbling und meint: Bilder sagen mehr als Worte. So zeigt der Arnsteiner mehr als 40 Fotos von dem Einsatz.

Bürgerreporter stellen sich vor

In der vergangenen Woche hatte die MZ einen Aufruf gestartet und Bürgerreporter eingeladen, sich einmal vorzustellen. Helmut Kohl aus Dessau ist der Einladung gefolgt und stellt sich vor: "Mit meinem Leben, nicht nur dem hohen Alter, hängt zusammen, dass ich manche Erlebnisse, Wünsche, Hoffnungen und Ängste habe, von denen ich schreibe und versuche, mich mit anderen zu verständigen. Schwerpunkte sind am einfachsten an der Anzahl meiner entsprechenden Beiträge abzulesen. Über vorhandenes Interesse freue ich mich natürlich jedes Mal. Es ist jedoch nicht immer ausschlaggebend", schreibt Kohl über seine Motivation, als Bürgerreporter zu berichten.

Wer sich ebenfalls vorstellen will, ist weiterhin eingeladen, ein paar Zeilen an die MZ zu schicken oder selbst einen Beitrag zu erstellen. Beantworten Sie folgende Fragen:
1. Wie sind Sie auf die Community www.mz-buergerreporter.de aufmerksam geworden?
2. Worüber berichten Sie gern und warum?
3. Was machen Sie, wenn Sie nicht als Bürgerreporter unterwegs sind? (Beruf, Familie, Hobbys etc.)
4. Erzählen Sie kurz von sich: Woher kommen Sie, wie alt sind Sie, wo leben Sie?

Das letzte Wort ...

... bekommt in dieser Woche Anne-Kirstin Berger. Die Bad Lauchstädterin lebt zur Zeit in Brasilien und verrät in ihrem jüngsten Beitrag, warum die Brasilianer bei der Zahl Sieben sofort die Köpfe hängen lassen und denken, dass Deutsche nur warmes Bier trinken. "Ich habe mit allerhand Vorurteilen gerechnet, als ich nach Brasilien kam. Aber nicht unbedingt mit diesem. Die ganze Welt lobt die deutsche Brauereikunst – und nun denken die Brasilianer, dass wir unser Bier nicht richtig temperieren?", schreibt Berger. Alles nur Vorurteile, oder?

Damit allen Bürgerreportern wieder vielen Dank. Ich freue mich auf weitere Berichte aus den Orten unserer Heimat. Jeder hat seine Geschichte, erzählen Sie sie.
Kommen Sie gut durch die Woche
Kathleen Bendick
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