Vergessener hallescher Schandfleck – Schweinemast Kröllwitz

  Im November 2011 erschien ein Artikel in der MZ von Jan Möbius über den katastrophalen Zustand in der alten Schweinemastanlage in Kröllwitz, Äußere Lettiner Straße in unmittelbarer Nähe zum Klärwerk Nord, der Saale und im Landschaftsschutzgebiet gelegen!
http://www.mz-web.de/halle-saale/halle-schweinerei...
Bereits hier stellte er fest, ich zitiere: „Die alte Schweinemastanlage zwischen Kröllwitz und Lettin ist seit Jahren ein Schandfleck und vor allem Anwohnern ein Dorn im Auge. Ein Gebäude nach dem anderen stürzt dort ein, Decken, Balken und komplette Dächer der Gebäude inmitten eines grünen Areals geben nach. Und werden zur Gefahr, denn der Zaun, der die verlassene Anlage an der Äußeren Lettiner Straße umgibt, hat seinen Geist längst aufgegeben. Das verleitet vor allem Kinder immer wieder dazu, die Anlage zu erkunden, was fast schon lebensgefährlich ist.“
Auf damaliger Nachfrage der MZ im halleschen Rathaus wurde geantwortet:
"Wir haben vor, die Gebäude der Schweinemastanlage, also die Ställe, das Futtermittellager, das Kadaverhaus, das Verwaltungsgebäude und die Trafostation abzureißen. Wir wollen das Grundstück renaturieren! Derzeit wird ein Schadstoff-Gutachten zur genauen Beurteilung der Abfälle wie etwa Asbest erstellt."
Das war vor 5 Jahren und nichts hat sich seit dem getan! Was hat denn das Gutachten festgestellt?
Vielleicht war das Wort renaturieren tatsächlich so gemeint, auf natürliche Weise in 500 Jahren!
Heute hat sich der Zustand besorgniserregend verschlimmert, wie auf den Detailfotos zu erkennen ist. Das Gelände ist nach wie vor für jedermann zugänglich, kein Schild über Gefahren, kein Schild über Privatbesitz. Der Eigentümer ist mir nicht bekannt. Man munkelt, es sei der alte Großgrundbesitzer, doch wissen tut es wahrscheinlich nur die Stadt Halle? Übrigens hat der Sturm über Halle, am 07.07.2015, auch in dieser Anlage gewütet. Jetzt findet man die Asbestplatten überall auf dem Gelände, ein Großteil der Gebäude ist eingestürzt. Allgemeine Gefahrenherde wohin man sieht. Alte Restlöcher mit übelriechenden flüssigen Resten, versteckte Fallgruben im meterhohen Gras und immer wieder Reste von Asbestplatten. Die Untätigkeit von eventuellen Verantwortlichen ist erschreckend.
Jeder kleine Mann zahlt Strafe beim illegalen Entsorgen von Asbest oder zahlt hohe Entsorgungskosten bei Fachfirmen, die verkleidet wie Marsmenschen, sich den Platten annehmen. Und hier in der Schweinemast liegen sie auf dem Erdreich. Auch eine interessante Aufgabe für eine gute Recherche durch Redakteure, sich dieser Sache einmal anzunehmen.
Auch die Umweltgruppe der Polizei müsste eigentlich hier tätig werden, falls diese noch existiert. Das wäre eine enorme Ermittlungsaufgabe. Man kann durchaus einen Anfangsverdacht herleiten zum § 324a StGB Bodenverunreinigung: Wer unter Verletzung verwaltungsrechtlicher Pflichten Stoffe in den Boden einbringt, eindringen lässt oder freisetzt und diesen dadurch in einer Weise, die geeignet ist, die Gesundheit eines anderen, Tiere, Pflanzen oder andere Sachen von bedeutendem Wert oder ein Gewässer zu schädigen, oder in bedeutendem Umfang verunreinigt oder sonst nachteilig verändert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Da ich in der aktiven Arbeitswelt im Umweltbereich tätig war, schaue ich immer auf diesen Schandfleck hier in unserem Wohngebiet. Ich hoffe auf diesem Weg wieder einmal einen Stein in´s Rollen gebracht zu haben. Sogar aus dem Weltall ist die Anlage sichtbar, hier noch mit intakten Hallen!
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 08.08.2016
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1 Kommentar
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 31.07.2016 | 22:03   Melden
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