Von einer, die auszog, um Pendlerin zu sein

Wer seine Geduld trainieren will, sollte aktuell mit der Deutschen Bahn zwischen Halle und Magdeburg fahren.

Als Berufs-Pendlerin bin ich ja einiges gewöhnt, doch die Situation derzeit stellt auch mich wieder einmal auf eine harte Probe.

Am Freitag (14.03.2014) hat eine Lok Medienangaben zufolge einen Böschungs-Brand bei Schönebeck verursacht. Durch den Brand wurden mehrere wichtige Kabel der Strecke beschädigt und zerstört. Dies hatte zur Folge, dass alle Fahrgäste, die die Strecke Halle - Magdeburg nutzen wollten oder mussten, bis zu vier Stunden benötigten, um von A nach B zu kommen. Und das für eine Strecke, die normalerweise in einer Stunde zu schaffen ist. Seither gibt es Probleme auf der Strecke, die die Fahrgäste Nerven und ganz besonders Zeit kosten.

Dass die Deutsche Bahn in Sachen Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit keine Vorreiter-Rolle inne hat, das ist bekannt. Doch dass die Service-Qualität immer schlechter zu werden scheint, das überrascht die armen Reisenden dann doch immer wieder – vor allem in Ausnahmesituationen wie dieser. Auskünfte zu Alternativen? Fehlanzeige! Genaue Ursachen für die langen Wartezeiten? Kennen die Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter selbst nicht! Schnelles und zuverlässiges Krisenmanagement? Ist nicht! Eine Entschuldigung? Na wo kämen wir denn da hin!

Und wehe dem, der sich dann am Service-Point direkt vor Ort nähere Informationen einholen oder sogar, weil Geduld und Verständnis längst zu Ende sind, beschweren möchte. Der wird von einigen – nicht allen, einigen – Service-Kräften mit den Worten "Wieso nerven Sie mich damit? Schon den ganzen Tag kommen Leute und nerven rum. Warten Sie doch einfach ab, was passiert!" freundlich empfangen. (Mein Fehler, ich dachte immer, die Service-Points seien dazu da, um sich mit Anliegen der Fahrgäste zu befassen. Naja… An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass sich längst nicht alle Service-Kräfte so benehmen.)

Meckern, bitten, beten, hoffen, fluchen - es nützt alles nichts. Auf der Strecke Halle - Magdeburg fährt es nicht, wie es soll. Weshalb ich mir schon Bücher und Video-Trainings eingepackt habe, um mir die zwei bis drei Stunden Wartezeit auf dem Rückweg heute Abend sinnvoll vertreiben zu können.

Das Fazit, das ich in den vielen Stunden, die ich aktuell auf den Zug und im Zug warte, ziehen kann, ist folgendes: Wer kann, nehme Auto, Fahrrad, Inline-Skates oder sonstige andere Verkehrsmittel. Oder Urlaub. Auf jeden Fall sollte man bis Ende der Woche die Strecke Halle - Magdeburg möglichst meiden. Außer, man möchte endlich mal ganz viel Zeit im Zug oder mit zuvorkommenden Service-Kräften verbringen ;)
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3 Kommentare
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Anja Grothe aus Halle (Saale) | 19.03.2014 | 08:49   Melden
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Jessica Rosemann aus Merseburg | 20.03.2014 | 17:13   Melden
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Anja Grothe aus Halle (Saale) | 20.03.2014 | 17:33   Melden
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