Vor 20 Jahren in Nietleben – Bildung einer Arbeitsgruppe „Chronik“

Heimatkundliche Wanderung unter Leitung von Dieter Schermaul im Jahre 2000 in Nietleben
Halle (Saale): Nietleben | Vor 20 Jahren, am 26. Februar 1997, trafen sich im Heidecafé in Nietleben 21 interessierte Bürger, um die Arbeitsgruppe „Chronik“ –später auch „Heimatgeschichte Nietleben“ genannt- ins Leben zu rufen. Unter der Leitung von Dr. Renate Ender wurde diskutiert, wie man am effektivsten die wechselvolle Vergangenheit des Dorfes Nietleben, das 1950 in die Stadt Halle eingemeindet wurde, erforschen kann.

Gleichzeitig machten es sich die Anwesenden zur Aufgabe, die vorhandenen umfangreichen Materialsammlungen von Heimatforschern wie Siegmar Baron von Schultze-Galléra (1865 – 1945) und Prof. Dr. Erich Neuß (1899-1982) aufzuarbeiten und durch neuere Forschungen zu ergänzen.

Dabei kristallisierten sich schon am Anfang bestimmte Schwerpunktthemen heraus, wie zum Beispiel: Persönlichkeiten des Ortes, der Bergbau in und um Nietleben, die Königliche Heil- und Pflegeanstalt, die Kirchen in Nietleben, die Entwicklung der Landwirtschaft, alte Bräuche im Dorfalltag.

Bereits auf der zweiten Zusammenkunft wurden die Möglichkeiten zur Erstellung eines Faltblattes zur Nietlebener Geschichte und eine Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Passendorf besprochen.

Es zeigte sich schnell, dass auch aktuelle Entwicklungen im Stadtteil bei den Treffen mit eingebunden werden mussten. So schrieben die Mitglieder der Arbeitsgruppe am 24.September 1997 einen Brief an die Stadtverwaltung, um die Schließung der Zweigstelle Nietleben der Stadtbibliothek Halle, die es seit 1967 in der Eislebener Straße gab, zu verhindern. Wenn auch dieser Vorstoß nicht zum Erfolg führte, so trugen die monatlichen Treffen doch dazu bei, dass man sich regelmäßig neben historischen Themen genauso intensiv mit Entwicklungen der Lokalpolitik befasste. Die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung spielte in der Folgezeit eine zunehmende Rolle- die weitere Zukunft der Schule in Nietleben, Fragen von Ordnung und Sauberkeit standen dabei anfangs im Zentrum der Bemühungen.

Ab 1999 erörterten die Mitglieder der Arbeitsgruppe die Möglichkeit der Umwandlung in einen Verein. Am 24.11.1999 wurde schließlich der Nietlebener Heimatverein e.V. mit insgesamt 14 Mitgliedern gegründet. Zum Vorsitzenden wählten die Anwesenden den ehemaligen Chemiker und Freizeit-Historiker Dieter Schermaul. Zum Ehrenmitglied wurde Frau Dr. Elisabeth Schwarze-Neuß ernannt.

Die Hobbyhistoriker erforschen die Nietlebener Geschichte seit 20 Jahren kontinuierlich und mit großem Engagement. Dadurch entstand eine wertvolle Materialsammlung, die durch die Mithilfe zahlreicher Nietlebener Bürger und in Zusammenarbeit mit anderen Vereinen eine ständige Erweiterung erfährt. Die Ergebnisse dieser Arbeit auch den Anwohnern nahezubringen, war und ist Anliegen heimatkundlicher Wanderungen und Vorträge sowie zahlreicher Veranstaltungen im Heidebad Nietleben. Der jährlich erscheinende Heimatkalender sowie das Blatt „Nietlebens Neuer Heide-Bote“ tragen dazu ebenfalls bei. Unter Leitung von Andreas Leopold, im März 2014 zum neuen Vorsitzenden des Heimatvereins gewählt, werden diese vielfältigen Aktivitäten von den Vereinsmitgliedern fortgeführt und weiterentwickelt.

Manfred Drobny

Foto: M. Drobny
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Facebook | Erschienen am 20.02.2017
Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 10.03.2017
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