Warum die Feuerwehr fast zu spät kam und Halberstadt Touristen verliert - die Woche der Bürgerreporter

Diesen abgebrannten Roller fotografierte Tom Musche.
 
Landesmeister aus Dessau: Daniel Syring, Tommy Streithoff, Toni Kretschmann und Alexander Okrug den SV Turbo 90 Foto: Lars Gorzel
 
Eine Bürgerreporter-Seite in der MZ - Foto: MZ

Als die Feuerwehr in Siersleben nach Ausgsdorf gerufen wurde, wäre sie fast zu spät gekommen. Norman Holenstein berichtet über die Vorfälle. Auch ein abgebrannter Roller an der Autobahn 9 hat für Aufregung gesorgt. Was die Bürgerreporter in dieser Woche beschäftigt hat, folgt an dieser Stelle wieder in unserer Zusammenfassung der Woche.



Es klingt wie aus einem Horrorfilm: Es brennt und die Feuerwehr kann nicht kommen. In Siersleben wäre es fast dazu gekommen. "Als nach und nach die Kameraden in Ihrem Feuerwehrhaus eintrafen, stellten Sie schnell fest, es gibt keiner Fahrer für das große Löschfahrzeug, welches mit dem nötigen Equipment für diesen Einsatz ausgerüstet ist", schreibt Norman H. im Online-Forum. Zum Glück konnte das Schlimmste noch abgewendet werden. "Kurzer Hand wurden die benötigten Gerätschaften in unseren kleinen Mannschaftswagen und auf unser kleines altes Löschfahrzeug, welches schon längst in ein Museum gehört, geladen", schreibt H. Doch er ärgert sich: "Letzteres Fahrzeug hat mittlerweile 36 Dienstjahre (Baujahr 1979) auf dem Buckel hat und entspricht keinerlei neuem feuerwehrtechnischen Standard. Auch die Einsatzbereitschaft dieses in die Jahre gekommenen Fahrzeuges ist nicht mehr zu 100% gewährleistet. Hier wird definitiv am falschen Ende gespart." Dieser Beitrag wurde in der vergangenen Woche am häufigsten gelesen.

Auf Platz zwei der meistgelesenen Berichte landen Sportberichte vom Tus Dieskau-Zwintschöna und von Lars Gorzel aus Dessau.


Über einen brennenden Roller in einer Autobahnunterführung an der A9 hat Tom Musche berichtet. "Zum Zeitpunkt meines Anrufes bei der Polizei, war völlig unklar wann und warum der Roller gebrannte. Gleichzeitig stand im Raum, warum niemand das Fahrzeug bemerkte und die Polizei vorab informierte. Am Samstag erst bin ich dort vorbei gefahren, zu diesem Zeitpunkt lag das Fahrzeug noch nicht da. Spekuliert wird viel", schreibt Musche. Die MZ startete einen Aufruf: "Wem gehört dieser Roller?"


Ebenfalls viele Leser erreichte die Meldung der MZ, nun regelmäßig eine Bürgerreporter-Seite im Blatt zu veröffentlichen. Die MZ hofft damit, den Geschichten der Bürgerreporter Rechnung zu tragen und freut sich über das positive Feedback.


Tote Innenstadt

Viel diskutiert wurde über den Beitrag von Siegfried Behrens. Der Halberstädter beklagte, dass in seiner Stadt immer weniger Touristen anzutreffen sind. "Touristen kommen nur noch zur Dombesichtigung und fahren dann gleich weiter in eine andere Stadt. Samstag ab 14.00 Uhr denkt man, man wäre in einer Schlafstadt. Die gesamte Innenstadt ist tot", schreibt Behrens. Der Bürgerreporter aber meint, Touristen in die Stadt zu locken, sei nicht nur eine Frage des Geldes. Viele Bürgerreporter stimmen zu. Jacqueline Koch aus Eisleben schreibt dazu: "Im Osten gibt es viele wirtschaftlich tote Städte. Unsere ist eine davon. Die Wirtschaft und damit die Kaufkraft ist am Boden. Wir haben einige Museen und Kirchen, welche einen Besuch wert sind. Bevor die Besucher zu den Museen gelangen, laufen sie durch die Stadt. Wenn dort aus jedem geschlossenen Geschäft eine Dönerbude oder ein Asiate wird, ohne deren Arbeit abzuwerten, kann es nichts werden."

Auch zur Gedenkveranstaltung in Zeitz wurden die Meinungen ausgetauscht. Offene Fragen aus der Historie prallen auf Vorstellungen der heutigen Zeit. Nach der Veranstaltung ließ Heiko Schilling Zweifel an der verlesenen Totenliste aufkommen. Es wurde eine Anfrage im Stadtrat von Zeitz angekündigt.

Der Frage nach dem Sinn und Unsinn von Windparks in der Region ist Susanne Meier nachgegangen. Die Bürgerreporterin aus Raguhn-Jeßnitz formuliert ein klares Statement: Ich mag Windräder. "Nicht mehr wegzudenken aus unserer Landschaft sind die Windräder, die Giganten zur Energiegewinnung. Die Meinungen in der Bevölkerung gehen zum Thema Windpark bekanntlich weit auseinander. Von vielen gehasst, weil sie das Landschaftsbild stören, finde ich diese Kolosse faszinierend und sogar noch fotogen", schreibt Meier und löst ebenfalls eine bunte Debatte aus. "An manchen Stellen ist dadurch die Natur ganz schön verschandelt worden. Allerdings ist es nun mal nötig Alternativen zur herkömmlichen Energiegewinnung zu finden und, da gebe ich Annette recht, besser als Atomenergie allemal. Du hast ein interessantes Thema zum Fotografieren gefunden und es sind ein paar tolle Aufnahmen dabei", schreibt Katrin Koch aus Friedersdorf.

Die besten Zeiten hinter sich hat auch eine Gaststätte aus Nordhausen. Peter Blei hat sich dort einmal umgesehen. "In den 80er Jahren hab ich dort geheiratet", schreibt Blei. Auch die Alte Mühle aus Nordhausen, den VEB Drei Steif und bei der Reemtsa Zigaretten-Fabrik hat sich der Bürgerreporter umgesehen.

Kleiner Ort ganz groß

Die Protagonisten des MZ-Mitmachforums sind natürlich die Orte, in denen wir leben. Peter Franz berichtet über Zappendorfs Engagement zum Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". "Beflügelt vom erfolgreichen Abschneiden im Wettbewerb 2014 auf Kreisebene (Bild) beschloss man in Zappendorf, 2015 eine Ebene höher am gleichnamigen Landeswettbewerb teilzunehmen. Eine erste Hürde wurde schon genommen, da unter den insgesamt 109 Bewerbergemeinden Zappendorf zu einer derjenigen 14 Gemeinden zählt, für die ein Begehungstermin festgesetzt wurde. Nach Bekanntwerden dieses Termins wurde in Zappendorf vielfältige Anstrengungen unternommen, um diese Begehung zu einem Erfolg werden zu lassen", schreibt Franz. Dazu zeigt er viele Bilder aus dem Dorf.

Begeistert von Bitterfelds Stadtpark zeigte sich Bürgerreporter Lothar Wobst. "Dort kann man schön die Natur genießen und die Seele baumeln lassen. Der Park ist sehr gepflegt. Jung und Alt können sich hier gut erholen. Auch für die Kinder gibt es einen Spielplatz und ein Tiergehege", schreibt Wobst. Und er meint: "Ich hatte diesen Park eigentlich immer ignoriert und war aber erstaunt wie schön es dort ist." "Beweisbilder" hat Wobst natürlich ins Forum eingestellt.

Jacqueline Koch titelte über ihren Beitrag gleich "Mein schöner Land". Die Eisleberin berichtet von einem Rundgang um den Süßen See. "Der farbenfrohe Blick auf die Weinberge des Weinanbaugebietes Höhnstedt ließen mich einen Augenblick glauben, ich wandere in der Toscana", schreibt Koch, die Fotos von unterwegs mitgebracht hat.

Am Heidesee in Halle hat Brunhild Schmalfuß Augenweiden entdeckt. Sie stellt die "Blütenpracht am Heidesee" vor. "Dort begegneten wir vielen Spaziergängern und trafen auf sehr schöne bunte Gewächse und Bäume bei herrlichen Sonnenschein", schreibt Schmalfuß. Dieter Gantz zeigt die Schönheit von Querfurt.

Highlights der Woche

An manchen Tagen werden bestimmte Orte und ihre Einrichtungen ganz besonders gewürdigt. So erhielt der Zeitzer Jugendbeirat einen Hauptpreis im Wettbewerb "freistil -Jugend engagiert in Sachsen-Anhalt". Reiner Eckel hat darüber berichtet.

In Bad Frankenhause fand das Fliederfest statt. Hildegard Stelzig war vor Ort und sie schreibt: "Jahr für Jahr wird eine Fliederkönigin gewählt. Gemeinsam mit der Sangerhauser Rosenkönigin liefen die Hoheiten, begleitet von niedlichen Kindergartenkindern in schmucken lila Kleidchen durch die Stadt zum traditionellen Pflanzen eines Fliederbaumes."

In Wittenberg wurde die Cranachschlange eingeweiht. Peter Pannicke war vor Ort. "Das Kunstwerk ist ein Beitrag zum Jubiläumsjahr, dem 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren. Zahlreiche Bürger der Stadt nahmen daran teil", schreibt Pannicke.

Beim Rheinmarathon erlebten die Weißenfelser Ruderfrauen ihren großen Clou. Katja Züger berichtet vom Rheinmarathon. "Die Ergebnisse wurden reichlich später bekanntgegeben. Mit Erstaunen erfuhren wir, dass uns nur 21 Sekunden zum 2. Platz fehlten. Auf unseren 3. Platz sind wir als Nicht-Rheinanlieger echt stolz",schreibt Züger, die weiß: Zwischen der Saale und dem Rhein liegen Welten.

Das letzte Wort ...


... bekommt in dieser Woche der ASB-Landesverband. Mit ihren wöchentlichen Erste-Hilfe-Tipps versuchen sie, Menschen in Notsituationen Hinweise auf die ersten Schritte zu geben. Vergangene Woche machte der Verband auf Kreislaufprobleme aufmerksam. In dieser Woche geht es schnelle Hilfe für verletzte Vierbeiner. Damit kann ja nichts mehr schiefgehen.

Vielen Dank allen Autoren für die vielen Beiträge.
An dieser Stelle noch einmal die Erinnerung an unser Seminar im Juni.
Viele haben sich noch nicht zurückgemeldet. Kommen Sie? Schreiben Sie an mz-buergerreporter.de. Wer zusätzlich kommen möchte, hat am 1., 2., und 3. Juni noch Gelegenheit.
Ich freue mich auf eine Rückmeldung und viele Berichte.
Vielen Dank
Kathleen Bendick
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