Weitere LivingLab-Gäste: IllustratorInnen-Kollektiv besucht die Zukunftsstadt Halle-Neustadt

Das LivingLab, ein Programm des Aktionsfelds 2 der Zukunftsstadt-Initiative, hat weitere Gäste! Diese haben sich über die Beantwortung der folgenden Fragen zu ihrem Aufenthalt geäußert:


Collective Rosi
Nadine Kolodziey, Chris Harnan, Lenia Hauser


Alter: 28, 26, 27
Wohnort: Berlin , London, Halle
Beruf: KünstlerInnen

Sie lebten vom 02. bis 09.02.2017 im LivingLab.


Warum bist du/sind Sie in das LivingLab gezogen?

N: Ich finde es ist eine tolle Gelegenheit, sehr konzentriert gemeinsam einen gestalterischen Kommentar zu und mit der Umgebung zu gestalten.

C:  Es ist eine spannende Möglichkeit sich etwas hinzugeben, in einem sehr ausserirdischen Ort, gerade als nicht deutschsprachiger Ausländer- das hat mich am meisten interessiert. Nicht nur als Individuum, aber ich wollte sehen wie ich darauf reagieren würde.

L: Ich wollte Neustadt und seine BewohnerInnen kennenlernen, einen Eindruck erhalten, was es bedeutet dort zu leben. Außerdem arbeiten wir im Kollektiv mit einem besonderen Zeichen-Workshop-Konzept, welches wir in Neustadt testen wollten.


Was hat Sie/Dich am meisten überrascht?

- N: Die Einwohner von Halle-Neustadt haben das Projekt direkt begrüßt und eigeninitiativ auch kulturelles Programm parallel zu unseren Aktionen erstellt. 
Aus ihrem Engagement ist ein musikalischer Abend und eine Jam-Band entstanden, dies finde ich sehr überraschend und bemerkenswert.

-C: Wie einfach es war Interaktion mit den Anwohnern aufzubauen. Die Lokal-ansässigen haben sich selbst stark in unsere Arbeit eingebracht. Das Potential einer Zusammenarbeit hat mich davon überzeugt, dass man die Bewohner wirklich als treibende Kraft in Kulturarbeit einbeziehen könnte.

-L: Wie still es ist, tags wie nachts. Nur die Autos, von der Magistrale kommend, hört man manchmal.


Für wen ist Neustadt genau der richtige Ort zum Leben?

N: Momentan würde ich sagen für Menschen, die in ihrer eigenen Welt leben und Halle mögen weil es so ist, wie es ist.

-C: Menschen, die sich Platz wünschen und Ideen haben. Mir ist aufgefallen, wie viel Potential die leeren Gebäude haben könnten, und dass sie gar nicht genutzt werden.

-L: Für Menschen, die körperlich eingeschränkt sind. Für Menschen, die grüne Wiesen mögen. Für Menschen, die ein geringes Einkommen haben. In der Zukunft sollten mehr Menschen dort leben, die ihr Wohnumfeld aktiv gestalten wollen. Dann könnten sich all diese Menschen begegnen.


Was hat die Altstadt, was Neustadt nicht hat?

N: Schöne Kaffees, in denen man gern und lange sitzt.

C: Modepartys

L: Verwinkelte Strassen, Höhenunterschiede


Wie stellst du dir Neustadt in 30 Jahren vor?


N: Ich denke es wird sich nicht viel ändern. Vor allem wenn man den Qualitäten der Stadt eine Zukunftsstadt-Vision überstülpen würde, ohne die Bewohner aktiv einzubinden.

C: Ohne die richtige strukturelle Begleitung oder das Fundament wird es nicht viel Veränderung geben.

L: Wenn man jetzt daran geht, die BewohnerInnen aktiv in langfristige kulturelle Strukturen einzubinden, denke ich, dass es eine multikulturelle farbenreiche Stadt werden könnte.


Warum kommst du (nicht) wieder?


N: Ich komme gern wieder, die Stadt hat ein riesiges Potential, welches durch kreative Ideen und Initiativen geöffnet werden müsste. Dies könnte den ersten Anreiz schaffen auch langfristig zu bleiben.

C: Wenn man in die Stadt Zeit und Optimismus investiert, dann hat man auch ein Interesse daran, wie es sich entwickeln könnte. Ich würde gern sehen, ob dies richtig angepackt wird.

L: Ich komme gern wieder, wenn es ein weiteres LivingLab gibt oder andere Künstlerprogramme, wie ein offenes Residenzprogramm, Ateliers, offenere Kultureinrichtungen.


Wie hast Du Deine Zeit im und außerhalb des LivingLabs verbracht?

N: Wir haben mit viel Spaß und Optimismus ausserhalb des LivingLabs die Gegend und ihre Bewohner besucht, um dann im LivingLab zu reflektieren und zu zeichnen.

C: Wir haben mit Neustadtbewohnern Zeit verbracht und reagierten zeichnerisch auf unsere Erfahrungen. Am Ende hoffen wir, mit unserer Arbeit beide Räume zusammen zu bringen.

L: Wir haben uns durch die Stadt bewegt, uns spontan mit ihren Bewohnern unterhalten. Aus unseren Eindrücken entstanden dann Bilder, welche wir in einer kleinen Ausstellung und einer Publikation zusammen brachten.


Hast Du ab und zu die Gegend erkundet und wenn ja, gab es Wege, die Du immer wieder (gerne) gegangen bist?

-N: Wir waren vor allem draussen, um zu zeichnen und die Gegend zu erkunden. Dabei fiel uns auf, dass wir im Grunde immer wieder die selbe große Schleife liefen.

-C: Wir haben viel unserer Zeit im Umfeld der Wohnung verbracht. Wir haben versucht diese komplett zu erforschen. Natürlich bräuchten wir mehr Zeit, um dies noch konzentrierter machen zu können.

-L: Wir haben uns wirklich kreisförmig um die Wohnung herum bewegt und so einen kleinen Eindruck von den verschiedenen Facetten des Neustadt-Lebens einfangen können. Weil unsere Wege nicht sehr kompliziert waren, entwickelten sich schnell Routinen, die uns dabei halfen uns auf Details zu konzentrieren.
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