Weniger Geld für Stadtmarketing in Halle

Halle (Saale): Stadt Halle | Der Geschäftsführer der Marketinggesellschaft fürchtet aufgrund der geplanten Kürzung des Zuschusses durch die Stadt Halle um 200.000 Euro starke Einschränkungen. Mehr Fremdfinanzierung will Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand.

Der Haushaltsentwurf der Stadt Halle für 2015 sieht die Kürzung für das Stadtmarketing um 200.000 Euro auf 900.000 Euro pro Jahr vor. Das bedeutet verkürzte Öffnungszeiten der Touristeninformation, keine Werbung für Laternenfest und Weltkulturerbeantrag der Franckeschen Stiftungen sowie weniger Auftritte bei Reisemessen, wie aus einem Papier hervorgeht, das Stefan Voß, der Geschäftsführer des Stadtmarketings, an einige Stadträte übergeben hat.

Drastische Einschränkungen für Stadtmarketing

Die Kürzungen hätten zur Folge, dass die Touristeninformation nur noch an Wochentagen von 10 bis 18 Uhr besetzt ist und dass es keine Wochenendöffnungszeiten mehr gibt. Halle könnte sich kaum noch auf internationalen Reiseveranstaltungen und anderen Messen präsentieren. Das könnte für die Stadt Halle jährlich einen Verlust von bis zu 15.000 Übernachtungen bedeuten, ebenso müssten zwei Stellen gestrichen werden.

Gesellschaft mit mehreren Partnern

Anteile an der Stadtmarketinggesellschaft hat nicht nur die Stadt Halle, sondern über kleinere Anteile verfügen auch der Wirtschaftsförderverein Pro Halle, der Förderverein Region Halle, die Martin-Luther-Universität und die Citygemeinschaft. Das Stadtmarketing beschäftigt gegenwärtig 18 Mitarbeiter. Bisher zahlte die Stadt jährlich 1,1 Millionen Euro an die Marketinggesellschaft; hinzu kommen Projekt- und Werbemittel über 164.000 Euro sowie 65.000 Euro vom Verein pro Halle. In der Touristeninformation verkauft das Stadtmarketing Werbeartikel und Gruppenführungen. Das Hauptaugenmerk des Stadtmarketings liegt in der Tourismuswerbung.

Kürzungen könnten aufgefangen werden

Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) ist der Meinung, dass die Marketinggesellschaft die Kürzungen auffangen könnte und der Geschäftsführer seine eigenen Ideen einbringen müsse. Der Schwerpunkt des Stadtmarketings sollte Wiegand zufolge im Tourismus- und Wissenschaftsmarketing liegen. Bodo Meerheim (Linke), Vorsitzender des Finanzausschusses im Stadtrat, meint, dass das Stadtmarketing infolge der Kürzungen nutzlos wäre, und spricht sich gegen die Leistungsstreichung aus. Denis Häder (Mitbürger), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, steht den Kürzungen ebenfalls kritisch gegenüber, und sieht in der von Oberbürgermeister Wiegand angedachten Einwerbung von Fremdmitteln ein Problem mit dem Beihilferecht der EU.
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