Zeitreise auf der Saale!

Halle (Saale): Saale | „Eine Seefahrt die ist lustig‚ eine Seefahrt die ist ...“.

Eine Schiffsfahrt auf der Saale hat vielleicht nicht allzu viel mit einer Seefahrt gemein. Jedenfalls kann das Prädikat lustig hier nicht bestätigt werden. Schade eigentlich für eine Region, in der Tourismus eine Chance für wirtschaftliche Entwicklung sein könnte. Eine Chance, auf weiche nicht verzichtet werden darf. Selbstredend ist der Faktor Nachhaltigkeit unabdingbar und ein Muß; denn Erfolg basiert auf der Lust nach mehr - und auf Weiterempfehlungen.

So verlockend sich das Angebot zu einer Picknickfahrt auf der Saale auch anhörte‚ eine Wiederholung? Nein! Und weiterempfehlen? „Schweigen ist Gold“ sollte hier gelten.

Hervorstechend war allenfalls die Sonne‚ dies dafür aber unbarmherzig für all jene, welche während der Reisezeit auf dem Oberdeck der „Unstrutnixe“ ausharren mußten. Schatten war hier ebenso Fehlanzeige wie die Möglichkeit eines Platzwechsels - und dies während der kompletten 6-stündigen „Vergnügungsfahrt". Apropos Vergnügungsfahrt, vielleicht hätte man in der Werbung darauf hinweisen sollen‚ daß es sich bei diesem Angebot um eine Zeitreise handelt. Denn genau dieser Eindruck stellte sich bereits unmittelbar nach Betreten der „Unstrutnixe“ ein. Nein, die Honorigkeit des alten Fräuleins an sich geht noch in Ordnung. Doch damit war ‘s das auch schon‚ denn der Wohlfühlfaktor sank trotz Reservierung bereits bei der Platzsuche. Gewiß waren die fünf „reservierten“ Plätze vorhanden‚ einer vielleicht vorderschiffs, einer mittschiffs und auf dem hinteren Sonnendeck am Heck konnte auch noch was frei sein.

Freilich kann man von einer Reservierung für 5 Personen ja schon mal unterschiedliche Vorstellungen haben. Als absolut absurd darf jedoch die Zumutung gelten, 2 Kleinkinder irgendwo zwischen Fremden unterzubringen, weil dort zwischen 2 überdimensionierten Hintern gemäß dem Besetzungsplan noch ein dritter Platz sein mußte. Dort war ja auch noch einer‚ gerade mal reichlich für eine nicht allzu üppige Handtasche - wofür er auch genutzt wurde. Die Bänke für jeweils 3 Personen erinnerten irgendwie an die Kindergartenzeit. Doch auch dort hatte man diese als nicht ausreichend spätestens nach der Wende verworfen.

Ja‚ einen geeigneten Platz für unsere kleine Gruppe zu finden gestaltete sich somit sofort als Problem. Der Hinweis des Personals, frühzeitiges Erscheinen sichere die besten Plätze, mißachtete die Tatsache, daß es sich um eine Reservierung handelte und Gruppen üblicherweise zusammensitzen. Dies zumindest in der Neuzeit, in der man als Gast auf einem Ausflugsschiff zumindest ein wenig Service und Bequemlichkeit erwarten darf. Nicht so auf der „Unstrutnixe“. Aber schließlich waren doch noch 3 Plätzchen nebeneinander zu finden. Um dann wechselweise beieinander sitzen zu können!!!

Wohl denen‚ die dann im Wechsel in der Sonne stehen mußten oder durften, hatte man doch dabei wenigstens die Möglichkeit zur Bewegung, denn diese war auf den Bänkchen nicht gegeben. 3 Personen auf der einen Seite des Tisches und 3 auf der anderen und darunter 12 Füße dicht an dicht. Ohne Raum, diese mindestens einmal ausstrecken zu können‚ ohne bei anderen anzustoßen. Die Füße waren also still zu halten.

So gestaltete sich denn auch das Umdrehen nach Sehenswürdigkeiten beschwerlich. Was jedoch nicht allzu oft vonnöten war dank des über große Strecken recht üppigen Uferbewuchses‚ der vieles vor den Blicken der Passagiere verdeckte,.

Tut mir leid, sehr geehrte Damen und Herren von der SUSG (Saale-Unstrut-Schifffahrtsgesellschaft). Diese Flußfahrt am 24.07.2106 war als ein Geburtstagsausflug gedacht. Doch so hätte man sich dies nicht vorgestellt!

Gewiß fordert die Marktwirtschaft ihren Tribut und fördert daher manch herbe Enttäuschung‚ welche in diesem Fall auch das echt gelungene Picknick überhaupt nicht wettmachen konnte.

So steht als Fazit dieses Ausflugs meine Meinung‚ welche ich hiermit als Auflistung des Wahrgenommenen und der Eindrücke begründe: Das Gebotene war das Geld nicht wert. Wobei an diesem Punkt der Begriff Zeitreise nicht greift‚ denn bezahlt wurde nicht in Taler‚ nicht in Aluchips oder D-Mark‚ sondern in Euro - und das ganz neumodisch: nämlich zu viel im Verhältnis zum fehlenden Wohlfühlfaktor.

Solche Veranstaltungen sind keine Werbung für den Tourismus in unserer Region‚ denn das Gefühl von Sardinen in einer Büchse dürfte wohl nur ganz selten zum Wunsch nach Wiederholung führen und eher nicht zu Weiterempfehlungen. Doch genau das wäre es‚ was BLK als touristisches Ziel festigen kann. Da ist noch Luft nach oben‚ zukünftig gilt es danach zu streben.

G. Rink, Zeitz
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