„Zukunftsstadt Halle“ - Besuch im Living Lab in Halle-Neustadt

Unstrutstraße 7 in Halle-Neustadt - hier befindet sich das Living Lab
 
Das Team der Illustratoren im Living Lab: Chris, Nadine und Lenia (von links nach rechts)
Halle (Saale): Living Lab | "Living Lab" – Was wird sich hinter diesem Begriff verbergen? Mit diesen Gedanken machte ich mich auf den Weg in die Unstrutstraße 7. Hier befindet sich eine Gästewohnung, gefördert vom Bauverein Halle Leuna eG, in der sich Teilnehmer des Projekts „Zukunftsstadt“ einmieten können- vorgesehen vor allem für kreative Mitmenschen, die sich vor Ort ein Bild vom Leben und den Möglichkeiten in Halle-Neustadt machen wollen . Der Wettbewerb „Zukunftsstadt“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Er soll helfen, Visionen vom Leben und Arbeiten in einer Stadt in 30 oder 50 Jahren zu entwickeln. Dazu gehören vielfältige Aspekte - die Schaffung bezahlbaren Wohnraums sowie sicherer Arbeitsplätze ebenso wie eine nachhaltige Verkehrs- und Infrastruktur, die Zuwanderung oder die Folgen der Energiewende. Jetzt in der 2.Phase des Wettbewerbs sind von ursprünglich 51 Städten noch 20 Städte übrig geblieben; Halle (Saale) gehört dazu.

Lenia Hauser vom Science2Public-Team empfing mich. Unter der Leitung dieses Teams waren seit 1.Januar verschiedene Wissenschaftler und Künstler in der Gästewohnung eingezogen, um das Leben in Halle-Neustadt genauer kennenzulernen. Anwesend waren auch –gerade erst eingezogen – die Illustratoren Nadine Kolodziey und Chris Harnan (Großbritannien). Sie werden sich in den nächsten Tagen die Stadt anschauen, mit Menschen zusammentreffen und in Skizzen festhalten, was sie gesehen und erlebt haben. Mit ihnen unterhielt ich mich über das ungewöhnliche Projekt.
Alle drei berichteten voller Begeisterung über ihre Vorstellungen von der Zukunftsvision dieser Stadt.

Drei Aktionsfelder gilt es dabei innerhalb des Projekts zu bearbeiten:
Im ersten Aktionsfeld geht es um die Entwicklung Halle-Neustadts zu einer Bildungshochburg, bei der dem Schulzentrum Kastanienallee eine wichtige Bedeutung zukommt. Aber auch der Standort Weinberg Campus soll hier –stärker als bisher- integriert werden.
Das „Living Lab“ – ist Bestandteil des 2.Aktionsfeldes. Kunst und kreatives Mitgestalten stehen dabei im Mittelpunkt. Hierbei soll vor allem die Entwicklung einer vielfältigen kulturellen und künstlerischen Betätigung der Einwohner und ihrer Gäste gefördert werden- wobei es notwendig ist, die Ergebnisse dieser Arbeit auch allen in einer geeigneten Form zu präsentieren. Vorhandene Möglichkeiten, beispielsweise im „Kulturtreff Neustadt“ sollen und müssen besser genutzt werden. Dieses Aktionsfeld, in dem unsere Illustratoren bis 7. Februar tätig sind, wird noch bis 28. Februar 2017 umgesetzt. Die nächsten Gäste, vier Architekturstudenten der Royal Danish Academy of Fine Ars, School of Architecture, die auf Entdeckungsreise durch Halle-Neustadt gehen werden, beziehen vom 9. bis 12.Februar das Living Lab.
Im dritten Aktionsfeld, das sich anschließt, sollen neue Wohn- und Arbeitsformen in Halle-Neustadt diskutiert werden. Die Verwendung frei stehenden Wohnraumes, die Umgestaltung der Scheiben in Halle-Neustadt oder auch die Frage nach einer neuen Form des Zusammenlebens im Alter stehen hier im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Lenia, Nadine und Chris als derzeitige Mieter der Gästewohnung müssen alle ihre Aktivitäten dokumentieren und am Ende des Aufenthalts einen Fragebogen mit ihren Eindrücken vor Ort ausfüllen. „Mit der Stadt und über die Stadt arbeiten“- das ist der Anspruch, den sie an sich stellen. Dass sie dabei u.a. mit der Stadtverwaltung, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Kunsthochschule Burg Giebichenstein zusammen arbeiten, ist selbstverständlich. Wünschen wir ihnen dabei viel Erfolg!

Eine Zukunftsvision von einer lebendigen und lebenswerten Stadt zu entwickeln, ist eine lohnenswerte Aufgabe. Sie braucht die Unterstützung aller. Weitere Living Labs werden wohl -verteilt auf die ganze Stadt- notwendig und nützlich sein.
Hoffen wir, dass der Einsatz aller am Projekt Beteiligten dazu führen wird, dass Halle (Saale) auch die 2.Etappe des Wettbewerbs erfolgreich meistern kann, um dann in die letzte Etappe aufgenommen zu werden.

Weiterführende Links:
https://halle.neu.stadt-2050.de/2016/12/zimmer-fre...)

Manfred Drobny

Fotos: Manfred Drobny
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Weiterveröffentlichungen:

Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 15.02.2017
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1 Kommentar
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Brunhild Schmalfuß aus Halle (Saale) | 06.02.2017 | 10:03   Melden
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