Zum Doping in Deutschland - ein Vergleich

Ein Leserbrief zum Kommentar vom 05.08.2013, S. 4 in der MZ von Herrn Ch. Elsaesser.

Da Kritiken an Redakteuren nur äußerst selten in der MZ veröffentlicht werden - nutze ich hier diese Pattform! - Die Mail wurde am 07.08.2013 an die MZ gesandt!



Herr Elsaesser meint, dass man die Dopingsysteme in Ost- und/oder Westdeutschland nicht miteinander vergleichen dürfte, da man sonst Äpfel mit Birnen vergleiche.
Ein sehr wahrer Obst-Schluss, den der Autor zog!


"Aber, der Sport in der DDR, einem ehemaligen totalitären Staat mit seinem Repressionsapparat, hat immer einen höheren Doping-Organisationsgrad erreicht – als in einer medial überwachten Demokratie". So so!

Wo blieb denn da die mediale Überwachung im demokratischen Westdeutschland? Hatten die Medien auf dem Gebiet des Dopingproblems nur Wahrnehmungsdefizite oder fand alles unter einer absolut strengsten Geheimhaltung statt?????

Nun, im benachbarten Artikel von Reincke/Kortus, wenn einerseits vom organisierten Staatsdoping gesprochen wird und andererseits von einer Forschung in Westdeutschland, die ins Leere lief und es wurden keinerlei leistungssteigernde Wirkungen der untersuchten Mittel festgestellt. Wie wird die Bevölkerung leider eigentlich noch verdummt in Bezug wissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Was in einer Retorte gemixt wird, kann nur an Probanden getestet werden.


Die Kolbe-Spritze (Kanute M. Kolbe) enthielt keine auf irgendeiner Dopingliste stehenden Mittel – so die offizielle Interpretation des Dopingtests. Verabreicht wurde, man mag es kaum glauben – nur Vitamine!

Auch das Mittel Dyn-Vital wurde in der DDR z.B. den Schwimmern verabreicht – wir die Eltern wurden informiert, dass es Vitamine seien zur Nahrungsergänzung.

Unterlagen aus der damaligen Dopingforschung in Freiburg und/oder Köln sind geschreddert worden. Namen der Leute und Sportler, die die Mittel in ihren Wirkungen erforscht, verabreicht und eingenommen haben - um Himmelswillen, die können und dürfen nicht veröffentlicht werden. Fallen sie etwa unter das Datenschutzgesetz???

Ja, Herr Elsaesser schrieb zu Recht, das Dopingproblem in Ost- und Westdeutschland kann und darf man nicht vergleichen, sonst will man Äpfel mit Birnen vergleichen. Wie wäre es mit Quitten, da es die Sortengruppen Apfel- und Birnenquitte gibt? Vielleicht doch eine Annäherung?


Machen wir es uns nicht zu einfach mit den Begriffen Antrags- und Auftragsforschung. Auftragsforschung durch den DDR-Staat und nur eine Antragsforschung durch westdeutsche Ärzte. Woher kamen die Forschungsgelder für die Ärzte???
Ja bitte schön, an wem haben denn die Ärzte die ominösen Mittel und deren Wirkung erprobt – doch nicht etwa an Ratten und Mäusen???


Herrn Treutleins Worte (zur Antrags- und Auftragsforschung) gehören auf eine Kanzel, will man seinen Worten glauben, das Wissen über nicht veröffentlichte Daten bleibt in einer sehr trüben und undurchdringlichen Wolke der Vergangenheit verborgen.

(MZ S.4 unten in der gleichen Ausgabe)

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