Ein erstes Frühlingswochenende

...liegt heute - am Montag - hinter uns.

Strahlender Sonnenschein lockte Klein und Groß, Jung und Alt nach draußen in die Natur. Herrlich frühlingslind war schon die Luft - die Wintermäntel bekamen eine Gelegenheit zur Pause und die frohen Farben belebten das Umgebungsgrün - die der Kleidung und die des Blühens rings um uns.

Wer dankbar und mit offenen Augen die ersten Frühlingsstunden genoss, bemerkte die vielen Bienen, die eifrig ausschwirrten, um die vielen Krokusse, Schneeglöckchen, Märzenbecher und Primeln zu besuchen, der sah auch den Übermut der Tiere, mit dem sie sich austobten, der hörte den Vogel zu, wie sie beschwingt die schönsten Melodien aus der Kehle pfiffen.
Das Wasser plätscherte heller, die Stimmung war fröhlicher und das beginnende Frühjahr machte jeden heiterer.

... vorausgesetzt, es laufen einem keine Banausen über den Weg, denn solche gibt es in unserer Stadt auch. - Leider!

Wir besuchten am Sonntag den Pestalozzi-Park und erfreuten uns an den prächtig geöffneten Krokussen, die im Park flächig die Wiesen bedecken. All die vielen Saalestädter, die es in den Park gelockt hatte und die es uns - zivilisiert vom Wege aus - gleich taten, freuten sich mit.
Nur eine Großfamilie, mit kleinen Kindern und vielleicht auch mit einer Reihe gleichgesinnter Freunde, störte das freudige Bild empfindlich:

Diese Leute zogen doch tatsächlich im Pulk mit Kind und Kegel - mit Kinderwagen und die Kleinen mit Laufrädern bewaffnet - ohne links und rechts die Schönheit wahrzunehmen, wie die Berserker über die blühende Wiese. Sie hinterließen eine Spur der Vernichtung - die Kleinen wie auch die Großen traten und fuhren alles nieder, was ihnen unter die Füße und die Räder kam.

Schon kleine Kinder können behutsam darauf aufmerksam gemacht werden, wie sehr man sich nach einem langen Winter über die ersten Frühlingsblumen freut und wie schön sie im Sonnenschein die Fläche mit ihrer zarten Farbe bedecken. Bereits da wird der Grundstein gelegt, den Kindern Achtung vor der Natur und ihren Werten beizubringen - so allerdings lernen sie etwas viel Rigideres:

Die Schätze der Natur ? Sagen sie sich wirklich: Tritt alles nieder, es kostet nichts und darum ist es nichts wert - ...und es gibt ja auch genug davon.

*~*~*
Das Gras - die Saat - tritt ruhig nieder,
im nächsten Jahr wächst alles wieder,
rauch flott im Holz, schür dir ein Feuer,
das freut den Förster ungeheuer.
*~*~*

So sieht scheinbar die Lebensmaxime solcher Leute aus ...
Sie können mir nur leid tun, aber sie machen mich böse mit so viel Ignoranz und dieser erbärmlichen Gleichgültigkeit, die sie an ihre Kinder weitergeben und die uns in der nächsten Generation mit gleichem Verhalten bedrohen wird...

Leider habe ich es vor Empörung versäumt, den Fotoapparat auf diese Gruppe zu richten, mein Entsetzen war größer, als das Denken erlaubte.

So kann ich nur die wehrlosen Blumen zeigen und an die Vernunft appellieren.
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Ellen Röder aus Alsleben (Saale) | 09.03.2015 | 17:55   Melden
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