Ein 'Neck-mich-mal' am Weidezaun

 
Der Vogel lacht
Was ist das denn?
Die Auflösung kommt schnell daher:

Wir besuchten am Wochenende zum
Tag der offenen Tür die Straußenfarm
in Stichelsdorf.

Dort hatten wir die kleinen und großen
Stauße direkt vis-a-vis und es kam über
den Zaun hinweg zu einem amüsanten
Geplänkel....
;-)

Mein Vis-a-vis

... zu Bild 1

Ein 'Neck-mich-mal' am Weidezaun
will durch des Zaunes Latten schaun -
der Hals ist lang, der Vogel keck.
Ich bleibe da, gehe nicht weg.
*
Das freut den Strauß, drum langt das Tier
mit seinem Schnabel schnell nach mir,
erreicht mich nicht, ich weiche aus.
Ich spiele 'Neck-mich' mit dem Strauß.
*
Er senkt den Kopf ab bis ins Gras
und zeigt mir, das macht keinen Spaß,
doch bleibt er wachsam und schnappt fix
nach mir, das bringt ihm aber nix!
*
Ich will ein Bild, die Linse glänzt,
Neugier vom Strauß ist unbegrenzt,
er fädelt seinen Hals sogleich
um jenen Zaun von seinem Reich.
*
Doch er ist drinnen und ich drauß.
Der Schnabel ist sehr hart vom Strauß,
die Kamera am breiten Band
bleibt lieber doch in meiner Hand.
*
Ein Knips und weg, so schnell es geht,
sonst ist für alles es zu spät,
der Vogel treibt es ganz schön weit,
er hat ja jede Menge Zeit.
*
Die Sonne scheint, still ist es hier,
vertieft ins Spiel - sind beide wir,
mit Spaß, doch sehe ich mich vor,
sonst wird schnell draus ein Eigentor.
;-)
******************** MM **********************

Sehr lang war der Rundgang nicht, denn das größte Areal ist den Tieren vorbehalten. Wir Besucher blieben auf den Wegen hinter dem Zaun.
Aber da die Zeit sich schon dem Abend und damit der Zeit der Fütterung zuneigte, verstreuten sich die Strauße nicht auf der weitläufigen Anlage, sondern hielten sich bereits in der Nähe des Zaunes auf.

Eine solche Nähe rentiert sich für Fotos.

Wir gedachten, sie dafür auch gut auszunutzen und investierten Zeit für Kontakt, für ein bisschen vorsichtiges Plänkeln und wurden mit eine Menge Spaß belohnt.
Unsere Fotoausbeute konnten wir erst daheim sichten, denn die Sonne meinte es fast zu gut mit uns und der Display spiegelte ganz entsetzlich.

Ganz niedlich fanden wir die kleinen Straußenkinder, die sich im Grünen aufhielten und sich beständig zum Grüppchen formierten. Die Gemeinsamkeit bietet ihnen Sicherheit.
Ihre großen und langbewimperten Augen, die auch beim ausgewachsenen Tier das Beherrschende des Kopfes sind, suggerieren dem Betrachter, es läge ihre Seele in diesem Blick.

Da mag man gar nicht daran denken, dass sie gezüchtet werden, um eines Tages als simples Fleisch - als Keulen und Steaks - auf den Tellern von Feinschmeckern zu landen.

Der Vogel lacht...

... zu Bild 2

Der Vogel lacht - so sieht es aus,
wenn er sich amüsiert, der Strauß,
könnt er's, er hätte mich gelobt,
dabei hab ich ihn nur gefoppt...
*
Doch schlägt mir das Gewissen nicht,
es ist ja nicht des Vogels Sicht -
das kleine bisschen Her und Hin
barg Freude und somit Gewinn.
*
Der Langeweile Einerlei
war für das Tier mal kurz vorbei,
nichts als nur Spaß war angesagt,
dafür hat er sich vorgewagt.
*
Der Augen Glanz, sein Muntersein
fing ich in diesem Bilde ein -
er lacht mir zu und ich zurück.
Es gibt auch für das Tier ein Glück.
*
Und als ich ging, sah er mir nach,
da war ein kleines bisschen ACH,
er blieb zurück - lacht hinterher.
Als Foto bleibt nun bei mir er.
;-)
************** MM ************

Im Informationsblatt des Hofes steht zu lesen:
..Die Strauße wachsen stressfrei auf, ernähren sich rein pflanzlich ohne Beimengungen von Futtermittelzusätzen. Die großen Weideflächen garantieren Bewegungsfreiheit und das Ausleben von artspezifischem Verhalten.

Aber schon der Nachsatz:
Nur so entsteht Fleisch mit vorzüglichen Eigenschaften zeigt,
was ihnen blüht, diesen kleinen Puscheln, die da fröhlich im Gatter herumflitzen.

So ist nun mal der Lauf der Dinge, ihr Leben ist vorherbestimmt.

Straußen-Kita

... zu Bild 3

Die Straußenkinder sind im Garten,
wo sie noch auf ihr Leben warten -
sie leeren ihren Napf und wissen
vom Leben noch nicht, was sie müssen.
*
Noch sind sie klein und auch sehr bang,
sind aus dem Ei noch gar nicht lang,
die große Welt ist ihnen fremd. -
Der laue Wind die Federn kämmt.
*
So ist das, denn ihr Lebenszweck
nimmt ihnen mal das Leben weg -
nur eine Zeitlang sind sie Gast
solange das dem Menschen passt.
*
Doch wer sie sieht, den Seelenblick
der großen Augen, der wünscht Glück
auf ihren Weg, in ihrer Zeit
geschehe niemals ihnen Leid.
*
Wer denkt an Keulen, Fleisch und Steak,
an Essen, ...nähm das Leben weg,
dem Puschel, der durchs Gatter wetzt,
oh, .... der entsetzt!
*
Der Lauf der Dinge liegt versteckt,
vor uns, vor ihnen, niemand weckt
Gedanken, die ein Schleier hüllt
und die nicht passen in das Bild.
;-)
********** MM ***********
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 17.08.2016
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4 Kommentare
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Jacqueline Koch aus Eisleben | 15.08.2016 | 09:19   Melden
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 15.08.2016 | 10:44   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 15.08.2016 | 18:22   Melden
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