Wieder mal ein Büchlein fertig !

      Dieses Mal ist es ein ganz privates - nämlich ein Fotobuch für unseren sechsjährigen Enkelsohn, der Anfang des nächsten Monats mit Riesenranzen (im Verhältnis zum Kind) und bunter Zuckertüte in einer von Dresdens Grundschulen eingeschult werden wird, um ab dann mit dem Lernen zu starten - egal ob wollen / sollen / oder müssen....
Das hoffentlich lebenslange Abenteuer LERNEN beginnt für ihn.

Die große Zuckertüte zu füllen, ist eindeutig das elterliche Vorrecht. Als Großeltern kommen wir da eine ganze Nummer kleiner daher, aber mit etwas Einfallsreichtum lassen sich auch von Großeltern Geschenke zaubern, die dem Kind - sogar kalorienarm - die weitere Zeit versüßen.
Für mich war das Anfertigen eines Fotobuchs absolutes Neuland. Ich glaube, ich habe mich schwer damit getan.

Bei meinem ersten Versuch bin ich gleich mitsamt der fast fertigen Arbeit ins kalte Wasser gefallen. Mein PC war unfreundlich und hat sich zwischen zwei Arbeitsschritten glattweg aufgehängt.
Mit plötzlichem Erschrecken fiel mir erst dabei auf, dass ich im Eifer des Gefechts noch gar nicht nach einem versteckten Button zum Zwischenspeichern meiner Arbeit gesucht hatte. Welch peinlicher Anfängerfehler! - Bingo! - Das Ergebnis: 1 - 2 - Fix - war alles im Eimer und ich musste wieder bei NULL beginnen.

Zwar hatte ich alle Bilder und auch die Textentwürfe noch, aber Anordnung und Einpassung auf den Buchseiten waren futsch. Da habe ich ein langes Gesicht gezogen und war erst mal pappesatt.
Meine Augen gestatteten es mir nämlich nicht, gleich am nächsten Tag mit Elan wieder neu zu beginnen. So eine Alte, wie ich, brauchte unbedingt eine Pause.

Pausen können aber etwas sehr Kreatives sein, wenn man den Ärger weglässt und sich auf etwas Fertiges freut, das zu diesem Zeitpunkt noch Zukunftsmusik ist.

Man kann nämlich auch das Unangenehme mit dem Nützlichen verbinden.

Alle Schreiberlinge sind niemals mit ihren Texten per se zufrieden. Immer wieder werden da neue Stellen entdeckt, die noch viel besser ausgefeilt werden könnten, oder es kommen sogar noch zusätzlich Ideen zutage. Die schon vorhandenen Gedanken schubsen einfach gleich weitere an und treten ganze Lawinen los, die dann unbedingt noch umzusetzen sind.
Bei mir ist das nicht anders.
Also feilte ich an den Texten herum und schrieb zusätzlich noch eine ganze Reihe neue und hatte jede Menge Ideen. An Fotos dazu mangelte es mir nicht, denn noch sind die Oma-Opa-Tage bei unseren Enkeln begehrte Zeiten.

Ach, hab ich es eigentlich schon erwähnt, dass ich für dieses Fotobuch nicht nur einfach ganz normale Begleittexte und Bildunterschriften einzusetzen gedachte?
Nein, als dichtende Oma habe ich ausschließlich kleine, zu den Fotos passende, erklärende, beschreibende und auch lustige Kindergedichte geschrieben.

Siebenundvierzig an der Zahl sind es geworden, die unser Enkelkind durch seine schöne Vorschulzeit begleiten und sie ihm für die Zukunft unvergesslich machen sollen.
Da findet sich u.a. auch ein kleines Gedicht zum Lesen ... (ganz wichtig bei uns...), zum friedlichen Miteinander, zur gegenseitigen Achtung von Groß und Klein, auch dass wir Alten schon nicht mehr ganz so schnell laufen können, wie er und ganz zum Schluss, dass ihm der erste Schritt aus allem unbeschwerten Spiel ins ernsthafte Lernen bevorsteht. ;-)

Nun liegt das Buch meiner abendlich-nächtlichen Anstrengungen vor mir und ich bin richtig glücklich, dass ich nicht vor dieser Arbeit zurückgeschreckt bin, auch wenn ich eine ganze Menge Nerven dabei lassen musste... ;-)

Im Hartcover-Einband - glänzend, die festgehaltene Zeit und das Kinderlachen

Wunderschön ist es geworden - das sagen alle, die es bisher gesehen haben.
Die 36 Buchseiten zeigen 120 fröhliche Kindheitsmomente, eingebettet in viel Liebe. Das Umsorgtsein, die familiäre Wärme und das schöne Miteinander leuchten zwischen den Zeilen aus 47 begleitenden Kindergedichten.

Meine Mühe, die Anspannung, die viele dafür verbrauchte Zeit, die brennenden Augen, die Suche in den Ordnern meiner Festplatte nach den Originalbildern, sämtliche durchlebte Pannen zwischendurch - alles das ist schon längst wieder vergessen, wenn ich mir jetzt das Ergebnis ansehen kann.
Wie heißt es doch so schön im Spruch:

Alle Mühen, alle Plagen
nehmen wir in Kauf,
denn ein Kind im Haus zu haben
wiegt das alles auf.


Ich denke, das Büchlein wird unserem Enkelkind gefallen und wenn er dann erst die wichtige Kunst des Lesens gelernt hat, kann er alle Gedichte selbst lesen. Ich weiß, Reime sprechen ihn immer sehr an und das freut mich.

Vielleicht habe ich bald mal einen schreibenden Nachfolger in meinen Fußspuren... wer weiß, die Zukunft wird es zeigen. ;-)

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Hier sind ein paar kleine Beispielgedichte aus dem Buch...

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Bücher

Bücher sind für kleine Leute
eine ganz besondre Freude,
denn kein Kind kann auf Geschichten
in der Kinderzeit verzichten.
*
Lies mir vor vom Schweinchen Schlau,
lies, dann weiß ich's ganz genau,
lies Märchen aus dem großen Buch,
lies, darin sind noch genug!
*
Lies, ich möcht es wieder hören,
lies - wir lassen uns nicht stören,
lies, nimm bitte dir die Zeit!
Ich lese selber, ist's soweit.

....

Helferlein


Reicht zum Mitspiel nicht die Zeit,
weil die Oma Arbeit hat,
dann ist es wirklich sehr gescheit,
wenn wir werkeln gleich zu zweit,
denn dann wendet sich das Blatt.
*
Kleine Hände, große Hände,
die sich sehr darum bemühn,
bringen Arbeit schnell zum Ende
und dann kommt die Zeit der Wende,
für die Oma und für ihn.
*
Lachen klingt, so ist es richtig,
wenn die Arbeit ist getan.
Die Erkenntnis ist sehr wichtig
und das Mühen längst schon nichtig,
wenn man endlich spielen kann.

...

Hand in Hand


Kleine Leute - große Leute -
gehören zueinander dicht;
wer hält wen - wer weiß das heute,
es gibt ständig andre Sicht.
*
Groß hält Klein, um zu bewahren,
um zu bieten Schutz genug;
überall gibt es Gefahren
für das Kind beim Höhenflug.
*
Doch der Halt geht umzudrehen.
Kleine machen Große stark,
dass sie nie was übersehen,
in der Haltung sind autark.
*
Denken, Fühlen, Lernen, Lehren,
Geben, Nehmen und auch stet
gegenseitig sich zu ehren:
Die Zwei zeigen, wie das geht.

...

Auf dem Spielplatz


Spiel und Spaß sind Kindern heilig,
niemals haben sie es eilig,
es fesselt ihre Fantasie
an alle Vorstellungen sie.
*
Opa, Oma bleiben stehen,
können nicht mehr weiter gehen,
weil dem kleinen Klettermaxen
die Träume in den Himmel wachsen.
*
Na, was soll's, sie lächeln drüber,
freuen sich am Gegenüber
und sie werden gern verweilen
Müssen sich ja nicht beeilen.
*
Kinderträume, Kinderspaßen,
Freuden, die sie nie vergaßen,
liegt zurück auch noch so weit,
die eigne frohe Kinderzeit.

...

Zusammenhalt


Das brüderliche Miteinander
ist nicht immer störungsfern,
aber immer wieder kann der
Maury zeigen, dass er gern
seinen Bruder dennoch hat
und dann wendet sich das Blatt.
*
Denkt daran, ihr habt euch heute
gern und das für alle Zeit,
später seid ihr große Leute,
vielleicht auch entfernt mal weit.
Dann bleibt nah euch in Gedanken
immer - baut euch niemals Schranken.

...

Hoch hinaus


Kleine Kinder werden groß
wollen hoch hinaus -
Hauptsache, es ist was los,
gehn sie aus dem Haus.
*
Ihre Fantasie ergreift
jede Möglichkeit -
dass sie in die Ferne schweift
und sie befördert weit.
*
Für Kinder steht zu jeder Stund
bereit ein Pegasus,
der ihre Welt macht herrlich bunt
mit einem Musenkuss.
*
Und ihre Freude steckt uns an,
macht uns erneut zum Kind -
wir fliegen mit dir, kleiner Mann,
mit Fantasien im Wind.

...

Nun aber fix


Wer flotte, junge Beine hat,
der nutzt sie auch und flitzt;
wir Alten haben's Rennen satt,
weshalb man gerne sitzt.
*
So ändert sich im Lebenslauf
sehr gründlich der Bedarf,
die Eile, ach, pfeif doch darauf,
wir sind nicht mehr drauf scharf.
*
Wir sehen milde lächelnd an,
wie alles um uns rennt;
denn wer das einfach nicht mehr kann,
weiß doch, dass er's noch kennt.
*
Jetzt rennt herum das Enkelkind,
wir kommen langsam nur,
es reicht wenn einer ist geschwind.
Wir bleiben in der Spur.

...

Alles Gute zum Schulanfang


1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7,
in der Schule musst du üben,
Lesen lernen, Rechnen dann,
dass man später etwas kann.
*
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7,
Lernen wird nun groß geschrieben,
machst du das mit großem Fleiß,
bist du einer, der viel weiß.
*
1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7,
du wirst bald die Schule lieben,
liest du dann ein ganzes Buch,
freust du dich und wirst sehr klug.
*
7 - 6 - 5 - 4 - 3 - 2 - 1
dieses Büchlein ist jetzt deins,
von Oma und Opa als Geschenk,
dass der Maury an uns denk.

...

Fröhlich sei dein Schulbeginn,
du musst täglich wieder hin,
trägst den Ranzen, so wie heute.
LERNEN werde deine Freude.

...

Vielleicht kann ich mit diesem Beitrag auch anderen Großeltern eines künftigen Abc-Schützen die Anregung vermitteln, dem Enkelkind ein Erinnerungsbüchlein zu gestalten.

Die meisten Erinnerungen an die schönen Erlebnisse der Vorschulzeit gehen dem Kind sonst verloren, denn alle Eindrücke unterhalb von sechs Jahren verblassen unweigerlich. Das bewahrende Gedächtnis, das für das Erinnern zuständig ist, beginnt sich ja erst zu entwickeln.
Das Vorliegen von Bildern hilft dem Kind, solche freudigen Eindrücke festzuhalten und zu bewahren. Auch wir Großeltern geben ihnen ein Lebensgefühl weiter, das sie erdet, wenn sie sich unserer erinnern können.
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8 Kommentare
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Manfred W. aus Nebra (Unstrut) | 17.07.2016 | 13:00   Melden
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Judith Ott aus Halle (Saale) | 17.07.2016 | 13:07   Melden
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 17.07.2016 | 13:40   Melden
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Judith Ott aus Halle (Saale) | 17.07.2016 | 14:19   Melden
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 17.07.2016 | 14:29   Melden
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Peter Pannicke aus Wittenberg | 17.07.2016 | 18:18   Melden
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Martina I. Müller aus Halle (Saale) | 17.07.2016 | 18:43   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 18.07.2016 | 17:36   Melden
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