Ein Besuch in der Essbaren Stadt – Andernach am Rhein

Der Runde Turm- 56 m hoch, erbaut 1440-1453 - Wahrzeichen der Stadt Andernach
Andernach: Geysirzentrum | Etwa 450 Kilometer westlich von Halle liegt Andernach am Rhein. Ein Besuch in dieser über 2000 Jahre alten Stadt lohnt sich jederzeit. Es sind vor allem die historischen Sehenswürdigkeiten, die dem Besucher überall im Stadtzentrum ins Auge fallen, die aktuellen Ausgrabungen der ehemaligen römischen Siedlung mit ihren Häusern, Straßen und einer Therme - und nicht zuletzt der welthöchste Kaltwassergeysir. Die Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum kennenzulernen ist über eine etwa 2stündige Stadtführung äußerst lohnenswert. Und wenn der Stadtführer der 91jährige Josef Braun mit herausragenden Kenntnissen über Land und Leute ist, bleibt diese Veranstaltung in dauernder Erinnerung.

Den Kaltwassergeysir kann man mit dem Schiff von der Anlegestelle „Geysirzentrum“ in rund 30 Minuten Fahrzeit erreichen und dann nach folgenden 10 Minuten Fußweg erleben. Bis zu 60 Meter hoch (die Fontäne auf der Ziegelwiese in Halle (Saale) ist sogar 80 m hoch) spuckt er sein kaltes Wasser in den Himmel – ein imposanter Anblick.
Im Geysirzentrum selbst, einem futuristisch anmutenden Gebäude, befindet sich eine sehr interessante interaktive Ausstellung zu den geologischen Hintergründen des Naturwunders. Für Erwachsene sehr informativ- für Kinder zum Selbstprobieren äußerst lebendig gestaltet, ist diese Ausstellung ein Muss für alle Geysir-Besucher.

Schließlich ist es die „Essbare Stadt“, wie sich Andernach auch nennt. Die Stadtverwaltung ließ zahlreiche öffentliche Flächen, so zum Beispiel um die Burg herum, mit Obstgehölzen und Gemüsepflanzen bestücken. Die Verantwortung dafür trägt eine örtliche Gesellschaft für Bildung, Qualifizierung und Integration von Langzeitarbeitslosen. Unter Anleitung professioneller Gärtner werden diese Flächen von der Gesellschaft gehegt und gepflegt. Entsprechend vielfältig zeigt sich das Andernacher Stadtbild: Beerensträucher, Weinreben, Walnussbäume wachsen hier- aber auch Beete mit Küchenkräutern, Möhren, Kohlrabi und Bohnen… Dabei wird in jedem Jahr eine Pflanze in den Mittelpunkt gestellt: Waren es bisher der Kohl, die Erdbeere und der Kürbis- so steht im Jahre 2016 das Getreide im Zentrum. Während in anderen Städten oftmals Schilder mit der Aufschrift „Betreten verboten!“ zu finden sind, ist in Andernach das Gegenteil der Fall: Hier ist das Pflücken, das Ernten der Früchte erlaubt… unentgeltlich. Für die Kinder im Ort gibt es außerdem einen „fahrbaren Schulgarten“, der bei Anforderung vor Schulen oder Kindergärten aufgestellt werden kann. Auf diese Weise werden die Jüngsten in das Projekt eingebunden.
Die Stadt Andernach verbindet auf diese Weise mustergültig historische, geologische und botanische Erkenntnisse- kein Wunder, dass sich so viele Interessenten aus aller Welt einfinden.

Manfred Drobny
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Zeitung | Erschienen am 18.07.2016
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marlit dörfler aus Halle (Saale) | 11.07.2016 | 18:23   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 13.07.2016 | 21:42   Melden
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Manfred Drobny aus Halle (Saale) | 08.08.2016 | 17:05   Melden
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Bernd Müller aus Halle (Saale) | 29.08.2016 | 16:41   Melden
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