Rochlitz - Starke Frauen der Reformation

  Rochlitz: Schloß Rochlitz |

500 Jahre Reformation

Ausstellung im Schloß Rochlitz

Die Stadt Rochlitz selbst hat einiges zu bieten, von der Bushaltestelle Richtung Schloß, entlang der Burgstrasse, stehen etliche interessante Häuser, u.a. der schwarze Bär und eine der beiden Postmeilensäulen, errichtet im Auftrag August des Starken 1723. Ein Stück weiter mündet die Burgstrasse in den Mühlplatz, etwas links das gelbe Gebäude – ist eine ehemalige Richtstätte und die Stelle an der Rochlitz begann, Goethe hielt sich dort einige Stunde auf. Einige Schritte vor dem Schloß Rochlitz erhebt sich St. Petri, die älteste Kirche der Stadt. Die Entstehung wird in der Regierungszeit König Heinrich I, (876 ? – 936 AD) angenommen, wahrscheinlich als kleine Holzkapelle errichtet und steht auf oder in der Nähe eines heidnischen Heiligtums. An der Zwickauer Mulde gelegen, entwickelte sich Burgwardkirche zur Gemeindekirche. Die Patronatschaft wechselte, es wurde umgebaut und auch die vielen Kriege hinterließen Spuren, auch von Bränden wurde diese Kirche nicht verschont. Die Schloßkirche, 1168 geweiht, hatte nach der Belagerung des Schloßes im September 1632 den roten Hahn auf dem Dach und sogar in den Dachreitern. Die Dekoration zum Erntedank Gottesdienst wurde von dem Gemeindemitgliedern vor dem neugotischen Altar liebvoll aufgebaut. Herr Quaas, der Pfarrer der rührigen Gemeinde, ist seit einem Jahr in Rochlitz tätig.

Das Schloß Rochlitz zeigt noch bis 02. November 2014 fazinierende Objekte aus der Reformationszeit. Von Saal zu Saal sind unglaubliche Kostbarkeiten ausgestellt, Minitaturen, Holzplastiken, Handschriften und Münzen aus dieser Zeit, auch Gemälde von starken Frauen in der Geschichte, wie Judith. Zu sehen sind u.a. der prenutiantiale Vertrag Elisabeths von Hessen ausgehandelt zwischen ihren Vater Wilhelm II von Hessen und ihrem zukünfigen Schwiegervater Georg von Sachsen schon im Kindesalter, wie das so üblich war. Johann, Herzog von Sachsen, war zu dieser Zeit erst 5 und sie zwei Jahre jünger, unterschrieben von allen was damals Rang und Namen hatte. Zu ihrem Glück, wie ihr persönlicher Lebensweg anschaulich zeigt. Ein Druck des IT Girls des 16. Jh – die Ökonomia Christania - und die Geheimschrift des 007 - Girls der Reformation Elisabeth. Sie erkundete Truppenstärke, -verpfle-gung und Stimmung im Heer u.w. nützliche, dabei benutzte griechische Buchstaben und durchsetzte die Wörter auch noch mit Symbolen.
Das Schloß zeigt noch einiges von der vergangen Pracht, an einigen Stellen ist die bemahlte Bohlendecke sichtbar, die Sängerempore und Fürstenloge in der Schloßkapelle sind in die Tour inco-operiert und begehbar.
Die Ausstellung ist mit einer geführten Tour oder in eigener Zeit mit Audioguide zu besichtigen. Das Schloßcafe biete die nötige Stärkung.
Auf dem Rückweg zum Markt, bog ich hinter der Postsäule nach rechts, vorbei an dem alten Mulden Fort, Richtung Mühlgraben, der kleine Weg führt zwischen Rosen und duftenden Lavendel entlang, der war allesdings schon verblüht, aber einige Rosen standen noch in Blüte, dort gibt es auch eine Art Laube mit Bänken. Richtung Mühlgraben geht's gerade aus, zum Markt führt die Straße, links.
Gruppiert um den Marktplatz herumstehen stehen viele alte restaurierte Gebäude. Im Goldenen Löwen übernachteten der General Blücher und sein Stabschef Gneisenau 1813. Zu Empfehlen das Schloß Cafe, im Scheff Haus. Die alten Einhorn Apotheke erstmals erwähnt in 1645 und das Zwingert'sche Doppelhaus ... Richtung Süden ist die weiße Kunigunden Kirche zu sehen, links vor der Kirche eine Büste Johannes Mathesius, Herausgeber Luthers Tischreden und Freund, dahinter die Latinschule. Richtung Pfalz Platz steht die zweite Postdistanzsäule und das Hospitz, dem Elisabeth von Rochlitz eine größere Summe stiftete.
Rochlitz ist leicht zu erreichen; von Leipzig mit dem Zug nach Geithain (ca. 30 min), und weiter mit dem Bus 926 nach Rochlitz (ca 15 min).
Für die Ausstellung etwa 2 Stunden einplanen. Montags geschlossen.
Herzlichen Dank des Rochlitzer Geschichtsverein e.V., für die informativen Hinweischilder.
Viel Zeit hatte ich leider nicht um Rochlitz zu sehen, da ich mit einer Gruppe unterwegs war und nach dem Ausstellungsbesuch, ein Vortrag anschloß.
Es war ein echt interessanter Tag.

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