Schreibwettbewerb "Muss ich immer ehrlich sein?"

Schreibwettbewerb Giebichenstein-Gymnasium Halle
Muss ich immer ehrlich sein?

Klasse 8/1

Nele Kruber , Giulia Paxton, Kübra Tetik, Lene Wolff:
Vernetzte Lügen

‚Kennen wir uns?(:‘, der Anfang einer auf Lügen basierenden Unterhaltung eines modellmäßig gut aussehenden jungen Mädchens und dem scheinbar perfekten Daniel Schmidt.
Lügen?! – Nie im Leben, Facebook ist doch sicher, denken Sie?
Wir haben das spannende Experiment gemacht und eine nicht existierende Person erstellt. Durch „Erzeugung“ eines idealen Justin Bieber ähnlichen Mädchenschwarms namens Daniel Schmidt. Durch ein hammermäßiges aussehendes Profilbild köderten wir in zehn Minuten bereits neunundzwanzig Freunde. Der heißbegehrte Teenager ist sechzehn Jahre alt, also genau im richtigen Alter.
Durch Eingeben von Namen, Geburtsdatum, daraus resultierendem Alter, der Angabe von Männlich- o. Weiblichkeit und einer E-Mailadresse ist man angemeldet.
Facebook weist wegen verschiedenen Vorfällen kleingedruckt darauf hin „nur Freundschaftsanfragen anzunehmen von Personen, die man wirklich kennt“, aber die meisten Social Networker drückten trotzdem auf die Bestätigungstaste.
Unterhaltungen mit nicht existierenden Personen werden gestartet, auf der Grundlage von „Hey, wie geht es dir?“ oder „Hey, hast du Lust mit ins Kino zu kommen?“

P.S.: Daniel Schmidt hatte nach genau drei Monaten 704 „Freunde“ in seinen Bann gezogen.


Anna Wahrmund, Josefine Schröter, Theresa
Kirchbach, Lisann Müller und Lisa Scharsig:

Wer möchte nicht so jung und wunderschön aussehen wie die Models oder Schauspieler in der Kosmetikwerbung? Ob im Fernsehen, in Zeitschriften, oder auf Plakaten: Überall strahlen uns Frauen mit makelloser, straffer Haut entgegen. Und das alles dank verschiedensten Cremes, Make-Ups usw. Man sieht keine einzige Falte und die Haut ist glatt und geschmeidig. Aber ist das alles wirklich, was wir sehen?
Natürlich möchte jede Frau jünger aussehen und den vielen Versprechen der Kosmetik gerne Glauben schenken. Doch die meisten von uns haben schon am PC gesessen und eigene Urlaubsfotos bearbeitet oder verschönert, hier einen Pickel und dort mal schnell Augenringe verschwinden lassen. Und mit gesunder Haut lässt sich nun einmal besser Kosmetik verkaufen. Warum sollten dann nicht auch die Kosmetikhersteller ihre Werbefotos retuschieren, um so viel wie nur möglich zu verkaufen?
Vergleicht man Werbefotos oder –filme von Prominenten mit ihren öffentlichen Auftritten, so erkennt man schon einen gravierenden Unterschied. So zum Beispiel verbot 2011 die britische Werbeaufsicht die Kampagne mit Julia Roberts, aus dem Hause L`Oreal, für das Make-Up „Teint Miracle“, weil die Fotos zu stark retuschiert worden waren. Da ist die Firma wohl übers Ziel hinaus geschossen.
Obwohl Frauen eigentlich wissen, dass an Werbefotos mehr oder weniger viel retuschiert ist, greifen sie doch immer wieder auf diese Produkte zurück. Und seien wir mal ganz ehrlich: Würden wir uns Cremes oder andere Kosmetikprodukte kaufen, wenn uns ein Star mit Krähenfüßen und fieser Akne vom Plakat aus anlächelt?
Vielleicht sollte man öfter einfach daran denken, dass Aussehen nicht Alles im Leben ist.


Celina Berger, Claudia von Nessen, Franka
Sein wir doch mal ehrlich!
Wenn man das Wort ehrlich aufspaltet, erhält man ehr und –lich. Das –lich mal ignorierend, betrachten wir das ehr. Es kommt von dem für Menschen sehr bedeutendem Wort Ehre. Wenn du demnach lügst, verletzt du deine Ehre, einen festen Bestandteil deiner Selbst. Du belastest deine Psyche mit Dingen, mit denen du nicht belastet werden solltest. Dabei entstehen unangenehme Gefühle. Diese sogenannten Schuldgefühle setzten dann ein, wenn dein Gewissen beginnt, aus der hintersten Ecke deines Hinterkopfes zu säuseln: „Du, weißt du was? Langsam reicht’s!“
Das beweist, dass Lügen auf Dauer keine guten psychischen Auswirkungen haben kann. Doch damit nicht genug, schließlich hat das Lügen, genau wie eine Medaille, zwei Seiten. Verändern wir mal unseren Blickwinkel und beleuchten die positiven Aspekte, welche Lügen mit sich bringen. Es gibt einfach Situationen, bei denen es angebracht wäre zu lügen, wenn man seinen Kopf gerne behalten würde. Gehen wir von einem typischen Omabesuch aus. Oma hat fein gekocht und präsentiert stolz wie Oskar ihr Mahl. Du nimmst den ersten Löffel der deftigen Kohlsuppe und dein erster Gedanke: „Nie. Wieder!“ Und genau dieser Gedanke verleitet dich zu einer Lüge. Wenn deine Oma dich erwartungsvoll ansieht, du dir ein unbeholfenes Lächeln ins Gesicht quälst und sagst: „Ich habe nie etwas Besseres gegessen“, dann sind alle glücklich. Bis auf deinen Magen, aber sei doch nicht immer so egoistisch!



Klasse 8/3


Hannah Abdullah :
“Ich habe geklaut!“ „ K. hat kein Geld mehr, möchte aber trotzdem die DVD haben, über die alle sprechen. Sie möchte mitreden können. Beim nächsten Einkauf sieht sie die DVD, öffnet ihre Handtasche, schaut sich um und steckt sie ein. Eine Passantin sieht, wie etwas in ihrer Tasche verschwindet und spricht sie darauf an, doch sie leugnet es und behauptet, dass das ihr Taschenspiegel war. Doch die Passantin beharrt darauf und verlangt von K., dass sie ihre Handtasche öffnet. Doch diese lehnt ab und rennt aus dem Laden.
Dies ist nur eines der vielen Beispiele, bei denen Diebstahl geleugnet wird und der Täter unbeschadet davonkommt. Nach einer Studie des Bundesinnenministeriums gaben 55% der Befragten 20 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren dies zu. Kriminalität ist heutzutage kein „No-go“ mehr in der Jugendkultur. In diesem Fall ist der Grund des Diebstahls eindeutig die Angst davor, ausgegrenzt zu werden, ein Außenseiter zu sein und somit Gruppenzwang. Wer kennt das nicht? Alle anderen unterhalten sich über etwas, das nur man selbst noch nicht kennt. Entsetzte und verwunderte Blicke, Gekicher und man selbst steht da, weiß nicht, was man sagen soll und man denkt: „So möge sich der Boden doch endlich auftun!“ und man würde am liebsten wie Rumpelstilzchen darin versinken. Doch es passiert nichts. Ist Klauen deswegen gerechtfertigt? „Die anderen machen das doch auch!“- mit dieser Aussage argumentieren sie. Doch dieses Argument zeugt von geringem Selbstbewusstsein und davon, nicht „NEIN!“ sagen zu können. Wäre es nicht einfacher zu sagen: „ Ich kaufe das nicht, weil es mich nicht interessiert und ich nicht über die finanziellen Mittel verfüge. Straftaten habe ich nicht nötig!“?- aber das ist es, denke ich, für die meisten nicht.


Nina Rietschel, Elisa Zimmermann:

Emmas Schritte beschleunigen sich, ihr Herz rast. Sie bahnt sich einen Weg durch die Menschenmassen in der Straßenbahn und versucht den Ausgang zu erreichen. Doch zu spät!! Die schweren Schritte des Schaffners kommen immer näher. Wo war nur ihre Fahrkarte? Sie weiß, welche Strafe ihr droht, wenn sie erwischt wird, aber es schien ihr sinnvoller, das Geld für eine Cola auszugeben, statt für das Ticket. Emma quetscht sich in die hinterste Ecke der Bahn. Ihre einzige Hoffnung ist übersehen zu werden, doch schon tippt sie jemand von hinten an und fragt nach ihrer Fahrkarte. So viele Ausreden und Vorstellungen schweifen ihr auf einmal durch den Kopf. Der Schwindel überwältigt sie, doch dann sprudeln die Worte nur so aus ihr heraus. Sie hört sich selber sagen, dass sie wegen der vielen Menschen noch nicht dazu gekommen sei, die Fahrkarte zu entwerten, doch sie weiß genau, dass das eine Lüge ist, denn als sie einstieg, war die Bahn noch leer. Glücklicherweise hat der Schaffner Einsehen und zieht weiter.
Aber hat sie richtig gehandelt? Muss man immer ehrlich sein, selbst wenn man Ärger oder eine Strafe riskiert? So wie Emma geht es vielen Leuten. Sie lügen aus Angst oder Scham. Schließlich wird aus einer kleinen Notlüge eine Reihe von Konflikten, die sich vermeiden lassen würden, indem man von Anfang an den Mut zur Wahrheit haben würde.



Moritz Thieler, Lukas Riemann, Sheary Kalbitz, Karl Jähnel:

„Hab wieder eine gute Note durchs Abgucken“, so würde wohl die erste Antwort auf die Frage von Mama: ,,Wie war es in der Schule?“ richtig lauten. Es gibt ein schönes Sprichwort :„Die Lüge ist wie ein Schneeball: Je länger man ihn wälzt, desto größer wird er.“(Martin Luther) Wenn Eltern nur die Hälfte aller Lügen ihrer Kinder bekannt wären, würden sie wahrscheinlich erschreckt umfallen, denn jedes Kind lügt laut einer Studie 200mal pro Tag! Jedoch lässt sich eins über das Lügen von Kindern aussagen, sie tun es nicht unbegründet. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht: Wenn Kinder flunkern, geraten Eltern in Alarmbereitschaft. Doch lange Diskussionen, Vorwürfe oder Bestrafungen führen in den meisten Fällen nicht zum gewünschten Erfolg. Das vollkommene Gegenteil trifft ein. Denn wenn Kinder Angst vor Strafe oder Streit haben, greifen sie öfter zur Lüge. Gründe dafür sind unter anderem Angst, Kampf um Anerkennung, Überforderung, Not und Scham. Was kann man da jetzt machen? Die Antwort auf diese Frage bleibt jedem selbst überlassen. Eine Möglichkeit wäre es, angemessen zu reagieren und das Kind nicht zu bestrafen, sondern Verständnis zu zeigen, um Lügen in Zukunft zu vermeiden. Im Grunde genommen sollte man im Allgemeinen immer ehrlich sein, doch manchmal geht es nicht anders und man greift zur Ausrede, um Stress und Ärger in diesem Moment aus dem Weg zu gehen.


Von Alexa Schneider, Sophie Börtiz, Eva Bahlke, Robert Wasser:

„Jetzt sag schon, was passiert ist ! Sag die Wahrheit !“
Das waren die Worte der Lehrerin, als sie versuchte herauszufinden, ob Jonas A. bei Ole B. in der Klassenarbeit abgeschrieben hatte oder umgekehrt. Beim Kontrollieren war ihr aufgefallen, dass beide den gleichen Fehler gemacht hatten und auch der Rest der Aufgabe bei beiden identisch war. Doch soll Jonas, Ole verraten und ihn vielleicht auch noch als Freund verlieren? Soll er die Wahrheit sagen? Muss man immer ehrlich sein?
Diese Frage stellen sich viele Menschen täglich. Eine kleine Notlüge hier und da, es ist mittlerweile zum Alltag geworden. Und das mit den unterschiedlichsten Begründungen. Doch die häufigste ist die, dass man unangenehmen Personen oder Gesprächen aus dem Weg gehen möchte. Aber oft kann sich aus einer Lüge auch ein handfester Konflikt werden, wie in dem Sprichwort “Vom Schneeball zur Lawine“. Viele finden auch nicht den Mut zur Wahrheit und lügen deshalb. Es gibt Situationen, in denen es in Ordnung ist zu lügen, und solche, in denen es nicht angebracht ist. Doch diese voneinander zu unterscheiden fällt vielen sehr schwer. Auf die Frage hin „ Muss man immer ehrlich sein ?“ antworteten die Befragte fast alle mit „nein“. Doch diese Frage muss sich jeder selber und ehrlich beantworten.



Sabrina Veith, Anna Lisa Senius, Josephine Sandner, Lucia Briese, Charlotte Litwinenko:

"Zettel raus!" bei diesen Worten stockt mein Atem.
1.) Aufgabe: Kein Plan, 2.)Aufgabe: Ich versteh nur Bahnhof und mit den anderen Aufgaben ist es nicht besser. Mein Nachbar schreibt wie ein Besenkter! Soll ich einen Blick wagen? Was ist so schlimm am Schummeln? Jeder macht es doch, oder? Ich du, er, sie, es, wir, ihr, sie - einfach alle.
Die meisten tun es, weil sie Angst haben zu versagen und somit ausgegrenzt werden könnten. Andere stehen unter enormen Leistungsdruck, der durch zu hohe Anforderungen bzw. Erwartungen der Eltern und Lehrer hervorgerufen wird. Sie versuchen mittels Schummeln ihre eigene Meinung entweder zu bestätigen oder sie werden verunsichert. Aber wenn man gar nichts weiß, zum Beispiel in einem Mathetest, dann greift man lieber zum Schummeln, steckt eine gute Note ein und riskiert das lieber, als eine schlechte Note zu nehmen. Am Ende liegt es bei jedem selbst, ob er schummelt oder nicht, doch es fällt schwer dies abzustellen. Man muss nur bedenken, das der Moment der Bestätigung schnell wieder verfliegen kann.
0
 auf anderen WebseitenSendenMelden
2 Kommentare
55
Lutz Würbach aus Halle (Saale) | 21.06.2013 | 10:55   Melden
12
Marion Adolphi aus Halle (Saale) | 21.06.2013 | 16:42   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.