Moberle, die Hansemagd, der Lionsclub und das Mittelalter

Erasmus erzählt die Sage von der Entdeckung des Salzes
 
Erasmus und Kathrin v. Seebrück streiten sich wie immer, die Hansemagd (Mitte) versucht zu schlichten.

Kennen Sie Moberle? Oder vielleicht Kubb? Gut also nicht. Aber bestimmt „Salzsackrennen“ oder die Sage von der Entdeckung des Salzes in Halle und den Lions Club „August-Herrmann Francke“? Nun, egal, was dem geneigten Leser bekannt ist, Tatsache ist auch, dass irgendwie alles zusammenhängt. So dachte es sich der Hallische Hanseverein e.V., der ein neues Projekt in Angriff nahm. Es heißt „Begegnungen im Mittelalter“. Eigentlich sollte es eher heißen „Mittelalterliche Spielereien“. Immerhin fand dieses Projekt Eingang im Wettbewerb „Mit Bildung gewinnen“ und war eines der acht ausgewählten Projekte, denen am 28.09.2017 im Dorinthotel ein Scheck überreicht wurde. Damit werden dann Materialien für die oben erwähnten Spiele gekauft und die Kinder danken es einem, ob auf dem Reiterhof, wo noch die Geschichte des Transportmittels Nummer 1, das Pferd vermittelt wird, oder im Erlebnishaus, wo Spiele aus Holz und Natur Materialien aus einer weit zurückliegenden Zeit im Zeitalter der Moderne immer wieder Kinder finden, die es gerne spielen.

Zurück zu Moberle. Es war eine Art Schnelligkeitsspiel, bei dem auf Baumstämmen abgelegte Hölzchen mittels Schlagstab so weit wie möglich abgeschlagen wurden. Es war sehr beliebt in damaligen Zeiten und zwar so beliebt, dass es auch zeitweilig verboten wurde. Es machte halt süchtig. Oder nehmen sie Kubb aus alter Zeit, bei dem Holzbauern zu Fall gebracht wurden und schlussendlich der König. Nun ist es das Eine, Spiele zu spielen und das andere Geschichte zu vermitteln. Das gelingt dann Erasmus von Halberstadt dem Hansekaufmann aus dem 15. Jahrhundert (mit seinen Mannen und Frauen), der gleichmal mit den Kindern das Theaterstück „Die Sage von der Entdeckung des Salzes spielt“, wobei die Kinder die Rolle der Schweinchen übernehmen, an denen der Schweinehirt Salz entdeckt. Mit von der Partie ist dann die Hansemagd, die feststellt, dass der Ort, wo die Schweine das Salz entdeckten, Halle genannt wird. Das verstanden dann auch die Kleinsten, die mit leuchtenden Augen der Erzählung folgten (und mitspielten) als auch die Erwachsenen im Spielhaus, die vor sich hin schmunzelten. Geschichte kann begreifbar gemacht werden und macht dazu auch noch Spaß.

So lernten die Kinder auf verschiedenen Veranstaltungen Pony Peggy und den schweren Weg des Salzes kennen. Salzsäcke mussten geschleppt werden und Taler mit einem Löffel balanciert werden. Auch das mühsame Gewinnen von Salz konnte spielerisch im wahrsten Sinne des Wortes erlebt werden. Auf dem Reiterhof mit Pferd, an anderen Orten mittels Tragestangen. Tauziehen macht den Kindern heute wie damals Spaß und auch im Mittelalterfussball kann man sich üben. Der Ballspieler steht in einem Kreis bestehend aus Mitspielern und muss den Ball versuchen, nach außen zu befördern. Schnell, unkompliziert und die Bälle werden aus Naturmaterialien selbst hergestellt.

Apropos selbst hergestellt. Schon plant der Verein mit seiner Theatergruppe Quinta-X-Essentia einen Bastelnachmittag, bei dem Spiele aus dem Mittelalter nachgebaut werden. Von wegen so etwas macht Kindern nur Spaß, es kommt sogar den Erwachsenen zu gute. So wird also der Gemeinsinn gefördert und gleichzeitig Bildung vermittelt. Das besondere an den Spielen des Hansevereins ist, dass die Spiele grundsätzlich mit Geschichten über die Salzstadt Halle „gewürzt“ sind und das Wissen über das Salz, seine Entdeckung vermittelt wird. Im Übrigen wurde bei der Preisvergabe des Lionsclub auch ein Projekt der Saline bedacht, dass sich mit der Technik, speziell der Robotertechnik befasst. Steffen Kohlert, Leiter des Projektes und Leiter der Saline, bemerkte dazu:“ Wer die Zukunft gestalten will, kommt an der Technik nicht vorbei.“ und er meinte die Kinder. Als der Hanseverein sein Projekt vorstellte, schlossen wir mit den Worten: „Zukunft erforschen ist absolut notwendig, wenn man die Geschichte der Vorfahren kennt.“, und wir meinten die Kinder. In diesem Sinne könnte es vielleicht mal ein Projekt geben „Das Gestern und Morgen in der (Salzstadt) Halle“. Zu mindestens darüber laut nachgedacht wurde schon.

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