Rückbaumaßnahmen führen zur Reduzierung des Parzellenangebotes

Bereits zu Beginn des Jahres 2015 zeichneten sich Rückbaumaßnahmen in verschiedenen Kleingartenanlagen ab.

So kam es mit Wirkung vom 31.12.2015 zur Liquidation des Kleingartenvereins "Saaletal Lettin" e. V. mit 173 Parzellen. Grund dafür waren und sind die verheerenden Hochwasser, welche den Verein zu diesem Schritt zwangen.

1932 auf Weideland der Domäne gegründet, waren es zuerst 70 Parzellen, zu denen im Laufe des Jahres noch 32 hinzukamen. Durch die Bodenreform erhielt die Anlage noch einmal Land für 45 Parzellen. Durch erhöhte Nachfrage nach Kleingartenparzellen begann man 1977, die 750 m² und 1.000 m² großen Parzellen in 300 bis 500 m² große Parzellen zu teilen, sodass eine Kleingartensparte mit 173 Kleingärten entstand. Nach der politischen Wende 1989 meldeten die früheren Eigentümer des Bodenreform-Landes, die Gebrüder Wentzel, Rückübertragungsansprüche an und galten nun neben der Stadt Halle als Verpächter.

Die Überschwemmungen der letzten Jahre, insbesondere die des Jahres 2013, führten zu einer starken Fluktuation von Pächtern. Auf wenige noch verbliebene Pächter kamen die Pachtkosten für 86.224 m², die keiner mehr schultern wollte oder konnte. Da weitere Überschwemmungen nicht auszuschließen sind und um einer Insolvenz zu entgehen, beschloss der Vorstand mit Zustimmung der Mitglieder die Liquidation.

Die Stadt Halle beantragte Mittel aus dem Hochwasserfonds, welche auch bewilligt wurden. Der Vorstand fungiert während des Rückbaus als Liquidator.
Auch wegen Überschwemmungen in den letzten Jahren gibt es in der
Kleingartenkolonie "Wiesengrund" e. V. von ursprünglich 134 Kleingärten mit 49.345 m² eine Parzellenreduzierung.

Anders sieht es beim Rückbau des Mietergartenvereins "Sonnenschein" auf der Silberhöhe aus. Hier wurde durch die Wirren der politischen Wende das Gelände immer weniger bewirtschaftet, sodass 2013 nur noch der Vorsitzende als Pächter fungierte. Die ehemaligen Pächter verließen die Parzellen, ohne den Nachweis einer gültigen Adresse. Der Wegfall umfasste zwölf Parzellen. Die Kosten des Rückbaus hat nun der Stadtverband der Gartenfreunde als Generalpächter zu tragen.

Ein schon lange geplantes Vorhaben, die Begradigung der Leipziger Chaussee, betraf die Kleingartenvereine "Rb Gleisdreieck" - Gründungsjahr 1940 mit ursprünglich 142 Parzellen - sowie den 1929 gegründeten Verein "Rb Diesel-/ Raffineriestraße" mit ursprünglich 129 Kleingärten. Hier gingen insgesamt 14 Parzellen verloren, für die die Kleingärtner entschädigt wurden.

Im Zusammenhang mit der Erweiterung der Justizvollzugsanstalt in Halles Norden gab es aus Sicherheitsgründen auch Einschnitte. Der Verein "Abendfrieden" verliert elf Gärten von seinen ursprünglich 119 Parzellen. Auch hier erfolgt Entschädigung der bisherigen Pächter.

Das bedeutet, dass es im Jahr 2016 nur noch 127 Vereine unter dem Dach des Stadtverbandes der Gartenfreunde Halle (Saale) e.V. geben wird. Die bewirtschaftete Fläche von bisher 436,5 ha reduziert sich mit diesen Maßnahmen auf rund 414 Hektar.
Der Stadtverband unternimmt alle Anstrengungen, um auf der Basis der Kleingartenkonzeption weiterhin einen wesentlichen Anteil am Stadtgrün und zur Verbesserung der Umweltbedingungen der Stadt Halle beizutragen.
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2 Kommentare
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Christa Beau aus Halle (Saale) | 13.03.2016 | 22:22   Melden
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Kaus Tondera aus Halle (Saale) | 15.03.2016 | 14:45   Melden
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