Seit Mitte September "Flotte Bienen" am "Kalksteinbruch"

  Halle (Saale): Kleingartenverein | Das, worum es hier geht, ist des Menschen vermutlich ältestes Haustier - die Honigbiene. Bereits etwa 12000 Jahre v. Chr. ist auf einer Höhlenzeichnung in Spanien das älteste Zeugnis darüber gefunden worden. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Bienen rechtlich gesehen Wildtiere sind. Ohne die Pflege des Menschen wären sie in der Jetztzeit schon ausgestorben.
Die Honigbiene ist unverzichtbar zur Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts. Deshalb ist es sehr wichtig, dass es Kleingartenanlagen in unserer Stadt gibt, die sich der Erhaltung dieser Art mit widmen.
Es war ein langer Weg, den der Vorstand der Kleingartenanlage "Am Kalksteinbruch" e. V. beschritten hat, bis Mitte des Monats September 2015 ein Imker Einzug in diesem Verein hielt.
Eine seit 2009 durch eine fristlose Kündigung leerstehende Gartenparzelle ohne Laube war für den Verein fast unverpachtbar. Überlegungen zu einer Nutzung als "Bürgergarten" brachten auch nicht das Ergebnis. Also suchte und fand man einen interessierten Imker, der als Nutzer infrage kam. Aber nicht alle Gartenmitglieder waren der Meinung des Vereinsvorstandes. Man hatte Angst vor den Bienen. Es gab Widerstand verschiedener Parzellennachbarn. In einer Mitgliederversammlung in diesem Jahr wurde durch die Mehrheit der Mitglieder einer Nutzung dieser Parzelle durch einen Imker zugestimmt. Getragen von dieser breiten Zustimmung führte der Vorstand in offenen Diskussionsrunden Aussprachen mit den Anliegern. Im Ergebnis der Aussprachen wurde ein Kompromiss gefunden. Man einigte sich, dass der Imker fünf Wirtschaftsvölker in die Gartenanlage bringt. Der Vorteil für die Gartenfreunde und auch für den Imker ist, dass es in Kleingärten keine Monokulturen gibt. Viele unserer Kulturpflanzen und eine unüberschaubare Anzahl wild vorkommender Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Honigbienen angewiesen. Zugleich sind in unserer Gegend günstige Voraussetzungen für die Bienenhaltung gegeben. Die Entscheidung für die Aufnahme eines Imkers traf man am 27. Juni dieses Jahres.
Die Bienen konnten aber erst umgesetzt werden, nachdem die Ernte abgeschlossen ist, weil volle Beuten sehrt schwer sind. So dauerte es bis zum 19. September, bis die Bienenbeuten Einzug in die Kleingartenanlage halten konnten.
Ein Bienenvolk hat im Sommer 40 bis 50000 Bienen, davon 20 bis 25000 Arbeitsbienen. Die Lebenszeit der Arbeitsbienen beträgt etwa sechs Wochen. Ab Oktober kümmern sich dann die Winterbienen, die fünf bis sechs Monate leben, um die Aufrechterhaltung des Bienenstocks. Deren Zahl beträgt dann etwa 15000 Stück.
Hauptfeind der heimischen Honigbienen ist die in den 70er Jahren eingeschleppte Varoamilbe. Am Tag des Besuchs beim Imker Bernd Kopf von der SaaleHonig Imkerei wurde durch den Vereinsvorsitzenden Helmut Funken der Pachtvertrag für die Parzelle übergeben, Der Imker nutzte anschließend die Zeit zur Impfung gegen diese Milbe sowie zum Einbringen der Winternahrung. Nachweisbar ist, dass in von Imkern betreuten Kleingartenanlagen die Erträge an Stein- und Kernobst steigen.
Vielleicht finden sich noch weitere Kleingartenvereine, die diesen Schritt auch gehen wollen. Unterstützung erhalten sie dabei durch den Imkerverein Halle (Saale) und Umgegend 1863 e.V. und oder durch den Stadtverband der Gartenfreunde Halle (Saale) e.V.
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Unser "Plus" kennzeichnet alle Beiträge, die durch den Abdruck bei unseren Partnerverlagen noch mehr Aufmerksamkeit bekommen.Mitteldeutsche Zeitung | Erschienen am 14.10.2015
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