Sektion Halle (Saale) des Alpenvereins gedenkt zum 100. Todestag dem Alpenforscher Julius v. Payer

(Foto: von Jenny Bredow)
  In diesem Jahr ehrten wir anlässlich seines 100. Todestages das Ehrenmitglied unserer Sektion, den verdienten Alpen- und Polarforscher Julius von Payer (1842 - 1915).

Wer war Julius Payer?


Julius Payer gehört wohl zu den größten Entdeckern und Alpinisten Österreichs. Er war ein bahnbrechender Alpen- und Polarforscher, Offizier und Kartograph sowie Historienmaler. Ihm zu Ehren wurde eine Dauerausstellung konzipiert und eingerichtet, die gerade seinen Abenteuergeist und seine Arbeit als bedeutender Kartograph der Ortleralpen widerspiegeln soll.
Von seinem Stützpunkt in den Ortleralpen, einer einsam gelegenen kleinen Almhütte im Martelltal ausgehend vermaß Payer Ende des 19. Jh. die Berge, wodurch die erste brauchbare Landkarte entstand.
Diese Rolle der Hütte, die auch unter dem Namen Madritschhütte bekannt ist und die Payer selbst in seinen Aufzeichnungen über seinen Aufenthalt im Juli 1868 als „Zufallstadl“ bezeichnete, entdeckte der in Fachkreisen der Geologen und der Alpinisten nicht nur in Halle wohl bekannte Prof. Dr. Manfred Reichstein.
Mehr als 70 Gipfel der Ortleralpen, davon 38 erstmals, hatte Payer bestiegen, bevor er sich der Nordpolarforschung und schlussendlich der Historienmalerei verschrieb. Als abenteuerlicher Polarfahrer entdeckte er das Franz-Josef-Land (1873/74). Als Maler gewann er Ruhm und Ehre.

Was wurde jetzt geschaffen?


Das Vorstandsmitglied der DAV-Sektion Halle (Saale), die Künstlerin Jenny Bredow, der Historienforscher und Ehrenmitglied der Sektion Manfred Haringer aus Schlanders, Südtirol, die Nationalparkverwaltung Stilfser Joch und die Gemeinde Martell haben sich energisch ins Zeug gelegt, damit aus der vordem verfallenen Almhütte, dem "Payer-Stadl", eine würdige Erinnerungsstätte werden konnte.
Das Stadl wurde neu aufgebaut, Hinweisschilder wurden aufgestellt und das Umfeld des Stadls mit Steinplatten gepflastert.

Im Stadl selbst ist eine Dauerausstellung aufgebaut, mit 6 großen Lithoplatten mit Bildern und Texten in 3 Sprachen, gestaltet von Jenny Bredow. Ziel war es, sein bedeutsames Wirken künstlerisch wiederzugeben. Payers Traum war es immer ein großartiger Maler zu werden. Ein Traum, den er erst im letzten Drittel seines Lebens Herr werden konnte und deshalb plante sie, eigens in diesem Sinn eine Ausstellung zu verfassen, die mit diversen Zeichnungen und Ölbildern begleitet wird.
Der deutsche Text beinhaltet das Wesentliche seines großartigen Schaffens. Er wurde von der hallischen Studentin Anne Vatter ins englische übersetzt und von Josephine Löffler ins italienische. Das Layout in all seinen Feinheiten hat der Student Stefan Grosek erstellt.

Damit erhält diese kleine Schutzhütte, die viele Jahrzehnte leer stand, einen neuen Sinn. Sie wurde am 29. August 2015, der Tag, an dem sich der 100-ste Todestag von Julius Payer jährte, im Rahmen eines feierlichen Gedenken neu eröffnet.

Alle Bergwanderer im Martelltal, ...


… alle Bergsteiger mit Ambitionen für einen oder mehrere der vielen 3-Tausender der Region sollten an diesem Stadl nicht vorbeigehen. Es liegt auf 2200 m etwas unterhalb der heutigen Zufallhütte. Den Stadl erreicht man vom Parkplatz im Talschluss nach einem etwa 20-minütigen Fußweg. Der Besuch ist jederzeit möglich und kostenlos.
Derzeit wird zudem der Schluchtenweg des Flusses Plima im hintersten Martelltal ausgebaut und begehbar gemacht, worin der "Payerstadl" integriert wird, eine große Hängebrücke wurde bereits montiert. Das alles soll im nächsten Jahr fertig werden.

Uwe Cramer, Jenny Bredow, Manfred Haringer
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