Warum sollten Messgeräte geeicht sein?

Halle (Saale): Kleingartenvereine | Jedes Jahr, wenn die Energieversorger und die Wasserwerke ihre Rechnungen an die Kleingartenvereine verschicken, beginnt das große Rechnen. Im Allgemeinen ist jede Parzelle an das Stromnetz angeschlossen, auch Trinkwasser steht (fast) jeden Pächter zur Verfügung. Der Verbrauch wird über Strom- bzw. Wasserzähler abgerechnet. Theoretisch müsste die Summe der Einzelverbräuche des jeweiligen Mediums einer Kleingartenanlage mit den Verbräuchen, die von den Lieferanten in Rechnung gestellt werden, mit der Summe der Einzelabnehmer übereinstimmen. Aber hier treten stets und ständig Differenzen auf.

Verluste garantiert

Gehen wir einmal davon aus, dass jeder Gartenfreund seinen Verbrauch mit Hilfe der Energie- und Wasserzähler nachweist, ist das korrekt. Doch es gibt auch noch einige, die meinen, ihren Strom bzw. das Wasser an den Messeinrichtungen vorbei abzuzapfen, was für die Vereine und deren Mitglieder einen großen wirtschaftlichen Schaden bedeutet.
Bei der Elektroenergie und auch beim Wasser treten Verluste auf. Bei der Wasserabstellung im Herbst wird normalerweise durch den Ausbau der frostempfindlichen Wasserzähler jedes Nutzers das in der Leitung befindliche Wasser abgelassen. Diesen Verbrauch sowie den zum Befüllen der Leitung im Frühjahr müssen alle Verbraucher mittragen. Auch bei der Elektroenergie treten Verluste auf, die von der Länge der Versorgungsleitungen und anderen Faktoren abhängen.


Vorgaben für regelmäßige Eichung

Aber eins haben wir noch nicht beachtet: Sowohl für Kaltwasser- als auch für Stromzähler gibt es Eichfristen. So müssen Kaltwasserzähler alle sechs Jahre, Stromzähler mit elektronischen Messwerk nach acht Jahren und solche mit Läuferscheibe nach 16 Jahren geeicht werden.
Neu ist das am 01.01.2015 in Kraft getretene Mess- und Eichgesetz sowie die neue Mess- und Eichverordnung. Ab diesem Datum müssen alle neu geeichten bzw. komformitätsbewerteten Zähler über den Vereinsvorstand oder die Strom- bzw. Wassergemeinschaft als "Verwender" an die zuständige Eichbehörde gemeldet werden. Zu melden sind:
1. Geräteart (z. B. Wasserzähler, Stromzähler, etc.),
2. Hersteller ( gemäß Kennzeichnung auf dem Zähler)
3. Typenbezeichnung (gemäß entsprechenden Vermerk auf dem Zähler),
4. das Jahr der Kennzeichnung des Messgerätes (laut Vermerk auf dem
Zähler),
5. Unterschrift desjenigen, der das Messgerät verwendet.

Betrieb von ungeeichten Geräten gesetzlich verboten

Sicherzustellen ist auf jeden Fall, dass das Messgerät nicht ungeeicht verwendet wird. Wer ein ungeeichtes oder nicht mehr zulässiges Gerät betreibt, ist von der Wasser- bzw. Energieversorgung auszuschließen, bis die Gesetzeslage wieder gesichert ist. Das betrifft also ausdrücklich auch Unterzähler, die sich meistens im Eigentum des Pächters befinden. Sollte die Eichfrist abgelaufen sein, sind die betreffenden Kleingärtner veranlasst werden, die Eichung zu beantragen. Die Nichteinhaltung der Bestimmungen kann mit Bußgeldern geahndet werden. Durch die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe ist die korrekte Anzeige dieser Messgeräte innerhalb vorgeschriebener Fehlergrenzen für die Vereine von großer wirtschaftlicher Bedeutung.
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