✎ Da liegt Salz in der Luft ⚒

  „An der Saale hellem Strande, stehen nicht nur Burgen stolz und kühn. Uff dem dürren Berge, kann man auch ein Gradierwerk sehn.“
Der Kugler Franz wird sicher nichts dagegen haben, dass ich die erste Strophe seines Textes benutzt habe, um auf ein ehemaliges Rittergut an der Saale aufmerksam zu machen. Außerdem hat er sich für dieses schöne Volkslied auch eine Melodie ausgeborgt, nämlich die vom Fesca Ernst Friedrich!

Ihre Ritter sind verschwunden

Die Ritter sind schon lange verschwunden, aber eine salzige Sole bescherte dem „dürren Berge“, der nun den Namen Bad Dürrenberg trägt, ein heilendes Meeresklima. Bronchitis, Gicht, Rheumatismus, Haut- und Nervenleiden hilft es zu lindern und unterstützt deren medizinische Behandlung.

Die Poesie des Salzes

Das die Salzgewinnung und Nutzung der Sole voran getrieben und modernisiert werden konnte, hat man auch dem Salineassessor Novalis zu verdanken. Denn Georg Friedrich Phillip Freiherr von Hardenberg beschäftigte sich nämlich nicht nur mit der Poesie der Wissenschaften, oder umgedreht - sondern auch mit der Bergmannskunde.
Jedenfalls hätten Kugler und er sicher viel Gesprächsstoff gehabt, was wiederum zahlreichen literarischen „Blüthenstaub“ zur Folge gehabt hätte. Aber das ist ein anderes Thema und den geisteswissenschaftlichen „Blüthenstaub“ hat ja nun mal Novalis in Umlauf gebracht.

Spukgeschichten

Nach einigen Überlegungen stellte sich mir die Frage, hat der Freiherr auch den Solezwerg ins Bergwerk geholt? Der Sage nach hat sich der Zwerg dort wohnlich eingerichtet und durfte sogar herum spuken. Viele Jahre später hat man ihn dann als Wahrzeichen in den Kurpark gestellt, weil er gut in ein pädagogisches Konzept passte. Warnend hebt der Zwerg dort seinen linken Zeigefinger um daran zu erinnern, immer schön sein Becherchen mit Trinksole zu leeren! Jedenfalls hat er schließlich beschlossen, seinen Sockel im schönen Kurpark nicht zu verlassen und jeder Besucher wird diesen zwergischen Entschluss verstehen.

Borlach, ein Salzgraf

Nachdem Johann Gottfried Borlach 1741 in Dürrenberg geologische Untersuchungen auf Geheiß August des Starken durchführte, stieß er nach harter Arbeit 1763 endlich auf die gesuchte Sole. Das war der Anlass mit dem Bau des Förderturms (Borlachturm), dem heutigen Wahrzeichen von Bad Dürrenberg und der Gradierwerke zu beginnen. Um den Gehalt der geförderten Sole zu erhöhen, ließ man sie über Gradierwände rieseln, auf denen sich die Sole großflächig verteilen konnte. Denn sogenannte Dornwände umschlossen viele kleine Zweige, an denen sich nach Verdunstung des Wassers alle Schmutzteilchen und schwerlösliche Salze absetzten. Das Kochsalz blieb aber in der Lösung und seine Konzentration war angestiegen. In den Siedehäusern wurde diese Lösung dann eingedampft und so schließlich das hochwertige Siedesalz gewonnen. Kraftanlagen, Siedehäuser und Gradierwerke wurden im Laufe der Jahre erweitert, um die Salzproduktion steigern zu können, denn das hochwertige und leicht lösliche Salz war nicht nur im Inland begehrt. Borlach gilt als Gründer der Dürrenberger Saline.

Da liegt Salz in der Luft

Wegen des billigeren Steinsalzabbaues stellte man schließlich im Jahr 1963 die Salzproduktion ein. Heute lädt das rund 700 m lange und 12m hohe Gradierwerk mit seinem Solenebel die Besucher in einen wunderschön angelegten Erhoungsbereich ein und im Jahr 2022 wird Bad Dürrenberg die Landesgartenschau ausrichten. Bunte Blumenrabatten, ein seltener Baumbestand, Palmen, Wildtiergehege und Spaziergänge am Ufer der Saale, lassen einen Kurparkbesuch in der idyllischen Kleinstadt zu einem wunderschönen und erholsamen Erlebnis werden.


Quelle: Wikipedia/ Flyer "Erholunbgsort Dürrenberg"
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7 Kommentare
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Ralf Springer aus Aschersleben | 02.05.2017 | 15:43   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 03.05.2017 | 08:57   Melden
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Ralf Springer aus Aschersleben | 03.05.2017 | 12:33   Melden
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Lukas Schulz aus Halle (Saale) | 04.05.2017 | 14:58   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 05.05.2017 | 09:59   Melden
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Waltraud Eilers aus Naumburg (Saale) | 09.05.2017 | 18:19   Melden
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Monika Habermann aus Halle (Saale) | 09.05.2017 | 19:05   Melden
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