Antwort an Gewerkschaft zum KiTa-Streik und ihren Folgen

Halle: Kindergarten | P.S.: Diese E-Mail geht an verschiedenen Institutionen in der Hoffnung, irgendwen erweichen und erreichen zu können! Ich möchte der Gewerkschaft ausdrücklich NICHTs böses, sondern bange um meinen Arbeitsplatz!

Sehr geehrter Herr Lippmann,

auch wenn ich Sie nicht in den ganzen Schreiben meinerseits und seitens der Gruppe Eltern unserer KiTa mit in Kopie gesetzt habe, sind doch mehrer Schreiben sowohl an die Stadt Halle gegangen, als auch an den Eigenbetrieb Kindertagesstätten und an die Presse. Und da wir alle berufstätig sind (neben dem 24-Job als Eltern bzw. alleinerziehendes Elternteil), haben wir leider nicht rund um die Uhr Zeit, uns mit dem Streik der Erzieherinnen zu beschäftigen. Wir gehen Arbeiten und müssen uns nebenbei um die Unterbringung unserer Kinder bemühen. Dazu kommen Arbeitswege, Haushalt, Hausaufgabenbetreuung usw. Wir sind leider nicht in Berufsgruppen, die sich Tagesmütter, Kinderfrauen oder AuPair-Mädchen leisten können. Und genausowenig können wir streiken, da es bei unseren Berufen kaum auffallen würde.

Außerdem stelle ich an dieser Stelle noch einmal klar, dass wir an keiner Stelle die Leistung der Erzieher in Frage gestellt oder schlecht bewertet haben. Im Gegenteil, wir sind uns der anstrengenden und beherzten Aufgabe derer bewusst.

Trotz allem kann es nicht sein, dass unsere Arbeitssituation darunter leidet.
Wenn Sie sich ein wenig auf dem Arbeitsmarkt, gerade in den neuen Bundesländern auskennen, wissen Sie sicherlich, dass man als Alleinerziehendes Elternteil mit kleinen Kindern schwer hat.

Wir als Eltern würden die Erzieher gern unterstützen! Leider fehlt uns zum einen die entsprechende Kommunikation der Erzieher mit uns betroffenen Eltern, sowie ein entsprechendes Angebot einer Notlösung in einigen Einrichtungen!
Und genau da liegt für uns das Problem! Da nützt uns auch der §616 BGB herzlich wenig, weil sicherlich kein Arbeitgeber in seine Kündigung schreiben wird, dass die Person aufgrund fehlender Arbeitszeiten wegen Kinderbetreuung entlassen wurde.

Wir Eltern unserer Einrichtung "betteln" um die Sicherheit unserer Arbeitsplätze und damit unserer Existenz. Außerdem bitten wir die Erzieher, sich ihres Bildungsauftrages doch bitte bewusst zu sein, und die "Zwerge" nicht so im Regen stehen zu lassen! Gerade für die Vorschulkinder ist es schade, da sie nur noch bis Ende Juli die Zeit mit "ihren" Freunden verbringen können.

Die Gewerkschaft als Adressat hab ich gewählt (neben diversen anderen Institutionen), um Sie anzuregen, mit den Erziehern eine Lösung zur Bildung einer Allianz zwischen Eltern und Erzieher zu ermöglichen. Mir geht es nicht um Vorwürfe gegen sie. Aber wenn mir ständig gesagt wird, dass der Umgang mit der Streikaufforderung in jeder Einrichtung selbst entschieden wird, dann muss es irgendjemanden geben, der diesen Einrichtungen gut zureden kann! Und meine (fast) letzte Hoffung waren Sie!!!

Mit freundlichen Grüßen aus Halle

Madlen mit Kindern (alleinerziehend, 2 Kita- und 1 Hortkind) und anderen Eltern!
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Arthur Wehlisch aus Halle (Saale) | 04.06.2015 | 02:06   Melden
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